Energieeffizienz-Ziele

Ländervergleich Energieeffizienz-Ziele

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17.11.2016

Bis 2020 müssen 300.000 niederländische Immobilien ihre Effizienz um 20-30% erhöhen

In den Niederlanden wurde 2013 ein Abkommen für Energieeffizienz und erneuerbare Energien geschlossen. Ein Hauptziel dieses Energiepakts ist, den Energieverbrauch bis 2020 um jährlich 1,5% zu senken und somit eine Einsparung von insgesamt 100 PJ zu erreichen. Die bestehende Bausubstanz verschlingt etwa 35% des Gesamtenergieverbrauchs. Dementsprechend hoch ist das Einsparungspotential, das im Gebäudesektor realisiert werden kann. In den Jahren 2013 und 2014 konnten Einsparungen von jährlich rund 9 PJ realisiert werden. Auf der Agenda steht auch eine vollständige Energieneutralität der bebauten Umgebung bis 2050. Bis 2020 müssen jährlich 300.000 Bestandsimmobilien ihre Energieeffizienz um zwei Effizienzklassen (A bis G bei Wohnimmobilien, A++++ bis G bei Gewerbeimmobilien) und somit um 20 bis 30% erhöhen.

Energielabel bei Wohnungsverkauf Pflicht

Bei dem Verkauf oder der Vermietung von Immobilien ist ein gültiges Energielabel verpflichtend. Dieses bewertet die Energieeffizienz des Gebäudes und verdeutlicht, welche einsparenden Maßnahmen noch umgesetzt werden können. Die Regierung will Eigentümer so zum Besitz nachhaltiger Immobilien stimulieren. Das Energieeffizienzlabel ist eine Sensibilisierungsmaßnahme. Im sozialen Mietwohnungssektor müssen bis 2020 etwa 80% des Bestandes das Label B besitzen, im privaten Mietwohnungssektor etwa 80% das Label C.

Auch die Anforderungen an Neubauten wurden verschärft. Ab 2020 müssen diese fast energieneutral sein. Um mit gutem Beispiel voranzuschreiten, sollen neue öffentliche Gebäude bereits ab 2018 energieneutral sein.

Ein weiteres Ziel des Energieabkommens ist, dass im Jahr 2020 rund 14% Energie aus regenerativen Quellen stammen müssen, 2023 soll dieser Anteil bei 16% liegen. Außerdem sollen durch die Maßnahmen 15.000 Vollzeitarbeitsplätze entstehen. Energieeinsparungen in der gebauten Umgebung sollen wesentlich zur Realisierung der Stellen beitragen.


Text: Marte-Marie van den Bosch

17.11.2016

Dubai will bis 2030 Stromverbrauch um 30% senken

Über Jahrzehnte haben die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) das Thema Energiesparen wegen ihrer reichhaltigen Energiereserven nicht mit besonderem Nachdruck verfolgt. Jetzt treiben der rasant steigende Energiebedarf und die Ambitionen der Regierungen von Abu Dhabi und Dubai, ihre Städte grüner und gesünder zu machen, die Nachfrage nach energieeffizienten Lösungen an. Die VAE haben weltweit die sechstgrößten, nachgewiesenen Öl- und fünftgrößten Gasreserven. Die Vorkommen konzentrieren sich auf das Emirat Abu Dhabi.

Der Energiebedarf in den VAE hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. Bis 2020 soll der Verbrauch der privaten Haushalte von 103 TWh in 2014 weiter auf 141 TWh anziehen. Für den steigenden Bedarf sorgt einerseits die durch Einwanderung ausländischer Arbeitskräfte schnell wachsende Bevölkerung. Andererseits ist Bedarf an Wasser und Strom wegen des Wüstenklimas hoch. Wasser wird zu einem großen Teil über Entsalzungsanlagen gewonnen, was den Strombedarf weiter antreibt.

Gebäude verbrauchen 80% der Energie, davon 70% für Kühlung

Zudem haben Gebäude in den VAE einen hohen Kohlenstoffdioxid Ausstoß. Schätzungen zufolge entfallen über 80% des gesamten Stromverbrauchs auf Gebäude. Vor allem der Energiebedarf für Kühlung ist hoch. Gebäudekühlung macht laut dem Emirates Green Building Council (EGBC) über 70% des gesamten Stromverbrauchs der Gebäude aus, weitere 18% entfallen auf Licht.

Abu Dhabi bereitet sich mit seiner Economic Vision 2030 auf den steigenden Energiebedarf vor. Ziel der Vision ist vor allem die Diversifizierung der Wirtschaft, in dem nicht-ölabhängige Sektoren gestärkt werden. Eine Schlüsselrolle im Bereich Energieeffizienz kommt der Masdar Initiative zu. In 2008 startete Abu Dhabi im Rahmen der Initiative den Bau der klimaneutralen Stadt Masdar City, die in mehreren Phasen bis 2030 fertiggestellt werden soll. Im Bereich Forschung setzt das Masdar Institute, das unter anderem auch mit der RWTH Aachen und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt kooperiert, Maßstäbe. Partnerschaften bestehen auch zwischen dem Institut und Großunternehmen wie Siemens. Das Bürogebäude von Siemens Middle East in der Masdar City war das erste Gebäude der VAE mit LEED Platinum-Zertifizierung. Masdar City ist außerdem der Hauptsitz der Behörde der Vereinten Nationen für Erneuerbare Energien, IRENA.

Dubai als grüner Vorreiter

In den letzten Jahren hat vor allem Dubai mit Grünen Strategien und Projekten von sich reden gemacht. Das Emirat verfolgt mit der 2011 beschlossenen Dubai Integrated Energy Strategy (DIES) 2030 das Ziel, bis 2020 seinen Energieverbrauch um 20% und bis 2030 um 30% zu senken. In 2015 folgte das Strategiepapier Dubai Clean Energy Strategy 2050, das Dubai bis 2050 nicht nur zum regionalen, sondern zum weltweiten Hub für saubere Energie und Umwelttechnologie machen soll. Dubais Smart City Initiative fördert ebenfalls Projekte im Energiebereich, denn wichtige Themen sind Energieeffizienz, Netzanbindung und die Entwicklung eines Smart Grid für die gesamte Stadt. Auch die Expo 2020 steht unter dem Themenschwerpunkt Nachhaltigkeit und Smart City.

Grüne Projekte entstehen im Büro-, Wohnungs- und Hotelbau. Dubais Wasser- und Energieerzeuger DEWA bezog beispielsweise 2013 das flächenmäßig weltgrößte Regierungsgebäude mit LEED Platinum Zertifikat. In Dubai baut außerdem ein privater Projektentwickler, Diamond Developers, ein neues, nachhaltiges Stadtviertel, The Sustainable City.

Trotz föderaler Agenda gehen Initiativen von den einzelnen Emiraten aus

Auf föderaler Ebene veröffentlichten die Emirate 2014 einen Siebenjahresplan für nachhaltiges Wachstum, die National Agenda 2021. Programmziele in Hinblick auf Energieeffizienz sind unter anderem eine Senkung des Energieverbrauchs bei gleichzeitig effizienterer Nutzung, der Einsatz erneuerbarer Energien, ein geringerer Kohlenstoffausstoß, die Verbesserung der Luftqualität, der Erhalt der Wasserressourcen und der Aufbau eines eigenen Wirtschaftszweiges im Bereich erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Der EGBC soll das Thema energieeffizientes Bauen auf föderaler Ebene vorantreiben.

Trotz der National Agenda 2021 und föderalen Organisationen, verfolgen die sieben Emirate in der Regel individuelle Strategien und Implementieren eigene Richtlinien und Maßnahmen. Dabei tun sich die Emirate Abu Dhabi und Dubai besonders hervor, die deshalb auch hier beispielhaft betrachtet werden.


Text: Katrin Pasvantis

17.11.2016

Energieeffizienzziele im Gebäudebau unter neuer britischer Regierung bisher unklar

Wenn es um den Bereich Klimaschutz und CO2-Einsparung geht, gelten die Briten seit Jahren allgemein als politisch sehr ambitioniert. Hintergrund dafür ist auch, dass das Land immer wieder unter verheerenden Überflutungen leidet, die ganze Ortschaften verschwinden lassen und wohl zumindest teilweise auch durch den Klimawandel verursacht wurden.

Energiesektor ist seit Regierungsumbildung extrem verunsichert

Seitdem die Briten am 23.6.16 per Referendum für einen EU-Austritt gestimmt haben und im Juli 2016 fast die komplette Regierung ausgetauscht wurde, herrscht in der britischen Wirtschaft und damit auch im Energiesektor starke Verunsicherung. „Gewissheit, Gewissheit, Gewissheit. Dies sind vermutlich die drei Dinge, die der (britische) Energiemarkt gerne von der neuen Regierungspolitik sehen würde“, schreibt die Fachzeitschrift für Energieeffizienz, „Energy in Buildings & Industry“, dementsprechend ironisch in ihrer Ausgabe vom September 2016. Es gebe keinerlei Garantie, dass die Regierung das Thema Energieeinsparung überhaupt künftig berücksichtigen werde, beklagt die Zeitschrift.

Bis zur Regierungsumbildung unter der neuen Premierministerin Theresa May im Juli 2016 hatte es ein eigenes Ministerium für Energie und Klimawandel gegeben, das Department of Energy & Climate Change (DECC). Das DECC wurde mit der Regierungsumbildung aufgelöst. Zuständig für den Bereich Energie ist nun das im Juli 2016 ins Leben gerufene Department for Business, Energy & Industrial Strategy. Für den Bereich Energieeffizienz außerdem zuständig ist weiterhin das Ministerium für Gemeinden und Lokalverwaltung (Department for Communities und Local Government). Weitere Informationen zur Regierungsumbildung sowie eine Übersicht über die Ministerien stellt Germany Trade & Invest in dem Artikel „Britische Premierministerin bekennt sich zum Brexit“ zur Verfügung.

Im weltweiten Energieeffizienz-Ranking belegen die Briten den fünften Platz

In dem neusten internationalen Energieeffizienz-Ranking des American Council for an Energy-Efficient Economy (ACEEE) von Juli 2016 konnten die jüngsten politischen Geschehnisse in London noch nicht berücksichtigt werden. In dem Ranking belegten die Briten hinter Deutschland, Italien, Japan und Frankreich immerhin den fünften Platz.


Energieprognosen Vereinigtes Königreich bis 2030

 

2010

2015

2020

2030

Endenergieverbrauch der privaten Haushalte (in Mio. t Rohöleinheiten)

48,5

39,6

40,2

45,1

Anteil am Endenergieverbrauch des Landes (in %)

30,6

27,2

k. A.

k. A.

Stromverbrauch der Privathaushalte (in 1.000 t Rohöleinheiten)

10.217

9.300

8.826

10.732

Strompreis für Haushalte mittlerer Größe in Euro-Cents je kWh (inklusive Steuern) *)

14,18

21,54

k. A.

k. A.

Strompreis für Haushalte mittlerer Größe in Pence je kWh (inklusive Steuern)

12,16

15,63

17,6

19,2

*) Stark schwankender Wechselkurs; durchschnittlicher Jahreswechselkurs 2010 laut Bank of England: 1 Pfund Sterling (£) = 1,1664 Euro; für 2015: 1 £ = 1,3782 Euro
Quellen: DECC, Bank of England, Berechnungen von Germany Trade & Invest; Stand aller Angaben und Prognosen: 2015/16


Text: Annika Pattberg

17.11.2016

Japan will Nullenergiehäuser ab 2020

Das Thema Energieeffizienz steht bei der japanischen Regierung hoch im Kurs. Allerdings erhöhte die Dreifachkatastrophe von Fukushima im Jahr 2011 den Druck nach nachhaltigem Handlungsbedarf deutlich. Dementsprechend besteht noch viel Nachholbedarf. Das Energiebewusstsein der Bevölkerung ist die eine Seite, jedoch müssen geplante staatliche Verschärfungen im Gebäudebereich rasch durchgesetzt werden, um dort nachhaltigere Fortschritte erzielen zu können.

Das Wirtschaftsministerium METI (Ministry of Economy, Trade and Industry) strebt mittlerweile an, die Treibhausgasemissionen Japans bis 2030 im Vergleich zu 2013 um bis zu 26% zu reduzieren. Dies entspräche einer Verminderung um 18% gemessen an den Ausstößen des Jahres 1990. Die durch Privatwohnungen verursachten Kohlenstoffdioxidemissionen sollen im Vergleichszeitraum etwa halbiert werden.

Der künftige Energiemix spielt bei den Plänen, in denen letztendlich auch eine Verdoppelung der Selbstversorgungsquote angestrebt wird, eine entscheidende Rolle. Auf Kernkraft kann dabei trotz bestehender Widerstände nicht verzichtet werden: Ihr für 2030 anvisierter Anteil im Energiemix beläuft sich auf ein Fünftel. Erneuerbare Energien sollen dann zu 22 bis 24% beteiligt sein.

Gebäudebereich bislang im Abseits

Das Thema Energieeffizienz bleibt bei den staatlichen Vorgaben nicht ausgeklammert, allerdings wurde der Gebäudebereich dabei tendenziell vernachlässigt. Die „New National Energy Strategy to Promote Energy Conservation Measures“ von 2006 beinhaltet das Ziel, die Energieeffizienz allgemein bis 2030 um mindestens 30% gegenüber 2003 zu verbessern.

Während in der Industrie und im Transportsektor Energieverbrauchssteigerungen in der Vergangenheit relativ erfolgreich in Schach gehalten werden konnten, war dies im Gebäudebereich nicht der Fall. Statistiken des Ministry of Land, Infrastructure, Transport and Tourism (MLIT) zufolge entfiel 2015 ein Anteil von etwas mehr als einem Drittel des Energieverbrauchs auf die Gebäudekategorie. Dies verdeutlicht das Gewicht des Sektors und die Herausforderungen, die energiepolitisch damit verbunden sind.

Im Privatsektor soll das Konzept der Nullenergiehäuser (Net Zero Energy Houses, ZEH) spätestens ab 2020 bei Neubauten zum Tragen kommen. Ab 2030 könne die Strategie dann komplett umgesetzt sein, lautet das bereits 2014 formulierte Regierungsziel. Für die Planung wurde im METI das ZEH Road Map Review Panel eingerichtet. Im Bereich der gewerblichen Bauten verlaufen die Pläne analog mit identischen Zeitvorgaben für Net Zero Energy Buildings (ZEB).

Japan im Effizienzranking hinter Deutschland auf Platz zwei

Im Energieeffizienzranking des American Council for an Energy-Efficient Economy (ACEEE) konnte sich Japan indes in den letzten Jahren kontinuierlich verbessern und rangierte 2016 bereits hinter Deutschland zusammen mit Italien auf Rang zwei. Dabei schnitt allerdings die Kategorie Energieeffizienz in Gebäuden bei den berücksichtigten Kategorien am schlechtesten ab. Besonders gute Bewertungen erhielt Japan in den Bereichen Industrie und Transport.

Einen Ausblick auf die künftige Energieversorgung und -nachfrage wurde vom METI mit Stand Juli 2015 veröffentlicht.


Strategische Ziele der Energieeffizienz in Japans bis 2030

 

2010

2014

2030

Endenergieverbrauch der privaten Haushalte (in Petajoule)

2.174

1.937

-26 1)

Anteil am Endenergieverbrauch des Landes (in %)

14,8

14,3

13

Stromverbrauch der Privathaushalte (in Petajoule)

1.099

986

-2 1)

Strompreis für Haushalt mittlerer Größe (je kWh)

20,37 Yen (0,176 Euro)

25,51 Yen (0,182 Euro)

k.A. 2)

Zielstellungen des Landes zur Reduktion Stromverbrauch (in %)

-

-

-1,5

1) Einsparungen gegenüber 2013 in %; 2) k.A.: keine Angaben
Quelle: Agency for Natural Resources and Energy


Text: Michael Sauermost

17.11.2016

Korea (Rep.) will 2025 alle Neubauten als Nullenergiehäuser

Das Thema Energieeffizienz wird in Korea (Rep.) immer wichtiger. Das Land verfügt kaum über eigene Energieträger, ein Großteil der Ressourcen muss daher importiert werden. Zwar mindert der momentan niedrige Preis für Rohöl etwas den Druck, Maßnahmen im Bereich Energieeffizienz auszuweiten. Doch mittelfristig wird die Notwendigkeit Energieeffizienz zu fördern wieder zunehmen.

Übergreifend plant Korea (Rep.) gemäß des 2015 lancierten siebten Energieplans (7th Power Supply Plan), der die Rahmenbedingungen bis 2029 vorgibt, eine Reduzierung der Abhängigkeit von Kohle bei gleichzeitiger Ausweitung der Nutzung von Kernkraft und erneuerbaren Energien. Das übergreifende Anliegen liegt darin, die Emissionen von Treibhausgasen zu reduzieren. Der Anteil erneuerbarer Energien am Energiemix soll von derzeit 2,1% bis 2029 auf 4,6% ausgebaut werden.

Progressive Strompreise und mangelhafte Isolierung schaffen Handlungsdruck

Das Ministerium MOLIT (Ministry of Land, Infrastructure and Transport) hatte bereits in seinem Korea Energy Masterplan 2014 die großen Leitlinien bis 2035 festgezurrt. Die Studie kam unter anderem zu dem Schluss, dass Korea (Rep.) zwar über eine erstklassige Infrastruktur im Bereich IuK (Informations- und Kommunikationstechnologie) verfügt, es allerdings noch nicht geschafft habe, diese Rahmenbedingungen in ausreichendem Maße zur Erhöhung der Energieeffizienz zu nutzen.

Dies spiegelt sich unter anderem wider in den hohen Preisen, die Haus- und Wohnungsbesitzer für Strom und Gas zu entrichten haben. Außer auf mangelhafte Isolierungen ist dies vor allem auf die progressiven Stromtarife für Privathaushalte zurückzuführen. So beläuft sich der Preis im sechsstufigen System für einen Verbrauch von bis zu 100 kWh pro Monat auf 61 Won (circa 0,049 Euro; 1 Euro = rund 1.257 Won; im Jahresdurchschnitt 2015) pro kWh. Bereits ab 100 kWh verdoppelt sich jedoch der Tarif, über 500 kWh pro Monat erreicht er 710 Won pro kWh.

Für Energieeffizienz in Gebäuden sieht der Masterplan des MOTIE (Ministry of Trade, Industry and Energy) mehrere mittelfristige Ziele vor, wie die graduelle Verschärfung der Energiestandards, um bis 2025 das Ziel sogenannter Nullenergiehäuser für Neubauten zu erreichen. So soll der Energieverbrauch auf Basis der Werte von 2009 durch neue Isolierungsstandards bis 2017 um 60% reduziert werden, bis 2025 um 100%. Darüber hinaus soll das Beratungssystem für die Energienutzung gestärkt werden.


Strategische Ziele Korea (Rep.) bis 2035

 

2010

2014

2020

2035

Endenergieverbrauch der privaten Haushalte (in Mio. t Rohöleinheiten)

21,2

22,0

23,4

24,6

Anteil am Endenergieverbrauch des Landes (in %), davon

 

 

 

 

Industrie

59,8

63,6

-

-

Haushalte

10,8

9,2

-

-

Stromverbrauch der Privathaushalte (in 1.000 t Rohöleinheiten)

5.263

5.390

-

-

Strompreis für Haushalte mittlerer Größe (in Won/kWh)

119,85(0,077 Euro)

125,14 (0,089 Euro)

-

-

Reduktionsziel elektrische Energie (in %)

-

-

10,5 *)

18,1 *)

Reduktionsziel thermische Energie (in %)

-

-

2,5 *)

4,2 *)

*) Im Vergleich zur konventionellen Prognose für das selbe Jahr
Quellen: MOTIE (Ministry of Trade, Industry and Energy), Korea Energy Economics Institute


Text: Alexander Hirschle

17.11.2016

Polnische Regierung erstellt 2017 neuen Aktionsplan für Energieeffizienz

Polen gilt in Umweltfragen nicht als treibende Kraft in der EU, ganz im Gegenteil. Insofern wundert es kaum, dass die Umsetzung der Energieeffizienz-Richtlinie des Europäischen Parlaments (2012/27/EU) ins polnische Recht fast vier Jahre in Anspruch genommen hat. Am 1. Oktober 2016 ist das neue Gesetz über Energieeffizienz vom 20.5.2016 (im Originallaut) in Kraft getreten. Zum einen ermöglicht es dem öffentlichen Sektor die Realisierung und Finanzierung von Energieeffizienzmaßnahmen anhand von Verträgen nach dem European Code of Conduct for EPC. Zum anderen verpflichtet das Gesetz zum Kauf von energieeffizienten Produkten und Dienstleistungen. Öffentliche Stellen müssen zukünftig energieeffiziente Gebäude bauen oder mieten sowie Vorgaben zur Energieeffizienz bei Gebäudemodernisierungen befolgen. 

Spätestens Anfang des 2. Quartals 2017 sollte ein genauer Fahrplan der neuen Regierung im Bereich der Energieeffizienz vorliegen. Der laut Gesetz alle drei Jahre vom Energieminister zu erstellende landesweite Aktionsplan für Energieeffizienz muss bis zum 30. April 2017 an die Europäische Kommission übergeben werden.

Solange gelten noch die Vorgaben aus der letzten Ausarbeitung vom Oktober 2014 (im Originallaut). Demnach muss Polen bis 2020 eine Reduzierung des jährlichen Primärenergieverbrauchs gegenüber 2010 um 13,6 Mio. t Rohöleinheiten auf 96,4 Mio. t Rohöleinheiten erreichen. Energieversorger müssen zudem 1,5% der jährlich verkauften Energie einsparen, was sie durch den Kauf von sogenannten weißen Zertifikaten, die für Energieeffizienzmaßnahmen vergeben werden, belegen (mehr dazu in Kapitel 3. Staatliche Förderprogramme und Anreize).

Staat gibt Zuschuss von 20% zu Modernisierungsvorhaben im Gebäudebau

Die detailliertesten Angaben zur erwünschten Steigerung der Energieeffizienz im Gebäudebau liefert das Gesetz über die Förderung von Thermomodernisierung und Renovierungen vom 21.11.2008. Demnach werden 20% des für Modernisierungsvorhaben aufgenommenen Kredits vom Staat übernommen. Um den Zuschuss zu beanspruchen, müssen durch die ausschließliche Modernisierung des Heizsystems 10% des jährlichen Energiebedarfs eingespart werden. Bei einer ganzheitlichen Renovierung von Gebäuden, in denen das Heizsystem nach 1984 erneuert wurde, beträgt die Mindesteinsparquote 15%, bei älteren 25%.


Strategische Ziele

Land

2010

2014

2020

2030

Endenergieverbrauch der privaten Haushalte (in Mio. t Rohöleinheiten)

22,0

18,9

19,4

20,1

Anteil am Endenergieverbrauch des Landes (in %)

33,1

30,8

26,7

23,8

Stromverbrauch der Privathaushalte (in 1.000 t Rohöleinheiten)

2,5

2,4

2,8

3,3

Strompreis für Haushalt mittlerer Größe (in Euro je kWh)

0,1341

0,1421

0,1919

0,2380

Zielstellungen des Landes zur Reduktion Stromverbrauch (in %)

-

-

10,5% 1)

 

Zielstellungen des Landes zur Reduktion Endenergieverbrauch für Wärme (in %)

-

-

 

 

1) gegenüber 2010, ohne EU-ETS
Quellen: Eurostat; Energiepolitik Polens bis 2030; Wirtschaftsministerium


Text: Michal Wozniak

17.11.2016

Schweizer Energiestrategie 2050 fördert Energiesparmaßnahmen

Die Schweizer Regierung und das Parlament haben im Gefolge der Nuklearkatastrophe in Fukushima im Mai 2011 den Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen. Um weiterhin eine zuverlässige und wirtschaftliche Energieversorgung des Landes sicherzustellen, setzt die Regierung auf einen etappenweisen Umbau des kompletten Energiesystems und nennt dies "Energiestrategie 2050". Neben der verstärkten Förderung des Einsatzes erneuerbarer Energien zählen zu dieser neuen Energiepolitik zahlreiche Maßnahmen der Energieeinsparung.


Strategische Ziele der Schweiz zum Energieverbrauch

 

2010

2020

2035

2050

Endenergieverbrauch insgesamt (in GJ)

841

734

549

451

Zielstellungen des Landes zur Reduktion des Endenergieverbrauchs (in % im Vergleich zu 2000)

8,2

-5,5

-29,4

-42,0

Endenergieverbrauch je Einwohner (in PJ)

107

87

62

50

Zielstellungen des Landes zur Reduktion des Endenergieverbrauchs je Einwohner (in % im Vergleich zu 2000)

-1,2

-19,3

-42,7

-53,8

Stromverbrauch je Einwohner (GJ)

26,8

24,9

22,3

21,1

Zielstellungen des Landes zur Reduktion des Stromverbrauchs je Einwohner (in % im Vergleich zu 2000)

4,6

-2,8

-13,1

-17,7

Quelle: Botschaft des Schweizer Bundesrates vom 4.9.2013 zum Ersten Maßnahmenpaket der Energiestrategie 2050 (Revision des Energierechts)


Ein erstes Maßnahmenpaket hat die Regierung Ende 2013 in den gesetzgeberischen Prozess eingebraucht, voraussichtlich noch vor Ende 2016 sollen diese Maßnahmen Gesetzeskraft erlangen. In allen Bereichen (private Wohneinheiten, Industrie, Dienstleistungen, Verkehr) sollen Energieeinsparungen erfolgen. Ein besonders großes Einsparpotenzial sieht die Regierung bei Verkehr und Gebäuden. Denn schätzungsweise 45% des Endenergiebedarfs entfallen auf Gebäude (Erstellung, Warmwasser, Heizen, Kühlen, Elektrizität). Die Regierung geht davon aus, dass sich mittelfristig mehr als 50% des laufenden Energiebedarfs von Wohn- und Geschäftshäusern einsparen lassen.


Text: Axel Simer

17.11.2016

Singapur will bis 2030 mindestens 80% der Gebäudeflächen zertifizieren

Auf dem Pariser Klimagipfel 2015 hat sich Singapur verpflichtet, seine Emissionsintensität bis 2030 um 35% zu drosseln ausgehend vom 2005er-Niveau. Das Versprechen der Regierung wird auch vom Singapore Green Building Council geteilt. Der Industrieverband, zu dem wichtige Bauunternehmen und Behörden gehören, fördert "grüne" Gebäudeplanung und entsprechende Praktiken. Den Schlüssel zur Emissionsreduzierung sieht die Regierung in der Energieeffizienz. Da im dichtbesiedelten Stadtstaat Gebäude nahezu die Hälfte des gesamten Elektrizitätsverbrauchs beanspruchen, liegt ein wesentlicher Fokus auf dessen Reduzierung.

Singapur verfügt über keine eigenen Energieressourcen und muss diese relativ teuer importieren. Hinzu kommt in der dichtbebauten Stadt der urbane Hitzeeffekt, der die tropischen Temperaturen weiter ansteigen lässt. Die größten Energieverbraucher in Gebäuden sind somit die Klimaanlagen. Entsprechend richtet sich der Fokus zuerst auf diesen Bereich. Ziel bis 2030 ist es, 80% der Gebäudefläche nach dem weitgehend akzeptierten lokalen Umweltstandard Green Mark zertifiziert zu sehen. Mitte 2016 waren es gut 31%.

Aktuelle Phase des Green Building Masterplans setzt auf Energiebewusstsein

Im Rahmen des 2006 begonnen ersten Green Building Masterplans ist neben einem mittlerweile ausgeschöpftem Fonds für neue Gebäude ein mit 50 Mio. Singapur Dollar (S$; etwa 25 Mio. Euro; 1 Euro = 1,996 S$ zum Jahresdurchschnitt 2006) gefüllter Topf für Forschung in der Bauindustrie bereitgestellt worden. Der 2009 lancierte zweite Green Building Master Plan fokussiert auf die Nachhaltigkeit bestehender Bauten. Der dritte 2014 gestartete Master Plan zielt auf das Bewusstsein nicht nur der Gebäudebesitzer und Bauherren, sondern auch der Hausmeister und Bewohner. Ferner geht es um gesünderes Wohnen, wobei nachhaltige Baumaterialien, CO2-Reduktion und Raumqualität sowie passive Technologien (Optimierung von Schatten und Belüftung) in den Fokus rücken.


Entwicklung des Endenergie- und Stromverbrauchs in Singapur bis 2035

2010

2014

2035 *)

Endenergieverbrauch (in 1.000 t Rohöleinheiten)

12.670

14.550

22.500

Endenergieverbrauch der privaten Haushalte ( in 1.000 t Rohöleinheiten)

646,2

678,4

k.A.

Anteil der privaten Haushalte am Endenergieverbrauch des Landes (in %)

5,1

4,7

k.A.

Stromverbrauch der Privathaushalte (in 1.000 t Rohöleinheiten)

570,6

595,4

k.A.

Strompreis für Haushalt mittlerer Größe in Euro-Cent je kWh

12,7

15,2

k.A.

*) Prognose
Quellen: Energy Market Authority Singapore, ADB, Singapore Power


Text: Rainer Jaensch

17.11.2016

Spanischer Gebäudesektor soll bis 2020 rund 2,5 Mio. t RÖE einsparen

Politisch besteht in Spanien Konsens darüber, dass Maßnahmen zur Energieeffizienz in Gebäuden notwendig sind und gefördert werden müssen. Dabei geht es nicht nur um die Erfüllung der EU-Direktiven. In der Gebäudesanierung unter energetischen Gesichtspunkten wird auch ein potenzieller Motor gesehen, um dem 2008 bis 2014 schwer geschrumpften Baugewerbe auf die Beine zu helfen, Arbeitsplätze zu schaffen, die Energiearmut vieler Haushalte zu bekämpfen und neue, nachhaltigere Geschäfts- und Wachstumsfelder zu generieren. Zugleich ist sie ein Beitrag dazu, die trotz erneuerbarer Quellen immer noch sehr hohe Energieimportabhängigkeit (2014: 72,9%) zu reduzieren.


Strategische Ziele

Land

2010

2014

2020

2030

Endenergieverbrauch der privaten Haushalte (in Mio. t Rohöleinheiten)

16,9

14,7

15,5

14,3

Anteil am Endenergieverbrauch des Landes (in %)

19,0

18,6

18,0

17,2

Stromverbrauch der Privathaushalte (in 1.000 t Rohöleinheiten)

6.507

6.080

k.A.

k.A

Strompreis für Haushalt mittlerer Größe in Euro je kWh 1)

0,145

0,178

k.A.

k.A

Zielstellungen des Landes zur Reduktion Stromverbrauch (in %)

-

-

k.A.

k.A

Zielstellungen des Landes zur Reduktion Endenergieverbrauch für Wärme (in %)

-

-

k.A.

k.A.

1) ohne Steuern und Abgaben
Quellen: Eurostat (Jahre 2010 und 2014); EU-Kommission (Prognosen 2020 und 2030)


Spanien hat sich in seinem Nationalen Energieeffizienzaktionsplan (PNAEE 2014 bis 2020) dazu verpflichtet, seinen gesamten nichtenergetischen Primärenergieverbrauch 2020 auf 119,8 Mio. t Rohöleinheiten (RÖE) zu senken und den Endenergieverbrauch auf 80,1 Mio. t RÖE. In Umsetzung des Artikels 7 der Richtlinie 2012/27/EU wurde ein Energieeffizienz-Verpflichtungssystem eingeführt. Nach Anwendung einer Flexibilisierungsklausel liegt das kumulierte Endenergieeinsparziel bei rund 16,0 Mio. t RÖE (im Zeitraum 1.1.14 bis 31.12.20). Dies entspricht im Schnitt bei einer theoretisch linearen Verteilung über den gesamten Zeitraum einer jährlichen Einsparung von 571.000 t RÖE. Der Gebäudesektor samt Ausstattungen trägt rechnerisch dazu jährlich mit 88.000 t RÖE circa 15% bei, muss also bis 2020 rund 2,5 Mio. t RÖE einsparen.


Beitrag des Gebäude- und Ausrüstungssektors zur Endenergieeinsparung bis 2020 im Rahmen des spanischen Energieeffizienzverpflichtungssystems 1)

Maßnahmen

Einsparung 2) (1.000 t RÖE/Jahr)

Insgesamt

88,0

Renovierung der thermischen Hülle

16,3

Verbesserung der Energieeffizienz der thermischen Installationen

17,3

Verbesserung der Energieeffizienz der Innenbeleuchtungsinstallationen

11,1

Rehabilitierung von Gebäuden mit hoher Energiebewertung

3,4

Verbesserung der Energieeffizienz der Installationen der kommerziellen Kühlung

2,2

Erneuerung der Kälteerzeugung in Industrie und Dienstleistungssektor

2,8

Verbesserung der Energieeffizienz in Aufzugs- und anderen Transportsystemen

7,4

Implantierung intelligenter Systeme (Domotik, Inmotik, Smart Grids)

9,3

Verbesserung der Energieeffizienz in den Datenverarbeitungszentren

2,4

Verbesserte Energieeffizienz elektrischer Installationen

10,6

Erneuerung Elektrohaushaltsgeräte

4,3

Informations- und Kommunikationsmaßnahmen

0,9

1) Betrifft bestehende Gebäude und Einrichtungen und in der weiteren Untergliederung, Gebäude der öffentlichen Hand, von KMU und Großunternehmen, Wohngebäude; 2) an Endenergie
Quelle: IDAE


Text: Miriam Neubert

17.11.2016

Thailand plant bis 2036 rund 30% an Energie zu sparen

Thailand hat die Notwendigkeit zur Verbesserung der Energieeffizienz klar erkannt. Neben der Emissionsminderung steht die langfristige Sicherung der Energieversorgung im Mittelpunkt und damit auch die Stabilisierung der nationalen Wirtschaft im globalen Wettbewerb. Das Grundproblem besteht darin, dass die Energieversorgung zu rund 75% auf fossilen Energieträgern basiert und die extrem hohe Importabhängigkeit vom Erdgas die zukünftige Energieversorgung beeinträchtigt. Neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien bildet die größere Effizienz im Energieverbrauch somit eine vitale Voraussetzung für ein vermehrtes und nachhaltiges Wachstum.

Die aktuellen Grundzüge und Ziele der langfristigen Energieentwicklung sind im revidierten „Thailand Power Development Plan 2015-2036“ (PDP 2015) verankert. Im Fokus stehen hierbei drei politische Vorgaben: (a) Sicherung der langfristigen Stromversorgung unter Berücksichtigung der Diversifikation der Energieträger, (b) Angemessenheit der Erzeugungskosten im Spiegel der langfristigen wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit und (c) Verringerung der Emission von Kohlendioxid beziehungsweise der CO2-Intensität. Die politische Verantwortung liegt beim Energy Policy and Planning Office (EPPO) des thailändischen Energieministeriums.

Neben dem PDP 2015 als übergeordnetem Energy Blueprint wurden vier Einzelpläne für Erdgas, Erdöl, erneuerbare Energien und Energieeffizienz formuliert. Zuständig für die Umsetzung der einzelnen Programme und Projekte in den letzten zwei Plänen ist das Department of Alternative Energy Development and Efficiency (DEDE).

Energieeffizienz-Entwicklungsplan 2036

Die politische Roadmap für die Energieeffizienz ist der „Energy Efficiency Development Plan 2015-2036“ (EEDP). Der Plan beinhaltet regulatorische Maßnahmen für alle Sektoren sowie Förderinstrumente, die in den kommenden Jahren wesentlich zur Steigerung der Energieeffizienz und -ersparnis beitragen sollen. Herbei wird zwischen einem kurzfristigen Zeitraum über fünf Jahre und einer langfristige Perspektive von 20 Jahren unterschieden.

Der EEDP verspricht langfristig eine gewaltige Einsparung von Stromkosten. Im Jahr 2014 belief sich der gesamte Energieverbrauch auf 75.804 Kilotonnen Rohöleinheiten (ktoe) mit Stromkosten in Höhe von 1.748 Mrd. Baht (B; circa 44 Mrd. Euro; 1 Euro = 40 B). Bis 2036 würde sich der Jahresverbrauch unter herkömmlichen BAU-Bedingungen (business as usual) auf 187.142 ktoe erhöhen. Mit der Implementierung des EEDP soll sich der Jahresverbrauch dagegen auf 131.000 ktoe reduzieren lassen.

Allein aufgrund des EEDP soll somit der Endenergieverbrauch zum Schluss der Planperiode in 2036 um 56.142 ktoe beziehungsweise 30% niedriger ausfallen. Hinsichtlich der Stromkosten würde sich pro Jahr mit dem EEDP ein Einspareffekt von 842 Mrd. B ergeben. Die jährliche Reduktion von Treibhausgasen wird dabei auf 177 Mio. t CO2 geschätzt.


Strategische Ziele Energieeffizienz in Thailand bis 2036

Land

2010

2014

2020

2036

Endenergieverbrauch der privaten Haushalte (in ktoe)

10.963

11.459

-

-

Anteil am Endenergieverbrauch des Landes (in %)

15,6

16,0

15,0

14,0

Stromverbrauch der privaten Haushalte (in ktoe)

2.841

3.336

-

-

Strompreis für Haushalt mittlerer Größe in Baht je kWh

3,54

3,92

4,46

5,34

Zielstellungen des Landes zur Reduktion Stromverbrauch (in %)

-

-

5

-

Zielstellungen des Landes zur Reduktion Endenergieverbrauch für Wärme (in %)

-

-

10

-

Quellen: DEDE, EPPO


Text: Waldemar Duscha

17.11.2016

Thermische Sanierung von Gebäuden ist ein Hauptziel Rumäniens

Rumänien soll bis 2020 im Rahmen der EU-Richtlinie allgemeine Energieeffizienz-Maßnahmen zur Reduktion des Primärenergieverbrauchs um 19% im Vergleich zu 2007 umsetzen. Dies entspräche einem Bedarf an Primärenergie von 1.800 Petajoule (PJ) im Jahr 2020. Übernimmt das Land die EU-Zielsetzung einer Reduzierung des Energiebedarfs um 27 bis 30% bis 2030, dann läge der Bedarf bei 1.550 bis 1.635 PJ. Bereits heute sind diese Ziele auf Grund des Strukturwandels und Schließungen alter Industriekombinate formal erfüllt. Nach vorläufigen Angaben des Statistikamtes lag der Verbrauch 2015 bei gerade 1.380 PJ.


Energiedaten Rumänien

Energiedaten

2010

2014

Gesamtstromverbrauch (in TWh)

50,52

49,25

Private Haushalte (in TWh)

11,20

11,59

Gesamtwärmeverbrauch (in 1.000 t Rohöleinheiten)

1.654,34

1.272,80

Private Haushalte (in 1.000 t Rohöleinheiten)

1.134,74

799,08

Dienstleistungen (in 1.000 t Rohöleinheiten)

214,08

185,33

Endenergieverbrauch der privaten Haushalte (in Mio. t Rohöleinheiten)

8,10

7,40

Anteil am Endenergieverbrauch des Landes (in %)

35,8%

34,1%

Strompreis Haushalt mittlerer Größe in Euro/kWh

0,1052

0,1248

Quellen: Rumänisches Statistikamt INS; Eurostat; Berechnung von GTAI


Gebäude stehen im Mittelpunkt der Regierungspolitik für Energieeffizienz, da der Wohnungs- und Dienstleistungssektor 45% des Energieverbrauchs ausmacht und dort die höchsten Energieverluste von 40 bis 50% auftreten. Die durchschnittliche Energierechnung eines Haushalts wird durch die Heizkosten (Anteil: 57%) dominiert. Auf sanitäres Warmwasser entfallen 25%, auf Strom 11%, andere Verbrauchsformen liegen bei 7%.

Ein Großprojekt zur thermischen Sanierung von Wohnblöcken läuft seit über sieben Jahren in Bukarest, derzeit für 140 Gebäude mit 9.500 Wohnungen. Die Europäische Investitionsbank (EIB) hat das Vorhaben bisher mit rund 400 Mio. Euro unterstützt. Der Investitionsbedarf für die thermische Gebäudesanierung in Rumänien wird von Fachleuten für die kommenden 15 Jahre auf 5 Mrd. Euro veranschlagt, davon die Hälfte bis zum Jahr 2020, jeweils ein Viertel bis 2025 beziehungsweise 2030.

Die im Aktionsplan im Bereich der Energieeffizienz der Regierung genannten Maßnahmen führen zu Gesamtersparnissen im Gebäudebau bis 2020 von 2.475 toe, davon 1.432 toe im Wohnungsbau und 1.043 toe für Gebäude im Dienstleistungssektor.

Im Wohnungsbau sind folgende Maßnahmen geplant: thermische Sanierung der Wohnblöcke (Energieersparnis von 544 toe), thermische Sanierung der Einfamilienhäuser (356 toe), Anschaffung von energieeffizienten Geräten (462 toe) und Energieaudit und -Management (70 toe).

Im Dienstleistungssektor sind folgende Maßnahmen vorgesehen: thermische Sanierung von Regierungsgebäuden und Anschaffung von energieeffizienten Geräten (24 toe), thermische Sanierung von öffentlichen Gebäuden und Anschaffung von energieeffizienten Geräten (121 toe), Modernisierung des öffentlichen Beleuchtungssystems (48 toe), Modernisierung der Wasserversorgungsysteme (4 toe), thermische Sanierung von Büros, gewerblichen Räumen und Anschaffung von energieeffizienten Geräten (232 toe) sowie Entwicklung der Energiedienstleistungen beziehungsweise eines Marktes für Energiedienstleistungen, Energieberatungen und Energieaudits sowie Effizienzmaßnahmen (641 toe).


Text: Michael Marks

17.11.2016

Tschechische Republik will Stromverbrauch bis 2030 um rund 20% senken

Energieeffizienz im Gebäudebau ist in Tschechien ein starker Wachstumsmarkt, wie die aktuellen Statistiken zeigen. Die Produktion von Dämmstoffen wie Styropor erreichte 2015 ein Rekordhoch, die Zahl der als nachhaltig zertifizierten Häuser stieg um die Hälfte und per Energiespar-Contracting wurden 1.000 Objekte energetisch saniert.

Der Aufschwung wird sich fortsetzen, denn die Tschechische Republik hat sich verpflichtet, den Energieendverbrauch bis 2020 um rund 50 Petajoule (PJ) zu senken. Nach einer Studie des Beratungsunternehmens Porsenna entfällt ein Drittel des gesamten Energiebedarfs im Land auf den Gebäudesektor - rund 360 PJ (Zahlen für 2011). Davon wiederum werden etwa 230 PJ im Wohnungswesen eingesetzt.

Bis 2030 könnten laut Porsenna etwa 32 PJ eingespart werden, wenn Tschechien seine laufenden Förderprogramme zur Erhöhung der Energieeffizienz auf dem derzeitigen Niveau fortsetzt. Technisch sei sogar ein Einsparpotenzial von 70 PJ möglich.

Gemäß EU-Richtlinie 2012/27/EU zur Energieeffizienz hat Tschechien eine langfristige Strategie zur Sanierung des nationalen Gebäudebestandes entwickelt. Sie wurde 2014 zusammen mit dem Nationalen Aktionsplan für Energieeffizienz veröffentlicht. Bei der Zielumsetzung setzt Prag vor allem auf EU-Fonds, um für Hauseigentümer finanzielle Anreize für Investitionen in Energiespartechnologien zu setzen.


Strategische Ziele

Tschechische Republik

2010

2014

2020

2030

Endenergieverbrauch der privaten Haushalte (in Mio. t Rohöleinheiten)

6,6646

5,6691

6,2261

6,0034

Anteil am Endenergieverbrauch des Landes (in %)

26,8

24,6

22,5

21,5

Stromverbrauch der Privathaushalte (in 1.000 t Rohöleinheiten)

1.292,2

1.214,5

1.230,8

1.264,4

Strompreis für Haushalt mittlerer Größe in Euro je kWh

0,1345

0,1283

k.A.

k.A.

Zielstellungen zur Reduktion Stromverbrauch (in %) *)

-

-

+5,4

+19,8

Zielstellungen zur Reduktion Endenergieverbrauch für Wärme (in %) *)

-

-

-2,8

-6,3

*) gegenüber 2010 laut optimistischem Szenario
Quellen: Eurostat, Staatliche Energiekonzeption der Tschechischen Republik (Ministerium für Industrie und Handel 2014, genehmigt 2015)


Vorreiter bei der Sanierung des Gebäudebestandes könnte die öffentliche Hand werden. Die EU-Richtlinie zur Energieeffizienz (2012/27/EU) verpflichtet Tschechien, jährlich mindestens 3% der Gesamtfläche der Gebäude in Eigentum der Zentralregierung energetisch zu sanieren. Für 322 Gebäude wurde bereits ein Renovierungsplan erstellt, der im Zeitraum 2016 bis 2020 umgesetzt werden soll. Hierbei rechnet die Regierung mit Investitionskosten von 2,9 Mrd. Tschechischen Kronen (Kc; rund 107 Mio. Euro, Wechselkurs am 5.9.16: 1 Euro = 27,02 Kc).


Text: Gerit Schulze

17.11.2016

US-Regierungswechsel verändert energiepolitische Prioritäten

Anders als in anderen Ländern gibt es in den USA kein spezielles nationales Ziel zur Steigerung der Energieeffizienz im Gebäudesektor oder zur Verminderung des Energieverbrauchs in diesem Bereich. Zwar wurden unter der Obama-Regierung verschiedene andere Zielsetzungen für eine effizientere Energienutzung verkündet, die auch die Gebäudeenergie mit einbeziehen. Zu nennen ist hier unter anderem die Vorgabe, die Energieproduktivität - gemessen als Wirtschaftsleistung pro verbrauchter Energieeinheit - zwischen 2010 und 2030 zu verdoppeln.

Trump sieht Klimaschutzbemühungen der Obama-Regierung skeptisch

Es ist jedoch damit zu rechnen, dass eine Regierung Trump bei der Verbesserung der Energieeffizienz weniger ambitioniert vorgehen wird. Die umwelt- und energiepolitischen Ziele der Obama-Regierung lehnt der designierte Präsident ab. So hat er bereits erklärt, sich aus dem Pariser UN-Klimaschutzabkommen von 2015 zurückzuziehen. Die Regierung Obama hatte in dessen Rahmen bis 2025 eine Verminderung der US-Treibhausgasemissionen von 26 bis 28% gegenüber 2005 zugesagt.

Ebenso sehr fraglich ist unter den neuen politischen Machtverhältnissen die Zukunft des Clean Power Plans (CPP) der US-Umweltschutzbehörde EPA. Mit dem Kernstück der Obamasch’en Klimaschutzpolitik sollte der CO2-Ausstoß im Stromsektor - bei einer möglichen Anrechnung von Programmen zur Steigerung der Gebäudeenergieeffizienz - bis 2030 um 32% gegenüber 2005 reduziert werden.

Speziell für den Gebäudesektor hat das U.S. Department of Energy (DOE) ein Mehrjahresprogramm des Buildings Technologies Office aufgelegt. Dieses hat unter anderem zum Ziel, die Energieintensität im US-Gebäudesektor - gemessen als Energieverbrauch pro Quadratfuß Bodenfläche - bis 2030 um 30% gegenüber 2010 zu vermindern. Die Ausrichtung und die budgetäre Ausstattung dieses Programms könnten sich jedoch künftig verändern.

Bundesstaaten haben weitreichende energiepolitische Gestaltungsbefugnisse

Zielsetzungen für die Steigerung der Energieeffizienz werden im föderalen System der USA jedoch ebenso auf den nachgeordneten Verwaltungsebenen erlassen. Die Bundestaaten und Kommunen verfügen in den USA über eine weitreichende politische Gestaltungsmacht. Dies betrifft unter anderem die Festlegung energiebezogener lokaler Baustandards („Building Codes“) oder auch die Regulierung der örtlichen Energieversorger (zum Beispiel bei der Ausgestaltung von Förderprogrammen für die Gebäudeeffizienz). Entsprechend können die regulatorischen Rahmenbedingungen für Gebäudeeffizienzmaßnahmen sehr unterschiedlich sein.


Text: Martin Wiekert

17.11.2016

Ungarischer Heizenergiebedarf von Gebäuden soll bis 2030 um 30% sinken

Die Steigerung der Energieeffizienz und die Reduzierung des Energieverbrauchs wurden von der ungarischen Regierung zu wichtigen strategischen Zielen erklärt. Damit sollen die Abhängigkeit des Landes von Importen fossiler Energieträger und die Schwankungen der Energiepreise auf dem lokalen Markt reduziert werden. Der gesamte Primärenergieverbrauch belief sich 2014 auf rund 956 Petajoule (PJ). Über 60% des Bedarfs werden importiert. Derzeit wenden ungarische Haushalte etwa ein Viertel ihrer Ausgaben für Energie auf. Dabei zählen Ungarns Gas- und Strompreise nach Bulgarien zu den niedrigsten in der EU.

In der 2011 verabschiedeten Nationalen Energiestrategie bis 2030 wurde die Senkung des Energieverbrauchs im Gebäudesektor als eines der vordringlichsten Ziele definiert. Mit gutem Grund, denn rund 40% des Primärenergieverbrauchs und 38% der CO2-Emissionen im Land entfallen auf diesen Bereich, davon zwei Drittel auf Heizung und Kühlung. Daher wurde im Gebäudebereich das größte Potenzial für Energieeinsparung identifiziert.

Das Budapester Forschungsinstitut Energiaklub schätzt das Einsparpotential im gesamten Wohngebäudesektor auf 152 PJ pro Jahr, davon 128 PJ bei Einfamilienhäusern (derzeitiger Jahresverbrauch von 292 PJ), 19 PJ bei traditionellen Mehrgeschosswohnhäusern (44 PJ) und etwa 5 PJ bei Wohnhäusern in Plattenbauweise (24 PJ).

Die nationale Energiestrategie gibt bis 2020 im Gebäudesektor eine Energieeinsparung von 49 PJ vor, davon 40 PJ durch die Renovierung von Wohn- und öffentlichen Gebäuden, die restlichen 9 PJ durch Maßnahmen bei Geschäftsgebäuden und eine höhere Sensibilisierung der Bevölkerung. Bis 2030 soll der Bedarf an Heizenergie in Gebäuden durch energieeffiziente Lösungen um rund 30% reduziert werden. Das wiederum soll zum Rückgang des gesamten Primärenergieverbrauchs um rund 10% führen.


Strategische Ziele der Energieeffizienz in Ungarn bis 2030

Ungarn

2008 (Ist-Werte)

2012 (Ist-Werte)

2020 *)

2030 *)

Endenergieverbrauch der privaten Haushalte (PJ)

233

215

207 bis 247

187 bis 284

Endenergieverbrauch des Landes (in PJ)

704

677

693 bis 766 bis

692 bis 840

Stromverbrauch der Privathaushalte (in GWh)

12.801

11.857

k.A.

k.A.

Strompreis für Haushalt mittlerer Größe in Euro je kWh

0,155

0,159

k.A.

k.A.

Stromverbrauch (in PJ)

k.A.

153

164 bis 170

181 bis 197

Endenergieverbrauch – Heizung, Kühlung und Warmwasser (in PJ)

431

k.A.

378 bis 499

353 bis 534

*) Prognose; Bandbreite - erste Zahl: Wert bei Durchführung von Energieeffizienzmaßnahmen, zweite Zahl: Wert ohne Energieeffizienzmaßnahmen
Quellen: Regierungsbeschluss über die Aktualisierung der Energieprognose der Nationalen Energiestrategie 1160/2015. (III.20.); Aktionsplan für Energieeffizienz; Enerdata; Nationale Energiestrategie, Stromnetzbetreiber Mavir


Text: Waldemar Lichter

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