Audits und Beratung

Ländervergleich Audits und Beratung

Vergleichen Sie hier die Audits und Beratungsmöglichkeiten in ausgewählten Zielmärkten. Mit Hilfe der Suchfilter am rechten Seitenrand können Sie Länder hinzufügen oder abwählen und den Ländervergleich individuell auf Ihre Zielmärkte einschränken.

17.10.2016

Anreize für freiwillige Audits in Kanada

In einer Unternehmensbefragung des Fachmagazins „Canadian Manufacturing“ aus dem Jahr 2015 gaben 85% der Firmen, die ein Energieaudit durchgeführt hatten, an, dass sich daraus Kosteneinsparungen realisieren ließen. Da es in Kanada kaum verbindliche Vorgaben hinsichtlich der Energieeffizienz in industriellen Prozessen gibt, werden Energieaudits auf Initiative des Unternehmens durchgeführt. Sie sind eher ein betriebswirtschaftliches Controlling-Instrument, mit dessen Hilfe die Firmen Informationen über ihre Energieprofile einholen und Kostensenkungspotenziale erheben können. Natural Resources Canada bietet zusammen mit CIPEC einen Leitfaden für Unternehmen an, die ein Inhouse-Energieaudit durchführen wollen.

Auf Provinzebene gibt es eine Reihe von Initiativen, die Unternehmen bei der Analyse ihres Energieprofils unterstützen. In Ontario erhalten Firmen im Rahmen des „Save on Energy“ Programms finanzielle Unterstützung für ein Energieaudit. Allerdings beschränkt sich die Analyse nur auf den Energieverbrauch des Gebäudes und nicht auf den Produktionsprozess. In Quebec können Unternehmen im Rahmen des „Eco Performance“ Programms eine finanzielle Förderung für Energieaudits beantragen.

Der Beruf des Energieberaters ist in Kanada nicht reglementiert. Es gibt eine Vielzahl von Anbietern, die Kurse und Zertifikate zum Thema anbieten. Einer der bekanntesten Anbieter ist das Canadian Institute for Energy Training (CIET). Das Institut bietet den Abschluss zum „Certified Energy Manager“ (CEM) an, der sich an den Standards der Association of Energy Engineers (AEE) in den USA orientiert. Der Verband bietet ein Online-Verzeichnis aller in Kanada zertifizierten CEM an.

Text: Boris Alex

17.10.2016

Audit variieren in Belgien von Region zu Region

Auch die Rahmenbedingungen für Energieaudits sind in Belgien eine Angelegenheit der Regionen. Bisher wurden nur in Flandern entsprechend der Energieeffizienzrichtlinie 2012/27/EU für Unternehmen ab 250 Mitarbeitern oder einem Jahresumsatz von mindestens 50 Mio. Euro verpflichtende Energieaudits eingeführt. Informationen hierzu gibt die VEA auf Niederländisch.

In der Hauptstadtregion Brüssel existieren keine Mindestanforderungen bezüglich der Größe von Unternehmen, jedoch hinsichtlich des Gebäudeumfangs. So müssen alle Objekte mit einer Fläche von mindestens 3.500 qm Energieaudits durchführen, wobei Wohnraum nicht einzurechnen ist. Informationen auf Französisch.

Wallonien fördert freiwillige Audits

Wallonien setzt auf regionale Unterstützungen für Energieaudits, die aber bisher nicht verpflichtend sind. Im Rahmen des Programms AMURE können die Kosten für Energieaudits mit bis zu 320.000 Euro subventioniert werden, wobei kleine Betriebe 70%, mittlere Firmen 60% und alle größeren Unternehmen 50% der Aufwendungen erstattet bekommen können. Jährliche Nachfolgeuntersuchungen werden mit 50% beziehungsweise maximal 4.000 Euro unterstützt. Ein französischer Überblick findet sich hier.

In allen belgischen Regionen gibt es offiziell zugelassene Energieberater und entsprechende Online-Verzeichnisse für Flandern, Wallonien und die Hauptstadtregion Brüssel. Beratungen in Energiefragen bietet unter anderem auch der Technologieverband Agoria an.

Text: Torsten Pauly

17.10.2016

Audits bewirkten in Schweden deutliche Stromeinsparungen

Auch nach Auslaufen des fünfjährigen Programms zur Energieeffizienzsteigerung (Program för energieffektivisiering; PFE) haben in Schweden zahlreiche Unternehmen Energieaudits durchgeführt, vor allem größere, die seither gesetzlich dazu verpflichtet sind. Ein Online-Verzeichnis über Energieberater bietet die Energieagentur nur für den kommunalen Bereich an, in dem die Gebäudeeffizienz im Mittelpunkt steht. Solche Berater sowie regionale Energiemanagement-Agenturen (regionala energikontor) können aber auch über die richtigen Schritte bei geplanten Energieaudits im gewerblichen Sektor informieren.

Das Ingenieur-Planungsbüro WSP hat Energieaudits bei der schwedischen Niederlassung des französischen Industriekonzerns Saint-Gobain in Billesholm, beim Energieversorger Göteborg Energi und beim Abfallentsorgungsunternehmen Sysav durchgeführt. Energieaudits nehmen unter anderem auch die Beratungsunternehmen AF (zu den größeren Industriekunden beispielsweise Volvo zählt), Greencon (Siemens, Boliden) und Ragn-Sells Miljökonsult (Stora Enso, mehrere Energieversorger) vor. Hierauf eingeleitete Maßnahmen haben zu teils erheblichen Energie-, vor allem Stromeinsparungen geführt. LRF Konsult bietet Energieaudits speziell für Landwirtschaftsbetriebe an.

Energieeffizienz-Netzwerk für KMU

Beobachter rechnen damit, dass sich in Zukunft auch Kleinunternehmen verstärkt um Energieeffizienzverbesserungen bemühen werden. Denn es gibt ein neues Programm, über das schwedische Gemeinden ab Herbst 2016 Unterstützung für sogenannte Energie- und Klimatrainer (Coacher för energi och klimat; CEK) beantragen können. Es umfasst circa 50 Teilprojekte. Die CEK sollen Kleinunternehmen mit einem Energieverbrauch von weniger als 300 MWh beraten. Es handelt sich dabei um eine Förderleistung zusätzlich zur bereits bestehenden Unterstützung für Energieaudits. CEK kann sowohl ein Energieberater als auch ein Angestellter der Gemeinde mit entsprechenden Fähigkeiten sein. Wissenschaftliche Analysen deuten auf ein Energieeinsparpotenzial in schwedischen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) von bis zu 20%.

Unternehmen können sich auch an einem Energieeffizienz-Netzwerk der Energieagentur beteiligen. Das ist ein regionales Netzwerk von acht bis 16 KMU mit einem Energieverbrauch von mehr als 1 GWh. Die Energieagentur wählt einen Koordinator für das Netzwerk aus und stellt dafür einen Energieexperten aus dem eigenen Hause zur Verfügung. Die Teilnahme am Netzwerk kostet 10.000 Schwedische Kronen (skr; 1 Euro = 9,3535 skr im Jahresdurchschnitt 2015) im Jahr. Das System baut auf den LEEN (Lernende Energieeffizienz-Netzwerke) in Deutschland und Österreich auf, die unter anderem vom Fraunhofer ISI entwickelt und erprobt wurden.

 

Text: Heiko Steinacher

17.10.2016

Beratung erfolgt in Italien durch akkreditierte Energiedienstleister

In Italien arbeiten bereits seit mehreren Jahren zahlreiche Energiedienstleister (Energy Service Companies, ESCo). Eine Liste der anerkannten ESCo kann beim Verband Federesco abgerufen werden. Der Verband gilt auch für neue Dienstleister als erste Anlaufstelle. Er stellt alle Informationen bereit, die gebraucht werden, um beim Stromverwalter Gestore Servizi Energetici (GSE) akkreditiert zu werden. Diese Akkreditierung brauchen die Gesellschaften, damit sie als ESCo anerkannt werden.

Der Marktanteil der ESCos ist noch relativ gering. Insgesamt erzielten sie 2015 einen Umsatz von 1,4 Mrd. Euro. Für Industrieunternehmen waren ESCo 2015 an lediglich 21% der energieeffizienzsteigernden Investitionen beteiligt. Im Bausektor und bei der öffentlichen Verwaltung liegt der Anteil noch deutlich unter diesem Niveau.

Zahlreiche Firmen haben noch Vorbehalte gegen Energiedienstleister

Viele Unternehmen investieren in energieeffiziente Maßnahmen, ohne Energiedienstleister zu beauftragen. Insbesondere bei Kernprozessen liegt die Beteiligung der ESCo mit 10% auf sehr niedrigem Niveau. Dies kann an den besonderen technischen Ansprüchen oder an der Skepsis gegenüber externen Dienstleistern liegen. Bei Randprozessen stehen italienische Unternehmer den ESCo offener gegenüber, hier lag die Beteiligung der Berater an den Gesamtinvestitionen 2015 bei 40%.

Die Position eines Energie-Managers wurde in Italien bereits vor mehr als 30 Jahren eingeführt. Diese hat im Laufe der Jahre an Bedeutung gewonnen. Heute gehört die Reduzierung des Energieverbrauchs im Unternehmen zu den Kernaufgaben des Energie-Managers. Im verarbeitenden Gewerbe ist es verpflichtend, einen Energie-Manager zu benennen, wenn der Energieverbrauch des Unternehmens 10.000 t RÖE pro Jahr übersteigt. Der Verband FIRE (Federazione Italiana per l'uso razionale dell'energia, Verband für die rationelle Energieverwendung) gilt als erste Anlaufstelle für aktuelle Informationen zu den Richtlinien für Energie-Manager.

Text: Robert Scheid

17.10.2016

Consultants und Großfirmen evaluieren und beraten in Mexiko

In Mexiko gibt es mittlerweile eine Vielzahl von Dienstleistern, die Energieaudits und -beratung anbieten. Das Angebot hat sich durch die Liberalisierung infolge der Energiereform und dem dadurch größeren Spielraum insbesondere für große Industriekunden noch einmal erhöht. Die Anbieter sind vorrangig im Mexikanischen Verband der Energiedienstleister (Asociación Mexicana de Empresas de Servicios Energéticos - AMESCO) und dem Mexikanischen Verband der Energiemanager (Asociación Mexicana de Empresas de Gestión Energética - Amexgen) organisiert.

AMESCO hat rund 25 Mitgliedsfirmen, die sich damit beschäftigen, für ihren Kunden konkrete Einsparmöglichkeiten zu identifizieren und veraltete Geräte oder Ausstattung durch energieeffizientes Equipment zu ersetzen. Die Mitgliedsfirmen des Verbandes bieten auch Verträge an, wonach sie die zu installierende Ausstattung finanzieren und im Gegenzug einen Teil der eingesparten Kosten erhalten.

Neben kleineren Bratungsfirmen bieten große Ausrüstungsanbieter wie Siemens, Festo, Schneider Electric und ABB Unterstützung in der Optimierung des Energieverbrauchs für Industriekunden an. Diese Firmen leisten die Beratung in einigen Fällen als Vorstufe oder Teil eines Auftrags für energieeffiziente Ausrüstung. Das Unternehmen ABB gab an, in einigen Fällen mit Beratungsunternehmen des AMESCO-Verbands zusammenzuarbeiten.

Die Unterstützung von Unternehmenskunden bei der Schaffung eines firmenweiten Energie-Management-Systems (EMS) ist ein weiteres Geschäftsfeld von Beratungsunternehmen. Akteure wie Zitrone Energy sind in diesem Bereich bereits tätig. Im Rahmen des Programms PRONASGEn hat die CONUEE zusammen mit der GIZ ein Handbuch für die Einführung von EMS herausgegeben. Die Norm ISO 50001, die international Richtlinien über die Schaffung von EMS vorgibt, wird in Mexiko angewendet und wurde 2011 in das nationale Normensystem übernommen (als NMX-SAA-50001-ANCE-IMNC-2011).

Text: Florian Steinmeyer

17.10.2016

Energieberatung und –audits in China: Von einfach bis umfassend

Mit Energieberatung und -audits beschäftigen sich in China unterschiedliche Organisationen und Institutionen. Dazu zählen lokale Energy Conservation Centers, Energy Supervision Centers, Demand Side Management Guidance Centers, zugelassene Auditfirmen, ESCO, an Universitäten angesiedelte Energy Assessment Centers und Nichtregierungsorganisationen (NGOs). Einige Institutionen und Einrichtungen werden ausschließlich in staatlichem Auftrag tätig, beispielsweise zur Überprüfung bei Behörden eingereichter Energiebilanzen oder dokumentierter Energieeinsparungen zur Erlangung staatlicher Zuschüsse. Derartige Überprüfungen sind keine umfassenden Energieaudits. Generell ist die Qualität eines Audits stark von der Datenlage abhängig. Diese ist häufig unzureichend, so der Eindruck von Experten der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH. Daten müssten teilweise von Hand gemessen und nachgeprüft werden.

Wird ein umfassendes Audit gemäß GB/T23331 oder der internationalen ISO 50001 nicht verlangt, erscheint vielen Unternehmen der Aufwand zu groß. Dies könnte erklären, warum bis August 2016 nur 602 Zertifikate gemäß dem China National Accreditation Service for Conformity Assessment (CNAS) sowie 630 gemäß anderer Akkreditierungen erteilt wurden. Nach ISO 50001 wird vor allem bei internationalen Unternehmen auditiert. Ausgestellt werden können diese Auditzertifikate nur durch Firmen, die für EMS-Auditierung bei der Certification and Accreditation Administration of the People's Republic of China (CNCA) zugelassen sind. Im August 2016 enthielt die Datenbank der CNCA (cx.cnca.cn) landesweit 54 Unternehmen, 36 davon in Beijing.

Vielfältige Beraterlandschaft

Eine Besonderheit des chinesischen Marktes ist die boomende ESCO-Branche. Gängige von ihnen angebotene Energievertragsformen reichen von einer reinen Bezahlung ihrer Beratung, über die Teilung der Gewinne, die aus durch das ESCO (teil)investierten energieeffizienteren Maschinen oder Anlagen resultieren, bis hin zu garantierten Gewinnen. Angeboten würden dabei auch Lösungen, so Brancheninsider, die in Deutschland längst Standard bei Maschinenanschaffungen seien. Gemäß dem ESCO Committee of China Energy Conservation Association (EMCA) erwirtschafteten Ende 2015 über 5.400 ESCOs einen Produktionswert von 312,7 Mrd. Renminbi Yuan (RMB; circa 45,2 Mrd. Euro; 1 RMB = 0,144 Euro, umgerechnet zum Durchschnittskurs 2015) – ein Anstieg von 30,2% gegenüber 2011.

An den Universitäten wird das Thema Energieeffizienz im Rahmen unterschiedlicher Fächer wie Bauwirtschaft, Petrochemie, Ingenieurswissenschaften oder Umweltschutz behandelt. Eine eigenständige Ausbildung zum Energieberater fehlt. Fachkenntnisse werden daher häufig durch externe Schulungen vermittelt.

Text: Corinne Abele

17.10.2016

Geringe Anzahl an Energieaudit-Dienstleistern im finnischen Markt aktiv

Energieaudits werden in Finnland bereits seit 1994, also schon weit vor der Einführung der EU-Energieeffizienzrichtlinie, durchgeführt. Trotzdem ist die Anzahl der Dienstleister im Industriebereich verhältnismäßig klein und konzentriert sich auf große, technische Beratungsunternehmen wie AF Consult, Pöyry oder Rejlers, die über kleine Auditteams verfügen. Jetzt ist ein günstiger Zeitpunkt für den Markteinstieg. „Zu Beginn der neuen Energieeffizienzverträge 2017 bis 2025 werden viele Unternehmen mit Energieaudits starten, weil sie sich dazu verpflichtet haben. Daher ist zwischen 2017-2029 mit zahlreichen Audits zu rechnen“, sagt Hille Hyytiä, Abteilungsleiterin „ressourceneffiziente Produktion“ bei der staatlichen Agentur Motiva.

Berater müssen finnisch sprechen

Chancen für deutsche Energieaudit-Anbieter ergeben sich zum einen durch die verpflichtenden Energieaudits von Großunternehmen und die freiwilligen subventionierten Audits für Mittelständler. Durch die Subventionierung für Mittelständler wird von externen Auditoren allerdings eine Autorisierung verlangt, die nach einem dreitägigen Kurs der staatlichen Agentur Motiva im Auftrag der Energiebehörde verliehen wird und auf Finnisch durchgeführt wird. Deutsche Dienstleister von Energieaudits sollten folglich entweder mit finnischsprachigem Personal vor Ort sein oder mit einem lokalen Partner kooperieren.

Großunternehmen müssen umfangreiche Energieaudits durchführen und der finnischen Energiebehörde (Energieavirasto) einen verantwortlichen Ansprechpartner nennen, der auch diese Audits koordiniert und ihren Schwerpunkt bestimmt. Das kann auch von einem externen Dienstleister übernommen werden, der aber durch eine eintägige, ebenfalls finnischsprachige Schulung autorisiert sein muss. Für das Audit selbst können auch ausländische Dienstleister ohne finnische Auditautorisierung beauftragt werden.

Nachdem in den vergangenen Jahren vor allem externe Energieaudits durchgeführt worden sind, wird von Branchenexperten erwartet, dass Großunternehmen vor allem alternative Zertifizierungen nutzen werden. Um die gesetzliche Auditpflicht für Großunternehmen zu erfüllen, genügt statt des klassischen Energieaudits entweder die ISO 50001, die ISO 14001 in Kombination mit einem zertifizierten finnischen ETJ+ Energieeffizienzsystem (ETJ+ ist ein spezielles Zertifikat, das in Finnland entwickelt und angewendet wird) oder die Teilnahme an einem branchenweiten Energieeffizienzvertrag in Kombination mit einem unzertifizierten ETJ+. Das Energieeffizienzsystem nach ETJ+ ist mit einem abgeschwächten ISO 50001-Standard vergleichbar.

 

Ausgewählte Anbieter von Energieaudits in Finnland *)

Unternehmen

Homepage

Pöyry Oy

www.poyry.fi

AF-Consult Oy

www.afconsult.com

Elomatic Oy

www.elomatic.com

Rejlers Oy

www.rejlers.fi

Caverion Oyj

www.caverion.fi

Are Oy

www.are.fi

*) Diese Anbieter sind auch für die Energieauditkoordination in Großunternehmen qualifiziert
Quelle: Recherche Germany Trade & Invest

Text: Marc Lehnfeld

17.10.2016

In Deutschland besteht für Großunternehmen Auditpflicht

Aufgrund einer Novelle des Energiedienstleistungsgesetzes, das die Energieeffizienzrichtlinie der EU in nationales Recht überführt hatte, sind in Deutschland große Unternehmen seit dem 5.12.15 verpflichtet, in regelmäßigen Abständen ein Energieaudit gemäß der Norm DIN EN 16247-1 durchzuführen. KMU im Sinne des europäischen Rechts sowie Firmen im Besitz eines Zertifikats nach ISO 50001 oder EMAS (Umweltmanagementsystem) waren von der genannten Pflicht befreit. Gleiches trifft auch auf solche Unternehmen zu, die erste Schritte zur Einführung eines der beiden Managementsysteme unternommen haben.

Wie der Berater Ispex Energie mitteilte, beteiligten sich an jener erstmals durchgeführten Runde schätzungsweise 100.000 Firmen. Jedoch stand aufgrund des relativ spät beendeten Gesetzgebungsverfahrens nur eine unzureichende Anzahl von Auditoren zur Verfügung. Wie weiter verlautete, hat die BAFA im Verlauf von 2016 mit der stichprobenmäßigen Überprüfung der auditpflichtigen Betriebe begonnen.

Neues Berufsbild Energieberater

Um vom BAFA als Auditor anerkannt zu werden, muss ein Energieberater eine Berufserfahrung von mindestens drei Jahren nachweisen. Ferner setzt die Tätigkeit den Abschluss eines Hochschul- oder Fachhochschulstudiums der Ingenieur- oder Naturwissenschaften in einer der folgenden Bereiche voraus: Energietechnik, Energieerzeugung, Elektrotechnik, Verfahrenstechnik, Verbrennungstechnik, Umwelttechnik, technische Gebäudeausrüstung, Versorgungstechnik, Bauingenieurwesen, Physik, Maschinen- oder Elektromaschinenbau voraus. Alternativ können sich auch staatlich geprüfte Techniker und Meister unter anderem in den folgenden Bereichen betätigen: Heizungs-, Lüftungs-, Klima-, Kältesystem-, Metall-, Umwelt-, Bau-, Maschinenbau- oder Physiktechnik.

Im Bereich der Energieeffizienzauditoren verfügt das BAFA über eine Liste von 3.343 geprüften Personen mit den dazugehörigen Firmen (Stand: September 2016). Im Rahmen des Programms Energieberatung für KMU lassen sich auf den Webseiten des BAFA in Deutschland 13.691 Energieeffizienz-Experten aufspüren. Ferner enthielt zum gleichen Zeitpunkt die Datenbank der Deutschen Akkreditierungsstelle 55 Organisationen, die eine Konformität mit ISO 50.001 bescheinigten. Energieberater ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Entsprechend fehlen vielfach die Qualitätskriterien, was laut Kritikern gelegentlich schwarzen Schafen den Zugang zu einem lukrativen Berufsfeld verschafft.

Text: Siegfried Ellermann

17.10.2016

In Ägypten befindet sich Energieaudit noch im Anfangsstadium

Energieaudits und -beratung finden in Ägypten statt, allerdings nicht auf der koordinierten Basis einer einzelnen Richtlinie. Die meisten Aktivitäten basieren auf dem Standard ISO 50001. Einzelne Initiativen für eine energieeeffizientere Produktion entstanden bereits in den 1990er Jahren, setzten sich aber nicht systematisch und flächendeckend durch. Aus Deutschland engagieren sich das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit und die Kreditanstalt für Wiederaufbau für mehr Energieeffizienz in Ägypten.

Tendenziell nehmen eher große als kleine und eher international als lokal ausgerichtete Unternehmen Beratungs- und Auditierungsleistungen in Anspruch. Kleinunternehmen sind aus personellen und finanziellen Kapazitätsgründen oft zurückhaltend. Größere Unternehmen können leichter aufwendige und dauerhafte Programme in ihre Abläufe integrieren.

Energieeffizienz hat noch zu selten Priorität bei Banken und Industrie

Häufig verfügen Industriebetriebe nicht über detaillierte Daten zu ihrem Energieverbrauch, was zeitaufwendige Analysen erforderlich machen kann. Da Energieeffizienz nicht direkt greifbar ist und sich erst nachgelagert in einem niedrigeren Ressourcenverbrauch niederschlägt, sind manche Unternehmen nur schwer zu dieser Art von Investitionen zu motivieren.

Ein Engpassfaktor ist die Finanzierung von Investitionen über lokale Banken, zu deren Prioritäten Energieeffizienz bislang nicht gehört. Manche Analysen der Energiesituation von Unternehmen sind sehr ausführlich. Damit eignen sie sich weniger dazu, den Sinn geplanter Investitionen knapp und schlüssig zu dokumentieren. Bei einigen Banken zeichnet sich jedoch ein Sinneswandel ab und sie schulen Mitarbeiter zum Thema Energieeffizienz.

Berater von sehr unterschiedlicher Qualität

Energieberatungen führen international bekannte Unternehmen ebenso durch wie die Organisationen IMC und ENCPC des Industrieministeriums. Hinzu kommen viele weitere Anbieter mit höchst unterschiedlicher Qualifikation und technischer Ausrüstung. Das liegt auch daran, dass das Berufsbild Energieberater in Ägypten noch im Entstehen begriffen ist und keine einheitlichen Standards existieren. Bedarf besteht an der Schulung von Energieberatern und an Fachkräften, die Lösungen implementieren und warten können. Elektriker, Installateure und Techniker werden gebraucht - doch auch für diese existiert kein festes Ausbildungssystem.

Zentrale Verzeichnisse über Energieberater existieren in Ägypten nicht. Einige Anbieter von Zertifizierungen sind SGS Egypt, TÜV Nord Egypt und TÜV Rheinland Egypt und URS Egypt.

Text: Oliver Idem

17.10.2016

Pflicht eines Energiemanagements für energieintensive Firmen in der Türkei

Wegen des hohen Nachholbedarfs in puncto Energieeffizienz benötigen viele türkische Industriebetriebe intensive Beratung für die Erstellung von Energieaudits und ein wirksames Energiemanagement. Nach geltendem Recht müssen Industrieunternehmen mit über 1.000 toe Primärenergieverbrauch und organisierte Gewerbegebiete (Organize Sanayi Bölgesi- ISO) mit mehr als 50 Betrieben ein Energiemanagement nachweisen. Beratungsdienste und Expertise für die Ausarbeitung von Checklisten für detaillierte Energieaudits und für die Durchführung von Anwenderschulungen werden auch im Rahmen von UN-Projekten in der Türkei benötigt. Solche Projekte, zum Beispiel des UNDP (United Nations Development Programme), werden in der Regel öffentlich ausgeschrieben.

Strenge Auflagen an Energieberater

Die Lizenzierung für die Energieeffizienzberatung unterliegt in der Türkei einer strengen Prozedur. Unternehmen, die solche Dienste anbieten wollen, müssen bei der YEGM einen Antrag auf Zulassung stellen. Bei der Vergabe der Beratungslizenzen wird nach Industriebetrieben und Gebäuden differenziert. Es besteht die Möglichkeit, dass ein Unternehmen für beide Zielgruppen gleichzeitig zugelassen wird.

Nach Angaben der YEGM waren Mitte 2016 insgesamt 41 Energieeffizienz-Beratungsunternehmen zugelassen, davon 14 für Industriebetriebe und 36 für Gebäude. Neun Unternehmen waren in beiden Bereichen gleichzeitig zugelassen. Alle lizenzierten Firmen sind auf der Internetseite von YEGM aufgelistet.

Text: Necip C. Bagoglu

17.10.2016

Rund 5.000 französische Großunternehmen von Auditpflicht betroffen

Die Energieeffizienzrichtlinie 2012/27/EU vom 25.10.12 verpflichtet die Mitgliedstaaten der Europäischen Union, bis zum 5.12.15 die obligatorische Durchführung von Energieaudits in größeren Unternehmen in lokales Recht umzusetzen. Mit dem Erlass der entsprechenden Durchführungsverordnung sind in Frankreich 2014 die Bedingungen für die rund 5.000 betroffenen Unternehmen mit über 250 Beschäftigten beziehungsweise 50 Mio. Euro Jahresumsatz sowie einer Bilanzsumme von mindestens 43 Mio. Euro festgesetzt worden.

Die Form des Audits wird durch die Norm EN 16247-1 geregelt. Es besteht demnach aus drei Teilen, einer Vorstudie, einer detaillierten Analyse und konkreten Handlungen zur Verbesserung der Energieeffizienz des Unternehmens. Grundsätzlich sollen mindestens 80% der im Unternehmen verwendeten Energie in die Untersuchung einbezogen werden. Weitere Teile der Normung beschreiben das genaue Verfahren für Gebäude (EN 16247-2), industrielle Prozesse (EN 16247-3) und Transporte (EN 16247-4).

Ein letzter Teil (EN 16247-5) regelt die Anforderungen an die Kompetenzen des Auditors. Dieser kann ein externer Experte sein (hier gilt die Norm NF X 50-091) oder aber auch ein entsprechend qualifizierter Mitarbeiter des Unternehmens, der allerdings nicht in dem untersuchten Betriebsbereich tätig sein darf. Um im Bereich Gebäude eine Förderung von Ademe zu erhalten, muss der durchführende Experte seit dem 1.1.15 nach den Regeln RGE (Reconnu Garant de l'Environnement) qualifiziert sein.

Ganz ausgenommen von der Verpflichtung zur Durchführung des Energieaudits sind Unternehmen, die ein nach der ISO-Norm 50001 zertifiziertes Energiemanagement eingeführt haben. Energieaudits, die gemäß den Anforderungen der ISO-Norm 14001 durchgeführt werden, gelten als mit den aktuellen Bestimmungen konform.

Bei der französischen Umweltagentur Ademe wurde ein Informationsportal eingerichtet, das Informationen zum Verfahren und Ansprechpartner für Nachfragen bereithält.

Text: Marcus Knupp

Suche verfeinern

Länder

Funktionen