Energieeffizienz in der Produktion in der VR China

Chinas energiehungrige Industrie soll effizienter werden

Der weltweit größte Energieverbraucher China treibt die Energieeffizienz im Industriesektor voran. Der Bedarf ist gewaltig. Der Staat erhöht den regulatorischen Druck und gewährt Zuschüsse für Modernisierungsmaßnahmen. Im Visier stehen energieintensive Industriebereiche wie die Branchen Stahl, Chemie, Zement oder Metallurgie. Gepflückt werden bislang vor allem "niedrig hängende Früchte". Umfassende Retrofit-Maßnahmen sowie automatisierte Steuerungs- und Kontrolllösungen stehen am Anfang.

17.10.2016

China setzt sich ehrgeizige Ziele bei der Energieeffizienz bis 2030

Mit einem Anteil von 23% liegt Chinas Energieverbrauch weltweit an der Spitze. Jedes Jahr kommen neue Kraftwerkskapazitäten hinzu. Das China National Petroleum Corp. Economics & Technology Research Institute prognostiziert, dass China im Jahr 2035 seinen größten Energieverbrauch mit 3,75 Mrd. toe (tonne of oil equivalent) haben wird. Dabei sollen konventionelle Energieträger bereits 2030 mit 2,93 Mrd. toe den höchsten Stand erreichen.

Energiepolitische Ziele Chinas

Land

2010

2020

2030

Energieintensität der Wirtschaft ( in tce - tonnes of coal equivalent - pro Einwohner)

2,7

3,5

3,9

Senkung des Energieverbrauchs pro BIP-Einheit

-19% 1)

-15% 2)

k.A.

Primärenergieverbrauch (in Mrd. tce)

k.A.

4,8

5,3

Anteil nichtfossiler Energieträger am Primärenergieverbrauch

8,6%

15%

20%

1) gegenüber 2005; 2) gegenüber 2015
Quelle: 11., 12. und 13. Fünfjahresprogramm der Volksrepublik China

Vor dem Pariser Klimagipfel Ende 2015 verkündete China, seine CO2-Intensität bis 2030 um 60 bis 65% im Vergleich zu 2005 zu senken. Der Ausbau der alternativen Energieträger sowie die Steigerung der Energieeffizienz in der Wirtschaft sind dafür unumgänglich. Unter anderem soll der Anteil alternativer Energien am industriellen Energieverbrauch von derzeit 12 auf 15% bis 2020 steigen und der Energieverbrauch pro industrieller Wertschöpfungseinheit in Unternehmen mit über 20 Mio. Jahresumsatz um 18% im Vergleich zu 2015 sinken.

Im Fokus stehen nach wie vor die sechs größten industriellen Energieverbraucher: Petrochemie, Chemie, nichtmetallische Mineralprodukte, Eisenmetalle sowie Nichteisenmetalle (Schmelzerei, Gießerei und Walzwerkprodukte) und Energieerzeugung. Auf sie entfielen 2014 knapp 57% des industriellen Energieverbrauchs bei einem Wertschöpfungsanteil von rund 28%.

Ausgewählte Energieeffizienzziele des 12. und 13. Fünfjahresprogramms (2011 bis 2015; 2016 bis 2020)

Land

2010

2015

2015

2020

 

Real

Ziel

real

Ziel

Senkung des Energieverbrauchs pro Einheit industrielle Wertschöpfung 1)

k.A.

-21%

k.A.

-18%

Stahl ( in kgce - kilogram of coal equivalent/t)

605

580

572

560

Zement (kgce/t)

115

112

112

105

Elektrolytisch hergestelltes Aluminium (in MWh/t)

14.013

13.300

13.350

13.200

Ethylen (in kgce/t)

886

857

816

790

Synthetisches Ammoniak (in kgce/t)

1402

1350

1331

1300

Papier und Karton (in kgce/t)

680

530

530

480

1) bei Unternehmen mit einem Mindestjahresumsatz von 20 Mio. Renminbi Yuan (RMB; circa 2,9 Mio. Euro; 1 RMB = 0,144 Euro, umgerechnet zum Durchschnittskurs 2015)
Quellen: Mittelung des MEP über im Rahmen des 12. Fünfjahresprogramms geplante Energieeinsparung und Emissionsminderung; Mitteilung des MIIT über die Planung der industriellen grünen Entwicklung (2016-2020)

Text: Corinne Abele

17.10.2016

Chinas Industrie verbraucht drei Viertel der Energie des Landes

Rund 70% des jährlichen Energieverbrauchs entfielen in der Volksrepublik 2014 auf die Industrie. Zum Vergleich: Im industriestarken Deutschland lag der Anteil im gleichen Jahr bei 29%. Trotz kontinuierlicher Verbesserung arbeitet Chinas Wirtschaft erheblich energieintensiver als die anderen Industrieländer. Insgesamt sind zehn Industriebranchen für mehr als vier Fünftel des industriellen Energieverbrauchs verantwortlich.

Energieverbrauch ausgewählter energieintensiver Produkte in China und Japan 2014 (in kgce/t)

 

Stahl

Aluminium 1)

Zement

Ethylen

Synthetischer Ammoniak

Papier u. Karton

China

654

13.596 3)

124

860

1.540

1.050

Japan

614 2)

12.900 3)

119 4)

629

990

583 2)

1) elektrolytisch hergestelltes Aluminium; 2) 2011; 3) in kWh/t; 4) 2012
Quelle: China Energy Statistical Yearbook 2015

Die Energiesparpotenziale sind gewaltig, gerade in den energieintensiven Branchen. Deren wichtige Industriestandards hat die Regierung in den vergangenen Jahren zu einem großen Teil erneuert und deutlich verschärft. Werden diese nicht eingehalten, können auf Grundlage des Energy Conservation Law Betriebsgenehmigungen verweigert werden.

Chinas Strompreise sind nach wie vor subventioniert und differenziert: nach Regionen, nach Privathaushalten und Industrie, nach verschiedenen Branchen, nach Groß- und Kleinunternehmen, nach Nutzungszeiten. Energieintensive Industrien erhalten in der Regel im Rahmen einer Quote billigeren Strom; bei Überschreitung steigt der Preis deutlich.

Festgelegt werden die Strompreise von der National Development and Reform Commission (NDRC) beziehungsweise von den Development and Reform Commissions (DRCs) auf Provinzebene. In Peking lagen die Strompreise für die Industrie (Stand: Januar 2016) zwischen 0,35 Renminbi Yuan (RMB; circa 0,05 Euro; 1 RMB = 0,140 Euro, umgerechnet zum Durchschnittskurs Januar 2016) pro kWh und 1,53 RMB/kWh, in Shanghai zwischen 0,27 RMB/KWh und 1,22 RMB/KWh (Stand: Juni 2016). Eine Reform des Strommarktes ist seit langem in der Diskussion. Ob sie 2017 tatsächlich kommt, bleibt abzuwarten. Im Rahmen von als Piloten eingerichteten 20 Handelsplattformen können seit Ende 2015 Stromproduzenten und Großabnehmer direkt miteinander verhandeln.

Chinas Top-10 Branchen mit dem größten Energieverbrauch 2014 (basierend auf Verbrauch in tce)

 

Anteil am Produktionswert Gesamtindustrie 2010 (in %)

Anteil am Energie-verbrauch der Industrie 2010 (in %)

Anteil am Energie-verbrauch der Industrie 2014 (in %)

Eisenmetall (Schmelzerei, Gießerei und Walzwerksprodukte)

7,42

25,60

23,45

Chemikalien und chemische Erzeugnisse

6,86

10,20

16,07

Nicht-metallische Mineralprodukte

4,59

12,44

12,38

Wärme- und Stromerzeugung

5,80

8,22

8,68

Erdölverarbeitung, Kokerei

4,19

6,84

6,84

Nichteisenmetall (Schmelzerei, Gießerei und Walzwerksprodukte)

4,03

5,21

5,92

Kohlebergbau

3,16

4,76

4,42

Textilindustrie

4,08

2,67

2,35

Metallwaren

2,88

1,46

1,63

Öl- und Gasförderung

1,42

1,53

1,44

Gesamt

43,01

77,40

81,74

Quelle: National Statistical Yearbook of China 2015, China Energy Statistical Yearbook 2015

Text: Corinne Abele

17.10.2016

China bietet starke Anreize für mehr Energieeffizienz der Produktion

Der Staat treibt das Thema Energieeffizienz in China voran: Er setzt den rechtlichen Rahmen und gibt sowohl auf nationaler wie regionaler Ebene erhebliche Zuschüsse. Seit 2007 wurden allein von der NDRC und dem Finanzministerium (MoF) Direktsubventionen für Energieeinsparungen von 200 bis 250 Renminbi Yuan (RMB; circa 28,9 bis 36,1 Euro; 1 RMB = 0,144 Euro, umgerechnet zum Durchschnittskurs 2015) pro eingesparter tce gewährt. Inzwischen dürften Brancheninsidern zufolge regionale Zuschüsse die wichtigere Rolle spielen. So bezuschusste Shanghai 2015 ausgewählte Energieeffizienzmaßnahmen in Unternehmen mit knapp 24,5 Mio. RMB.

Zumindest einige regionale Zuschüsse werden auch 2016 gewährt, während nationale Direktsubventionen eingestellt zu sein scheinen. Ob sie mit Umsetzung des neuen Fünfjahresprogramms wieder aufgenommen werden, bleibt abzuwarten. Ebenfalls werden verschiedene Steuervergünstigungen und Abschreibungsmöglichkeiten gewährt. So ist seit 2008 für die Anschaffung energieeffizienter Maschinen im ersten Jahr (längstens innerhalb der ersten fünf Jahre) eine Abschreibung von 10% von der Körperschaftsteuer möglich.

Die jüngste temporär gültige Regelung des MoF vom Mai 2015 führt verschiedene künftig zuschussfähige Bereiche auf, ohne weitere Details zu nennen. Die Durchführung von Audits wird national nicht bezuschusst, höchstens auf regionaler Ebene.

Steuererleichterungen für Energiedienstleister

Qualifizierte Energieeinsparungs-Dienstleistungsfirmen (ESCO) können ebenfalls für jede im Rahmen von Energy Performance Contracting (EPC) eingesparte tce Zuschüsse erhalten. Darüber hinaus sind ESCO unter bestimmten Bedingungen unter anderem für die ersten drei Gewinnjahre von der Körperschaftsteuer befreit und im darauf folgenden Jahr noch zu 50%. Gemäß der China ESCO Industry Association (EMCA) erhielten rund 500 ESCOs 2014 Steuererleichterungen in Höhe von etwa 1 Mrd. RMB gewährt.

Projekte, in denen fossile Energieträger durch Strom aus beispielsweise auf dem Produktionsgelände installierten Solar- oder Windkraftanlagen ersetzt werden, profitieren von der seit März 2016 garantierten Netzeinspeisung für dezentral erzeugten Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Zwar sind noch einige Umsetzungsfragen offen, dennoch dürfte dies die Entstehung von Micro-Grids beispielsweise in Industrieparks ermöglichen.

Die Exportinitiative Energie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie unterstützt deutsche Anbieter nachhaltiger Energielösungen aus den Bereichen Energieeffizienz oder erneuerbare Energien, intelligente Netze und Speicher auf dem Weg in neue Auslandsmärkte.

Text: Corinne Abele

17.10.2016

Energieberatung und –audits in China: Von einfach bis umfassend

Mit Energieberatung und -audits beschäftigen sich in China unterschiedliche Organisationen und Institutionen. Dazu zählen lokale Energy Conservation Centers, Energy Supervision Centers, Demand Side Management Guidance Centers, zugelassene Auditfirmen, ESCO, an Universitäten angesiedelte Energy Assessment Centers und Nichtregierungsorganisationen (NGOs). Einige Institutionen und Einrichtungen werden ausschließlich in staatlichem Auftrag tätig, beispielsweise zur Überprüfung bei Behörden eingereichter Energiebilanzen oder dokumentierter Energieeinsparungen zur Erlangung staatlicher Zuschüsse. Derartige Überprüfungen sind keine umfassenden Energieaudits. Generell ist die Qualität eines Audits stark von der Datenlage abhängig. Diese ist häufig unzureichend, so der Eindruck von Experten der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH. Daten müssten teilweise von Hand gemessen und nachgeprüft werden.

Wird ein umfassendes Audit gemäß GB/T23331 oder der internationalen ISO 50001 nicht verlangt, erscheint vielen Unternehmen der Aufwand zu groß. Dies könnte erklären, warum bis August 2016 nur 602 Zertifikate gemäß dem China National Accreditation Service for Conformity Assessment (CNAS) sowie 630 gemäß anderer Akkreditierungen erteilt wurden. Nach ISO 50001 wird vor allem bei internationalen Unternehmen auditiert. Ausgestellt werden können diese Auditzertifikate nur durch Firmen, die für EMS-Auditierung bei der Certification and Accreditation Administration of the People's Republic of China (CNCA) zugelassen sind. Im August 2016 enthielt die Datenbank der CNCA (cx.cnca.cn) landesweit 54 Unternehmen, 36 davon in Beijing.

Vielfältige Beraterlandschaft

Eine Besonderheit des chinesischen Marktes ist die boomende ESCO-Branche. Gängige von ihnen angebotene Energievertragsformen reichen von einer reinen Bezahlung ihrer Beratung, über die Teilung der Gewinne, die aus durch das ESCO (teil)investierten energieeffizienteren Maschinen oder Anlagen resultieren, bis hin zu garantierten Gewinnen. Angeboten würden dabei auch Lösungen, so Brancheninsider, die in Deutschland längst Standard bei Maschinenanschaffungen seien. Gemäß dem ESCO Committee of China Energy Conservation Association (EMCA) erwirtschafteten Ende 2015 über 5.400 ESCOs einen Produktionswert von 312,7 Mrd. Renminbi Yuan (RMB; circa 45,2 Mrd. Euro; 1 RMB = 0,144 Euro, umgerechnet zum Durchschnittskurs 2015) – ein Anstieg von 30,2% gegenüber 2011.

An den Universitäten wird das Thema Energieeffizienz im Rahmen unterschiedlicher Fächer wie Bauwirtschaft, Petrochemie, Ingenieurswissenschaften oder Umweltschutz behandelt. Eine eigenständige Ausbildung zum Energieberater fehlt. Fachkenntnisse werden daher häufig durch externe Schulungen vermittelt.

Text: Corinne Abele

17.10.2016

Energieaudits finden meist in Chinas energieintensiven Branchen statt

Umfassende Energieaudits waren bislang nur für Firmen im Rahmen des „1.000-Unternehmen-Programms“ aus dem Jahr 2006 verpflichtend. Innerhalb des „10.000-Unternehmen-Programms“ von Ende 2011 sind rund 17.000 Firmen dazu angehalten. Erstmals sehen nun die „Measures for Cleaner Production“ vom Mai 2016 verbindliche Audits für Unternehmen mit hohem Energieverbrauch vor. Dabei sollen die Ursachen des Energieverbrauchs bestimmt sowie technisch und umweltverträgliche Energiesparmaßnahmen entwickelt und implementiert werden. Gemäß dem „Plan für Energieaudits 2016“ des Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) vom März 2016 stehen 2016 die Bereiche Stahl, Chemie, elektrolytische Aluminiumherstellung, Zement, Flachglas, Keramik, Acetylen und Eisenlegierung für die Durchführung von Energieaudits im Fokus. Die meisten Audits, Modernisierungs- und Retrofit-Maßnahmen größeren Umfangs wurden und werden daher in den energieintensiven Branchen durchgeführt.

Regionale Behörden drängen Schwerpunktindustrien zu Maßnahmen

In Shanghai werden Projekte in diesen Segmenten, aber auch im Automobilbau, in der Halbleiterindustrie oder in der Textilindustrie umgesetzt. Häufig drängen die Behörden vor allem in den jeweiligen Schwerpunktindustrien ihrer Region auf Energieeinsparmaßnahmen. Zu bereits realisierten größeren Projekten zählen in Shanghai beispielsweise die Gewinnung von Abgasrestwärme bei Hochöfen sowie Effizienzsteigerungen der Stromversorgung innerhalb der Baosteel Gruppe. Allein für insgesamt vier Projekte zur Einsparung von 39.000 tce jährlich erhielt die Gruppe 2015 knapp 3,5 Mio. Renminbi Yuan (RMB; circa 0,5 Mio. Euro; 1 RMB = 0,144 Euro, umgerechnet zum Durchschnittskurs 2015) - Gelder der Stadtregierung. Auch internationale Firmen können für Maßnahmen Zuschüsse in Anspruch nehmen.

Angehalten und gefördert durch den Staat ersetzen derzeit viele Unternehmen Motoren, Industriekessel, Kompressoren, Klimaanlagen oder Beleuchtungen durch energiegünstigere Lösungen. Auch in den Bereichen Heizung, Ventilation, Klimaanlagen und konventionelle Beleuchtung sind nach wie vor hohe Energieeinsparungsmöglichkeiten enthalten. Längst seien diese Potenziale in China noch nicht ausgeschöpft, erklärt Volkmar Hasse, Direktor des Low Carbon Urban Development-Programms der GIZ.

Internationale Firmen verfolgen auch in China ihre unternehmenseigenen Energieeffizienzziele. An ihren Standorten in Nanjing und Chongqing setzt beispielsweise die BASF auf erprobte Verbundkonzepte, industrielle Symbiosen und Kraft-Wärme-Kopplung. VW baut derzeit in seinem neuen Werk in Ningbo den weltweit größten Solar-Carport. Nach Fertigstellung soll er eine Kapazität von 50 MW erreichen und damit an Sonnentagen rund die Hälfte des vom Werk benötigten Stroms liefern.

Text: Corinne Abele

17.10.2016

Komplexe Lösungen „made in Germany“ in China am Anfang

Chinas Unternehmen können sich bei der Anschaffung neuer energieeffizienter Technologien und Maschinen an staatlicherseits veröffentlichten Katalogen geeigneter Lösungen orientieren. Von deutschen Anbietern wiederum sollten die Listen als Bedarfsindikatoren gelesen werden. Ende 2015 veröffentlichte die NDRC einen Katalog mit 266 Produkten und Anlagen; das Ministerium MIIT gibt bereits seit 2012 Kataloge für energieeffiziente Lösungen in insgesamt elf Schwerpunktindustrien heraus (Stahl, Petrochemie, Nichteisen-Metalle, Baumaterialien, Automobilbau, Leichtindustrie, Textil, Elektronik- und Informationstechnologie, Maschinen und Anlagen, Schiffsbau und Pharmazie). Der jüngste Katalog in Chinesisch ist am 24.8.16 für die Kommunikationsindustrie erschienen.

Häufig liegt der Wirkungsgrad von Pumpen, Motoren, Kompressoren sowie anderer Komponenten und Anlagen deutscher Anbieter deutlich über dem inländischer Konkurrenzprodukte; allerdings sind sie auch entsprechend teurer. Für im Rahmen von EPC umgesetzten Energieeffizienzprojekten achten ESCO jedoch auf kurze Amortisationszeiten und greifen häufig zu billigeren Produkten heimischer Anbieter. Aber auch internationale Produzenten nutzen das EPC-Modell für den Vertrieb ihrer Anlagen. Relativ erfolgreich tun dies chinesischen Pressemeldungen zufolge Schneider Electrics SA, Johnson Controls Inc, Honeywell International Inc oder Siemens.

Erklärungsbedarf noch sehr hoch

Generell sei der Erklärungsbedarf für Energieeffizienzlösungen hoch und das Verständnis für nachhaltige energieeffiziente Lösungen in vielen Chefetagen immer noch gering, so ist sowohl aus der deutschen Beratungsbranche als auch von Technologieanbietern zu hören. Unmittelbar zu spüren sei dies beispielsweise, wenn es um komplexe Automatisierungslösungen gehe. Energieeffizienzaspekte blieben häufig auf der Strecke. Ebenfalls scheinen gerade chinesische Kunden cloudbasierten Lösungen großes Misstrauen entgegenzubringen.

Erst allmählich werden verpflichtende Minimum Energy Performance Standards (MEPS) in China auch auf (wenige) Industriemaschinen ausgedehnt. Seit 2005 unterliegen ausgewählte Elektrogeräte (seit 2012 auch einige Niedrigspannungsmotoren) der Kennzeichnungspflicht mit dem China Energy Label (CEL). Auf der jüngsten Liste vom Juli 2016 stehen jedoch immer noch nur 35 Produktgruppen.

Prinzipiell ist der Auditbereich ausländischen Anbietern nicht untersagt. Dennoch sind nur wenige für EMS-Audits in China zugelassen. Zu ihnen zählen SGS (Schweiz), TÜV Rheinland (Deutschland), Bureau Veritas (Frankreich), BSI (Vereinigtes Königreich), Lloyd´s Register (Vereinigtes Königreich) und DNV GL (Norwegen). Die von ihnen angebotene Auditierung erfolgt in der Regel gemäß dem internationalen Standard ISO 500001, häufig im Auftrag internationaler Firmen. Neue Geschäftschancen für Auditierung und Energieberatung könnten sich künftig durch das zum 1.1.17 landesweit anlaufende Emissionshandelssystem ergeben.

Im Rahmen der chinesisch-deutschen Energiepartnerschaft unterstützt und begleitet die GIZ im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie den bilateralen Energiedialog zum Thema Energieeffizienz durch Workshops und Veranstaltungen. Sie stehen interessierten deutschen Unternehmen offen (Ansprechpartner in China: paul.recknagel@giz.de; in Deutschland: karin.franzen@giz.de).

Text: Corinne Abele

17.10.2016

China: Gesetzliche Grundlagen

Das Energy Conservation Law, das in seiner überarbeiteten Fassung 2008 in Kraft getreten und im Juli 2016 geringfügig modifiziert wurde, legt das Fundament für die Förderung energiesparender industrieller Aktivitäten. Danach gelten für Unternehmen verpflichtende Energiesparstandards, deren Nichteinhaltung dazu führt, dass die Betriebsgenehmigung zu verweigern ist. Insbesondere Unternehmen mit hohem Energieverbrauch unterliegen Verbrauchsquoten. Zudem schafft das Gesetz die Grundlage für das Verbot von nicht mehr dem Stand der Technik entsprechenden, mit hohem Energieverbrauch erzeugten Produkten oder der Verwendung veralteter, energiefressender Technologien.

Speziell für Produktionsunternehmen zeigt das Law on Cleaner Production, erlassen 2007 und 2012 umfassend überarbeitet, wesentliche Energieeffizienzgrundsätze auf. Aufgrund mangelnder Strafandrohungen, galt es jedoch lange als "zahnloser Tiger". So verpflichtet das Gesetz Unternehmen, produktionsbezogene Verbrauchswerte zu erfassen. Falls die gesetzlich oder untergesetzlich vorgegebenen Richtwerte überschritten werden, haben Unternehmen Prozesse und Ausrüstung mit geringen Effizienzgraden zu modernisieren oder zu ersetzen.

Ergänzt wird das Gesetz durch eine Vielzahl zentraler sowie lokaler Umsetzungsregelungen. Eine dieser Umsetzungsregelungen sind die "Measures for Cleaner Production" vom Mai 2016. Die Richtlinien sehen ein "Cleaner Production Audit" vor, das für Produktionsunternehmen mit hohem Energieverbrauch verbindlich ist. Im Rahmen des Audits werden die Ursachen des Energieverbrauchs bestimmt, ein Ziel formuliert sowie wirtschaftlich, technisch und umweltverträgliche Maßnahmen entwickelt und implementiert, um eine Verbrauchsreduzierung und energieeffiziente Produktion zu fördern.

Text: Frauke Schmitz-Bauerdick

17.10.2016

China: Wichtige Messen und Internetadressen

 

Messen/Institutionen

 

China International Energy Saving Emission Reduction Exhibition (Beijing)

http://www.chinaexhibition.com/Official_Site/11-6012-The_7th_China_International_Energy_Saving_Emission_Reduction_Exhibition_2015.htmlwww.sinojnjp.cn/8/;

China International Energy Forum and Exhibition (China Energy Tech) (Beijing)

http://energy-tech.com.cn

China International Environmental Protection Exhibition and Conference (CIEPEC) Beijing

www.chinaenvironment.org/en.htm

IE Expo (Shanghai),

IE Expo (Guangzhou)

www.ie-expo.com und http://gz.ie-expo.com

National Development and Reform Commission (NDRC)

www.ndrc.gov.cn

Ministry of Industry and Information Technology (MIIT)

www.miit.gov.cn

Ministry of Environmental Protection (MEP)

www.mep.gov.cn

National Energy Conservation Center (NECC)

www.chinanecc.cn

Certification and Accreditation Administration of the People's Republic of China (CNCA)

www.cnca.gov.cn

China Energy Conservation Association

http://oa.cecaweb.org.cn/ceca_portal/

ESCO Committee of China Energy Conservation Association

www.emca.cn

Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

www.giz.de/de/weltweit/32698.html

Deutsche Energie-Agentur (DENA)

www.dena.de/internationales/china.html

Deutsche Auslandshandelskammer in China (AHK Greater China)

www.china.ahk.de

Econet China unter dem Dach der AHK Greater China

www.econet-china.com; monatlicher Newsletter in Englisch unter: http://www.econet-china.com/index.php?id=econet_newsletter_en

Text: Corinne Abele

Suche verfeinern

Trends

Funktionen