Energieeffizienz-Ziele

Ländervergleich Energieeffizienz-Ziele

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17.10.2016

Bis 2020 will Belgien 17,8% Energie einsparen

Belgien hat 2014 einen dritten Nationalen Energieeffizienz-Aktionsplan (NEEAP) vorgelegt, der die Version von 2011 ersetzt. Demnach soll der landesweite Endenergieverbrauch 2020 durch Effizienzsteigerungen um 17,8% geringer ausfallen als ohne diese Maßnahmen, wobei 2007 das Ausgangsjahr der Projektionen ist. Somit sollen 7,1 Mio. t Rohöleinheiten (toe) eingespart werden, davon 1,5 Mio. toe durch freiwillige Vereinbarungen der Industrie. Einen niedrigeren Energieverbrauch benötigt Belgien schon wegen seines Importdefizits bei Energie. Dieses hat 2014 etwa 47,1 Mio. toe oder 88,2% des Bruttoinlandsverbrauchs erreicht. Das Problem verstärkt der geplante Atomausstieg. Belgiens Nuklearmeiler sollen 2025 vom Netz gehen, haben aber 2014 noch 45,7% des landesweit erzeugten Stroms bereitgestellt. Daher hat Belgien die Laufzeit auch alter Reaktoren trotz erheblicher Pannen von ursprünglich 2012 beziehungsweise 2015 auf 2025 verlängert.

Belgien gliedert sich in drei autonome Regionen, die auch für die Formulierung und Erreichung der Energieeffizienzziele verantwortlich sind. Hierbei handelt es sich um das niederländischsprachige Flandern, das frankophone Wallonien und die bilinguale Hauptstadtregion Brüssel. Alle drei Regionen haben 2014 ebenfalls ihre dritten Energieeffizienz-Aktionspläne vorgelegt. Demnach will Flandern 2020 einen um 19,1% geringeren Energieendverbrauch erreichen. Brüssel hat sich eine Verbesserung um 19,0% zum Ziel gesetzt und Wallonien von 12,9%. Auf nationaler Ebene besteht eine Arbeitsgruppe zwischen dem Föderalstaat und den Regionen zu Energiefragen, die unter anderem regionale Maßnahmen und überregionale Vorhaben abstimmt und auch belgische Positionen gegenüber Dritten - etwa der Europäischen Kommission - vorbereitet.

Industrie muss ihren Energieverbrauch stärker drosseln als Haushalte

Im Jahr 2012 hat sich Belgiens Endenergieverbrauch auf 36,6 Mio. toe summiert. Daran hatte die Industrie mit 10,9 Mio. toe einen größeren Anteil als Haushalte, der Verkehr oder der Dienstleistungssektor. Der Gesamtenergiebedarf soll bis 2020 laut NEEAP um 4,4% sinken. Dabei soll die Industrie ihren Verbrauch um 18,1% und damit stärker als andere Sektoren reduzieren. Diese Kennwerte zu Belgiens NEEAP hat das Föderale Planungsbüro auf Grundlage der drei regionalen Aktionspläne ausgearbeitet.

Strategische Ziele

Belgien

2012

2020

Veränderung 2020/2012 (in %)

Primärenergieverbrauch (in Mio. toe)

48,7

49,3

1,2

Endenergieverbrauch (in Mio. toe), darunter

36,6

35,0

-4,4

.in der Industrie

13,3

10,9

-18,1

.im Verkehr

9,8

9,8

0,0

.von Haushalten

7,4

8,6

16,2

.von Dienstleistern, Landwirtschaft

6,0

5,6

-6,7

Quellen: Föderales Planungsbüro, 3. Nationaler Energieeffizienz-Aktionsplan

Text: Torsten Pauly

17.10.2016

China setzt sich ehrgeizige Ziele bei der Energieeffizienz bis 2030

Mit einem Anteil von 23% liegt Chinas Energieverbrauch weltweit an der Spitze. Jedes Jahr kommen neue Kraftwerkskapazitäten hinzu. Das China National Petroleum Corp. Economics & Technology Research Institute prognostiziert, dass China im Jahr 2035 seinen größten Energieverbrauch mit 3,75 Mrd. toe (tonne of oil equivalent) haben wird. Dabei sollen konventionelle Energieträger bereits 2030 mit 2,93 Mrd. toe den höchsten Stand erreichen.

Energiepolitische Ziele Chinas

Land

2010

2020

2030

Energieintensität der Wirtschaft ( in tce - tonnes of coal equivalent - pro Einwohner)

2,7

3,5

3,9

Senkung des Energieverbrauchs pro BIP-Einheit

-19% 1)

-15% 2)

k.A.

Primärenergieverbrauch (in Mrd. tce)

k.A.

4,8

5,3

Anteil nichtfossiler Energieträger am Primärenergieverbrauch

8,6%

15%

20%

1) gegenüber 2005; 2) gegenüber 2015
Quelle: 11., 12. und 13. Fünfjahresprogramm der Volksrepublik China

Vor dem Pariser Klimagipfel Ende 2015 verkündete China, seine CO2-Intensität bis 2030 um 60 bis 65% im Vergleich zu 2005 zu senken. Der Ausbau der alternativen Energieträger sowie die Steigerung der Energieeffizienz in der Wirtschaft sind dafür unumgänglich. Unter anderem soll der Anteil alternativer Energien am industriellen Energieverbrauch von derzeit 12 auf 15% bis 2020 steigen und der Energieverbrauch pro industrieller Wertschöpfungseinheit in Unternehmen mit über 20 Mio. Jahresumsatz um 18% im Vergleich zu 2015 sinken.

Im Fokus stehen nach wie vor die sechs größten industriellen Energieverbraucher: Petrochemie, Chemie, nichtmetallische Mineralprodukte, Eisenmetalle sowie Nichteisenmetalle (Schmelzerei, Gießerei und Walzwerkprodukte) und Energieerzeugung. Auf sie entfielen 2014 knapp 57% des industriellen Energieverbrauchs bei einem Wertschöpfungsanteil von rund 28%.

Ausgewählte Energieeffizienzziele des 12. und 13. Fünfjahresprogramms (2011 bis 2015; 2016 bis 2020)

Land

2010

2015

2015

2020

 

Real

Ziel

real

Ziel

Senkung des Energieverbrauchs pro Einheit industrielle Wertschöpfung 1)

k.A.

-21%

k.A.

-18%

Stahl ( in kgce - kilogram of coal equivalent/t)

605

580

572

560

Zement (kgce/t)

115

112

112

105

Elektrolytisch hergestelltes Aluminium (in MWh/t)

14.013

13.300

13.350

13.200

Ethylen (in kgce/t)

886

857

816

790

Synthetisches Ammoniak (in kgce/t)

1402

1350

1331

1300

Papier und Karton (in kgce/t)

680

530

530

480

1) bei Unternehmen mit einem Mindestjahresumsatz von 20 Mio. Renminbi Yuan (RMB; circa 2,9 Mio. Euro; 1 RMB = 0,144 Euro, umgerechnet zum Durchschnittskurs 2015)
Quellen: Mittelung des MEP über im Rahmen des 12. Fünfjahresprogramms geplante Energieeinsparung und Emissionsminderung; Mitteilung des MIIT über die Planung der industriellen grünen Entwicklung (2016-2020)

Text: Corinne Abele

17.10.2016

Deutschland setzt sich ehrgeizige Einsparziele

Die Bundesregierung will im Rahmen ihres langfristigen Energiekonzepts und der Energiewende den Stromverbrauch in Deutschland bis 2020 um 10% und bis 2050 um 25% verringern (jeweils im Vergleich zu 2008). Bis 2050 soll zudem der jährliche Primärenergieverbrauch um rund 50% sinken und die Endenergieproduktivität um durchschnittlich 2,1% pro Jahr steigen. Als Richtwert für 2030 gilt bis zur Verkündung eines offiziellen Ziels die Projektion der Marktforschungsfirma Prognos, des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln (EWI) und der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung. Dieses enthält Werte für 2030 und beruht auf den erwähnten langfristigen politischen Vorgaben.

Energiedaten und strategische Ziele

Deutschland

2010

2020

2030

Primärenergieintensität pro 1.000 Einwohner 1)

4.153,3

3.411,1

2.884,4

Endenergieintensität der Wirtschaft 2)

151,3

122,9

99,9

Primärenergieverbrauch (in 1.000 t ROE)

339,6

270,8

225,6

Reduktion des Primärenergieverbrauchs und Steigerung der Energieeffizienz 3)

-

-20,2

-33,6

Reduktion Stromverbrauch 3)

-

-7,7

-19.5

Reduktion Endenergieverbrauch für Wärme 3)

-

-18,7

-30.3

Reduktion Endenergieverbrauch im Verkehr 3)

-

-9,6

-21,2

1) in 1.000 t Rohöleinheit (ROE); 2) in t ROE/1.000 Euro BIP (zu Preisen von 2010); 3) in % im Vergleich zu 2010

Quellen: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Prognos, Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln und Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung

Um diese Ziele zu erreichen, will die Bundesregierung unter anderem das Bewusstsein der Akteure erhöhen, wo Energieeffizienzpotenziale bestehen und wie diese lukrativ nutzbar sind. Im Fall von kleinen und mittleren Unternehmen bezuschusst sie beispielsweise Erst- und Detailberatungen durch Energieexperten. Sie setzt zudem Anreize für die Entwicklung und den Einsatz hocheffizienter Querschnittstechnologien, für die Vermeidung oder Nutzung von Abwärme sowie für die Einführung von Energie- und Umweltmanagementsystemen.

Im Rahmen des Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz stellt die Bundesregierung für den Zeitraum 2016 bis 2020 rund 17 Mrd. Euro bereit. Flankiert werden die Anreize für mehr Energieeffizienz durch gesetzliche Auflagen. Als Kompass der Energieeffizienzstrategie gilt dabei das Zieldreieck aus Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Umweltverträglichkeit.

Text: Siegfried Ellermann

17.10.2016

Finnland will den Energieverbrauch bis 2030 um 50% senken

Nach den EU 2020-Vorgaben müssen die EU-Mitgliedstaaten Maßnahmen durchführen, die bis zum Jahr 2020 im Klima- und Energiebereich die CO2-Einsparung um 20%, die Erhöhung des Anteiles erneuerbarer Energien am Energieverbrauch in der EU auf 20% und die Erhöhung der Energieeffizienz um 20% bis 2020 umsetzen. Die finnische Regierung verfolgt für die Erfüllung der Vorgaben eifrige Ziele, die für den Umweltbereich in der Nationalen Energie- und Klimastrategie von 2013 festgehalten wurden.

Bis 2020 wollte Finnland den Anteil seiner erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch auf 38% erhöhen, das dritthöchste Ziel in der EU nach Schweden und Lettland. Weil der Anteil 2014 aber bereits bei 38,7% lag, korrigierte die Regierung den Zielwert für 2030 kürzlich auf über 50%. Der strategische Rahmen für die Umsetzung der EU-2030 Ziele wird derzeit in einer neuen Nationalen Energie- und Klimastrategie 2016 vorbereitet und soll Ende des Jahres veröffentlicht werden.

25,4% der Energieersparnis soll aus der Industrie kommen

Die finnische Regierung setzt die EU-Effizienzrichtlinie mit nationalen Aktionsplänen um, deren aktuellste Version (NEEAP-3) Ende April 2014 veröffentlicht wurde und Ende April 2017 im planmäßigen dreijährigen Rhythmus durch den NEEAP-4 abgelöst wird. Danach plant Finnland für 2020 einen Primärenergieverbrauch von 35,9 Mtoe (beziehungsweise 417 TWh), was einem Endenergieverbrauch von 310 TWh entspricht. Das anvisierte Sparvolumen gegenüber 2007 umfasst 37,6 TWh im Endenergieverbrauch durch die Umsetzung der Energieeffizienz-Richtlinie und 14,3 TWh durch zusätzliche Maßnahmen. Die Energieeinsparungen sollen zu 40,5% in Gebäuden und zu 25,4% in der Industrie realisiert werden.

Ob das anvisierte Sparziel tatsächlich erreicht wird, ist aber wegen einer statistischen Revision der Daten für das Basisjahr 2007 schwer messbar. In 2014 lagen sowohl Primär- als auch Endenergieverbrauch bereits 10,3 und 5,2% unter dem 2020-Ziel. Das alte 9%-Sparziel bis 2016 aus der EU-Energieeffizienzrichtlinie (EDL-Richtlinie) wird Finnland voraussichtlich um 43% überschreiten. Allerdings gesteht die Regierung bereits in ihrer Strategie ein, dass vor allem die wirtschaftliche Schwäche Finnlands während und nach der Finanz- und Wirtschaftskrise sowie derStrukturwandel in der Forstwirtschaft maßgeblich zur Energieeinsparung beitragen.

Finnland will in der EU mehr konkrete Effizienzziele

Finnlands parlamentarischer Ausschuss für Energie und Klimaangelegenheiten betrachtet aber das EU-Vorhaben der Energieeffizienzsteigerung durch eine absolute Energieeinsparung kritisch. In seiner Klima-und-Energie-Roadmap 2050 aus dem Jahr 2014 schätzt er zwar die Verbesserung der Energieeffizienz als wichtiges Ziel ein. Gemessen werden sollte diese aber nicht, wie von der EU vorgesehen, über den Endenergieverbrauch oder die Energieintensität, weil ein großer Energieverbrauch nicht automatisch für eine ineffiziente Nutzung stünde. Der parlamentarische Ausschuss hat jedoch zum einen erkannt, dass energieeffiziente Maßnahmen im eigenen Interesse energieintensiver Industrien sind, die dadurch Kosten einsparen können. Zum anderen sieht er aber auch die Gefahr der Abwanderung jener energieintensiven Unternehmen ins Ausland, wenn der Druck auf die Unternehmen zur CO2-Einsparung zu groß ist.

 

Strategische Ziele (in TWh)

Finnland

2010

2016 1)

2020 1)

Energieintensität der Wirtschaft (Öläqivalent (ROE) in kg pro 1.000 Euro) 2)

198,5

-

-

Primärenergieverbrauch

418

-

417

Endenergieverbrauch

326

-

310

Jährliche Reduktion des Endenergieverbrauchs durch Steigerung der Energieeffizienz

21,3

37,4

51,8

in Gebäuden

6,6

15,1

21,0

in der Industrie, durch

10,8

11,8

13,2

Energieaudits

2,8

1,7

1,6

Energieeffizienz-Verträge durch Mittelständler

0,3

0,7

0,8

Energieeffizienz-Verträge in energieintensiven Industrien

7,7

9,5

10,7

im Verkehr

1,5

3,5

5,7

im Energiesektor

0,6

2,3

3,5

Sonstige

1,8

4,7

8,4

1) Zielwerte für die Reduktion des Endenergieverbrauchs gemäß Nationaler Energie- und Klimastrategie 2013 und NEEAP-3; 2) Bruttoinlandsverbrauch an Energie geteilt durch BIP
Quellen: Eurostat, Nationale Energie- und Klimastrategie 2013, NEEAP-3, Finnisches Statistikamt

Text: Marc Lehnfeld

17.10.2016

Frankreich will Primärenergieverbrauch bis 2030 um 20% verringern

Das im Sommer 2015 beschlossene französische Energiewendegesetz (Loi relative à la transition énergétique pour la croissance verte) definiert mehrere Schwerpunkte der Energiepolitik der kommenden Jahrzehnte, darunter der Ausbau der erneuerbaren Energien, die Verringerung des Anteils der Kernkraft am Energiemix und ein deutlich reduzierter Verbrauch fossiler Brennstoffe. Eine zentrale Rolle spielt die Erhöhung der Energieeffizienz in allen Wirtschaftsbereichen.

Globales Ziel ist, den Primärenergieverbrauch bis 2050 um die Hälfte zu reduzieren. Das Referenzjahr hierfür ist 2012. Als Zwischenziel wird per Gesetz eine Verringerung um 20% bis 2030 angestrebt. Das größte Potenzial zur Erreichung dieser Ziele wird in der energetischen Sanierung der Gebäude gesehen. Zweiter großer Arbeitsbereich ist der Transportsektor. Hier soll zum Beispiel die öffentliche Hand Vorbild sein, indem vor allem emissions- und verbrauchsarme Fahrzeuge beschafft werden.

Energieplan in Vorbereitung

Das dritte große Aufgabenfeld ist der effiziente Einsatz von Ressourcen in der Produktion einschließlich der Ausweitung der Kreislaufwirtschaft. Die detaillierten Zielsetzungen und Prioritäten für die praktische Umsetzung sollen nach Maßgabe des Gesetzes in einer mehrjährigen Energieplanung (programmation pluriannuelle de l'énergie) definiert werden. Die erste Programmplanung für die Jahre 2016 bis 2023 befindet sich im Sommer 2016 allerdings immer noch in der Beratungsphase. Kritikern zufolge weist der Entwurf noch einige Inkohärenzen auf, etwa in Bezug auf die Energiemarktprognosen oder die Vergleichbarkeit verschiedener Energieträger. Eine Verabschiedung ist nun für den Herbst 2016 vorgesehen.

Auf Ebene der Regionen sollen regionale Programme für die Energieeffizienz (programme régional pour l'efficacité énergétique) erarbeitet werden, die sich jedoch vor allem auf den Gebäudebereich konzentrieren.

Strategische Ziele zum Energieverbrauch in Frankreich

Indikator

2012

2030 1)

2050 1)

Energieintensität der Wirtschaft (Öläquivalent (ROE) in kg pro 1.000 Euro) 2)

126,1

-

-

Primärenergieverbrauch (in Mio. toe)

258,8

207,0

129,4

Reduktion des Primärenergieverbrauchs

-

-20%

-50%

1) gegenüber 2012; 2) Bruttoinlandsverbrauch an Energie geteilt durch BIP
Quellen: Französisches Umweltministerium; Energiewendegesetz von 2015; Eurostat

Text: Marcus Knupp

17.10.2016

Industrie soll rund ein Drittel der ehrgeizigen italienischen Einsparziele beisteuern

Im Rahmen der europäischen Klimaschutz- und Energieziele hat sich Italien ehrgeizige Ziele für die Reduzierung des Energieverbrauchs gesetzt. Grundlage ist die 2013 entwickelte Nationale Energiestrategie. Auf europäischer Ebene wird bis 2020 eine Reduzierung des Energieverbrauchs um 20% im Vergleich zu 1990 angestrebt.

Energieeffizienz Teil der nationalen Energiestrategie

Nach den Plänen des Ministero dello Sviluppo Economico, des Ministeriums für wirtschaftliche Entwicklung in Rom, soll dieses Niveau in Italien übertroffen werden. Bis zum Jahr 2020 will das Land den Energieverbrauch im Vergleich zum Jahr 2010 um 15,5 Mio. t Öläquivalent senken. Rund ein Drittel der Einsparung soll im verarbeitenden Gewerbe erzielt werden.

Um beim Thema Klimaschutz und Energieeffizienz europäische Standards und mehr zu erreichen, hat Italien eine umfangreiche Drei-Säulen-Strategie, die „Strategia Nazionale Energetica”, entwickelt, die zum Beispiel auch erneuerbare Energien beinhaltet.

Beim Thema Energieeffizienz setzt die Strategie nicht nur auf Verbesserungen in der Produktion. Im Fokus stehen auch die Gebäudesanierung, neue Bautechnologien und die Optimierung des städtischen Verkehrs sowie der Logistikketten.

Darüber hinaus sind „Weiße Zertifikate“ als Förderinstrumente und Energieaudits als Steuerungsinstrument etabliert worden. Weiße Zertifikate sind handelbare Nachweise für getätigte Energieeffizienzmaßnahmen, sie können auch gekauft werden. Wenn ein Unternehmen nicht genügend Zertifikate gesammelt hat, gibt es eine Strafe.


Strategische Ziele

Italien

2010

2020 1)

Energieintensität der Wirtschaft (Öläquivalent (ROE) in 1.000 kg pro 1.000 Euro)2)

110,9

k.A.

Primärenergieverbrauch (in Mio. t RÖE)

168,4

158,0

Reduktion des Endenergieverbrauchs (gegenüber 2010, in Mio. t RÖE)

k.A.

-15,5

Reduktion Wohnungssektor

k.A.

-3,67

Reduktion Dienstleistungssektor

k.A.

-1,23

Reduktion Industrie

k.A.

-5,10

Reduktion Verkehrssektor

k.A.

-5,50

1) im Vergleich zu 2010; 2) Bruttoinlandsverbrauch an Energie geteilt durch BIP
Quelle: Eurostat, Strategia Nazionale Energetica

Text: Robert Scheid

17.10.2016

Kanadische Provinzen setzen sich Einsparziele

Im föderal gegliederten Kanada fällt die Energiepolitik in den Kompetenzbereich der Provinzen. Daher gibt es auch keine gesamtkanadische Energieeffizienzstrategie. Mit der Übernahme der Regierungsgeschäfte durch die Liberal Party unter der Führung von Premierminister Justin Trudeau im Herbst 2015 wurde allerdings eine Kehrtwende bei der Klimapolitik eingeleitet.

So sollen die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 30% auf 524 Mio. t CO2-Öläquivalent gegenüber dem Stand von 2005 reduziert werden. Dieses Ziel soll unter anderem durch eine Steigerung der Energieeffizienz in Gebäuden und in der Industrie erreicht werden. Auf föderaler Ebene gibt es aber kaum quantitative Vorgaben zur Energieeinsparung oder zur Senkung des Stromverbrauchs.

Strategische Reduktionsziele beim Treibhausgasausstoß in Kanada (Auswahl)

Ebene / Provinz

Basisjahr /

CO2-Öläquivalent

2020

2030

Bundesregierung

2005 / 749 Mio. t 

-17%

-30%

Ontario

 

1990 / 182 Mio. t

-15%

-37%

Quebec

 

1990 / 89 Mio. t

-20%

-37,5%

British Columbia

 

2007 / 70 Mio. t

-33%

-65%

Quelle: Recherchen von Germany Trade & Invest, 2016

Die Provinz Ontario hat im Juni 2016 ihren Aktionsplan zum Klimaschutz vorgestellt. Bis 2030 sollen die Treibhausgasemissionen um 37% gegenüber dem Stand von 1990 gesenkt werden. Im Rahmen des geplanten „Cap and Trade“ Systems erhalten die Unternehmen aus energieintensiven Branchen wie der Zement-, Kalk- und Stahlindustrie Anreize, in energiesparende Technologien zu investieren. Die Regierung will entsprechende Maßnahmen bis 2021 mit insgesamt 1 Mrd. kanadischen Dollar (kan$; 680 Mio. Euro; 0,68 Euro = 1 kan$) bezuschussen. Die Provinz hat zudem Stromeinsparziele formuliert. Demnach soll der Verbrauch bis 2032 um 16% auf 150 TWh sinken. Dies soll unter anderem durch Effizienzsteigerungen bei der Stromübertragung und -verteilung erreicht werden.

Die Provinz Quebec hat 2016 ebenfalls eine Klimaschutzinitiative ins Leben gerufen. Sie will bis 2030 die Treibhausgasemissionen um 37% gegenüber dem Basisjahr 1990 senken. Zudem will die Regierung bis dahin die Energieeffizienz um 15% erhöhen. Um dieses Ziel zu erreichen, soll Industrieunternehmen der Zugang zu energiesparenden Technologien erleichtert werden. Feste Reduktionsziele oder konkrete Maßnahmen werden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.

Die westkanadische Provinz British Columbia will ihre Treibhausgasemissionen bis 2030 um rund zwei Drittel gegenüber dem Stand von 2007 senken. Auch hier ist ein Mix aus strengeren Vorschriften für den Energieverbrauch im Industriesektor sowie Unterstützung bei der Anschaffung energieeffizienter Ausrüstung vorgesehen. So sollen bis 2020 die Verbrauchsrichtlinien von gasbefeuerten Dampfkesseln für den industriellen Einsatz verschärft werden. Gleichzeitig wird das Anreizprogramm des Gasversorgers Fortis BC, das finanzielle Unterstützung bei der Anschaffung energieeffizienter Boiler gewährt, ausgeweitet.

Die Provinz Alberta ist wegen der Ölsandförderung der mit Abstand größte Emittent von Treibhausgasen in Kanada. Die Regierung will mithilfe einer CO2-Steuer den Ausstoß eindämmen. Denn anders als in den übrigen Provinzen wird dieser in den kommenden Jahren aufgrund der wachsenden Ölförderung kontinuierlich ansteigen. Ab 2018 wird eine Abgabe in Höhe von 30 kan$ pro Tonne CO2 erhoben, die bis 2030 auf 100 kan$ steigen soll. Dadurch könnten 2030 rund 50 Mio. t weniger CO2 ausgestoßen werden als ohne die geplanten Klimaschutzmaßnahmen. Die Einnahmen aus der CO2-Steuer werden nach Plänen der Provinzregierung unter anderem für Programme zur Verbesserung der Energieeffizienz in der Öl- und Gasindustrie verwendet.

Text: Boris Alex

17.10.2016

Schweden will die Energieeffizienz bis 2020 um 20% gegenüber 2008 steigern

Schweden will den Ausstoß klimaschädlicher Gase bis 2020 um 40% gegenüber 1990 verringern. Ab 2045 sollen keine Klimagase mehr an die Atmosphäre abgegeben werden. Der Anteil erneuerbarer Energien an der Gesamtenergieversorgung soll bis 2020 auf 50% steigen. Wärme will Schweden bis 2020 komplett ohne fossile Brennstoffe erzeugen, die Stromversorgung soll ab 2040 zu 100% aus erneuerbaren Quellen kommen. Laut Energieminister Ibrahim Baylan würden keine Kernkraftwerke zur Stilllegung gezwungen. Es dürfen sogar bis zu zehn neue Atomreaktoren gebaut werden.

Wegen der höheren Leistung in Kernkraftwerken und auch um den Strom aus Erneuerbare-Energieanlagen, insbesondere Windkraftanlagen, einspeisen zu können, will der staatliche Netzbetreiber Svenska Kraftnät auch weiterhin hohe Summen in den Ausbau der Übertragungskapazitäten investieren. Auch die internationale Anbindung des schwedischen Stromnetzes wird vorangetrieben. So wurde im Frühjahr 2016 das Seekabel NordBalt zwischen Schweden und Litauen in Betrieb genommen. Auch eine neue Verbindung zwischen Schweden und Deutschland (Hansa PowerBridge) ist geplant. 

2017 sollen spezifische Energieeffizienzziele veröffentlicht werden

Die Energieeffizienz soll bis 2020 sektorübergreifend um 20% gegenüber 2008 steigen. Außer diesem sowie den EU-Zielen, in diesem Zeitraum den Energieverbrauch um 20% zu senken und den Anteil erneuerbarer Energien im Verkehrsbereich auf 10% zu erhöhen sowie von 2008 bis 2016 rund 9% Endenergie gegenüber dem durchschnittlichen Endenergieverbrauch der Jahre 2001 bis 2005 einzusparen, verfolgt Schweden derzeit keine spezifischen Energieeffizienzziele. Solche Ziele werden für den Zeitraum 2020 bis 2030 noch entwickelt und voraussichtlich 2017 veröffentlicht.

Das schwedische Energieforschungsprogramm unterstützt Forschungsaktivitäten an Universitäten, Forschungsinstituten und im Privatsektor und fördert die Entwicklung neuer Technologien sowie deren Markteinführung. Dabei konzentriert es sich auf sechs thematische Schwerpunkte: Erforschung des Energiesystems, Gebäude als Energiesystem, Mobilität/Transport/Verkehr, energieintensive Industrien, Biomasse und Energiegewinnung für Elektrizität.

Um den Gesamtenergieverbrauch im Straßen- und Eisenbahnnetz deutlich zu senken, will Schwedens Verkehrsbehörde Trafikverket im Rahmen der Auftragsvergabe verstärkt auf die Anwendung moderner Baumaterialien und -methoden achten. Trafikverket erwirbt für Straßen- und Bahnprojekte alljährlich Produkte und Leistungen im Wert von mehr als 4 Mrd. Euro.

Strategische Ziele

 

2010

2020 1)

2030 2)

Energieintensität der Wirtschaft(Öläquivalent(ROE) in 1.000 kg pro 1.000 Einwohner)3)

157,1

k.A.

k.A.

Primärenergieverbrauch (in TWh)

552

441,6 4)

k.A.

Reduzierung des Primärenergieverbrauchs und Steigerung der Energieeffizienz(in %, gegenüber 2008)

k.A.

20

k.A.

Reduzierung des Endenergieverbrauchs (in %, gegenüber Durchschnittsverbrauch 2001 bis 2005)

k.A.

9% (bis 2016)

k.A.

Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien im Verkehrsbereich (in %)

k.A.

10

k.A.

Anmerkungen: k.A. - keine Angabe; t - Tonnen; RÖE - Rohöleinheiten; BIP - Bruttoinlandsprodukt; KKP - Kaufkraftparitäten
1) gegenüber 2010; 2) Energieeffizienzziele für den Zeitraum 2020 bis 2030 werden laut dem Energie- und Klimaabkommen (Energiöverenkommelse) vom 10.6.16 spätestens 2017 beschlossen; 3) Bruttoinlandsenergieverbrauch an Energie geteilt durch BIP; 4) rechnerisch
Quellen: Schwedische Regierung, Statistikamt SCB, Energieagentur (Energimyndigheten), OECD

Text: Heiko Steinacher

17.10.2016

Türkische Industrie soll Energieverbrauch bis 2023 um 10 bis 15% drosseln

Die Verbesserung der Energieeffizienz ist eines der strategischen Ziele der türkischen Regierung für das Jahr 2023, dem 100-jährigen Jubiläum der Republik. Der hohe Stellenwert dieses Themas ergibt sich aus dem steigenden Energieverbrauch und der negativen Energiebilanz des Landes.

Bis 2020 prognostiziert das Energieministerium einen jährlichen Anstieg des Stromverbrauches um durchschnittlich 5,5% (Zunahme 2015: +2,7%). Da Erdöl und Erdgas in der Türkei kaum vorhanden sind, sind Energieimporte maßgeblich für das hohe Handelsbilanzdefizit des Landes verantwortlich. Trotz gesunkener Rohölpreise machten Kohlenwasserstoffeinfuhren 2015 immer noch knapp 60% des Defizits von 63 Mrd. US$ aus.

Strategieplan 2023

Die qualitativen Ziele und Maßnahmen im Bereich der Energieeffizienz sind dem „Strategiedokument für Energieeffizienz 2012 bis 2023“ der türkischen Regierung zu entnehmen. Demnach soll der Energieverbrauch für die Erzeugung eines Bruttoinlandsproduktes  von einem US-Dollar bis 2023 um ein Fünftel gesenkt werden, von 0,53 kWh im Jahr 2008 auf 0,42 kWh.

Im Dokument, das als Beschluss Nr. 2012/1 des Hohen Planungsrates vom 20.2.12 im Staatsanzeiger „Resmi Gazete“ Nr. 28215 vom 25.2.12 verkündet wurde, gibt es Einsparpotenzial bei folgenden industriellen Anwendungen: Ofensysteme, Kesselsysteme, Dampfsysteme, Trocknungsanlagen, Kühlsysteme, Klima- und Lüftungsanlagen, Kühltürme, Ventilatoren, Druckluftanlagen, Pumpen, Stromgeräte, elektrische Motoren und Beleuchtungssysteme.

Das Strategiedokument enthält sieben Hauptziele:

  • Senkung der Energieintensität und der Energieverluste in der Industrie und im Dienstleistungssektor,
  • Verbreitung des Baus von Gebäuden mit hoher Energieeffizienz und mit Nutzung erneuerbarer Energien,
  • Markteinführung von energieeffizienten Produkten,
  • Erhöhung der Effizienz in der Produktion, im Transport und in der Verteilung von Elektrizität sowie Senkung der Energieverluste und umweltschädigender Emissionen,
  • Reduzierung des Verbrauchs von fossilen Brennstoffen durch Kraftfahrzeuge sowie Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs,
  • Effizienter und wirksamer Energieverbrauch in öffentlichen Einrichtungen,
  • Stärkung der institutionellen Kapazitäten, Förderung des Einsatzes fortgeschrittener Technologien, Auffinden von Finanzierungquellen außerhalb des öffentlichen Sektors.

Im Rahmen der erstgenannten Zielsetzung ist vorgesehen, bei Betrieben mit einem jährlichen Primärenergieverbrauch von mehr als 50.000 t Erdöläquivalent (toe) bis 2023 eine Senkung der Energieintensität gegenüber 2012 um mindestens 15% herbeizuführen. Für Produktionsstätten mit einem Primärenergieverbrauch von 1.000 bis 50.000 toe soll die Energieintensität bis 2023 um mindestens 10% reduziert werden.

Energiedaten und strategische Ziele

Türkei

2006

2020

Energienachfrage (GWh)

174.637

355.880

Stromerzeugungskapazität (MW)

40.565

100.000

Energieintensität der Wirtschaft (toe/1.000 $)

0,288

0,243

Primärenergieverbrauch (mtoe)

99,6

222,3

Industrie

31,0

78,7

Einsparpotenzial (in %) *)

 

13,3

Gebäude

23,7

47,5

Einsparpotenzial (in %) *)

 

34,7

Verkehr/Transport

14,9

34,0

Einsparpotenzial (in %) *)

 

14,7

Landwirtschaft

3,6

6,8

Einsparpotenzial (in %) *)

 

k. A.

Petrochemie

4,2

3,2

Einsparpotenzial (in %) *)

 

k. A.

Kraftwerke

22,2

52,1

Einsparpotenzial (in %) *)

 

48,0

*) gegenüber 2006

Quellen: Energieministerium, Generaldirektion für erneuerbare Energien (YEGM), Stromtransportunternehmen TETAS

Text: Necip C. Bagoglu

17.10.2016

Zentrales Instrument Mexikos ist das PRONASE-Programm

Mexiko macht im Energiebereich zurzeit eine umfassende Transition durch. Die 2013 beschlossene Energiereform liberalisiert die Elektrizitätswirtschaft und die Öl- und Gasindustrie. Beide Bereiche waren bislang zum größten Teil in staatlicher Hand. Die Staatskonzerne Comisión Federal de Electricidad (Elektrizität) und Pemex (Öl und Gas) verlieren ihr Monopol, werden aber durch die Fortführung der bestehenden Aktivitäten wichtige Marktteilnehmer bleiben.

Die Verbesserung der Energieeffizienz ist ebenfalls ein erklärtes Ziel der Regierung, die Maßnahmen bleiben in der öffentlichen Wahrnehmung jedoch hinter denen der Energiereform zurück. Zentraler Maßnahmeplan ist das Nationale Programm zur Nachhaltigen Nutzung von Energie (Programa Nacional para el Aprovechamiento Sustentable de Energía - PRONASE), das regelmäßig aktualisiert wird. Es richtet sich an die Bereiche Transport, Beleuchtung, Gebäudebau, Haushaltsgeräte, Kraft-Wärme-Kopplung, elektrische Motoren und Wasserpumpsysteme.

Um eine höhere Energieeffizienz zu erreichen, gibt die aktuelle Fassung (PRONASE 2014 - 2018) sechs Ziele vor: Die Einführung von Programmen und Maßnahmen zur Verbrauchsoptimierung, Verbesserung der Regulierung, Stärkung von relevanten Institutionen, Schulung von Energiemanagern in öffentlichen und privaten Einrichtungen, Bildungsarbeit und Unterstützung der Forschung. Für jedes Ziel gibt es Vorgaben, beispielsweise soll die Energieintensität - gemessen am Primärenergieverbrauch im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt - bis 2018 gleichbleibend bei rund 667 Kilojoule/US$ und damit auf dem Niveau von 2012 liegen.

Bis 2029 rund 9,8 TWh weniger Verbrauch in der Industrie angestrebt

Damit verfügt Mexiko über einen konkreten Maßnahmekatalog, jedoch gibt das Programm keine Einsparziele vor. Das Energieministerium Sener leitet lediglich das Einsparpotenzial der Maßnahmen ab, und dies wiederum nur für die Elektrizitätsnachfrage. Demnach kann bis 2029 die Generierung von rund 49 TWh vermieden werden. Davon entfallen den Projektionen zufolge knapp 70% auf den Wohnungssektor und rund 20% auf die Industrie. Die restlichen 10% teilen sich Handel und Landwirtschaft.

Strategische Ziele

Mexiko

2010

2020

2029

Energieintensität der Wirtschaft (Barrel an Öläquivalent pro Einwohner  1)

7,0

7,2

8,6

Primärenergieverbrauch (in 1.000 Barrel an Öläquivalent) 1)

799.277

919.070

1.172.599

Reduktion des Primärenergieverbrauchs und Steigerung der Energieeffizienz

k.A.

k.A.

k.A.

Reduktion Stromverbrauch (in %) 2)

n.d.

-10%

2028: -10%

Reduktion Endenergieverbrauch für Wärme

k.A.

k.A.

k.A.

Reduktion Endenergieverbrauch Verkehr

k.A.

k.A.

k.A.

1) Energieverbrauch umfasst lediglich fossile Energieträger; 2) Stromeinsparung gegenüber 2012 durch Programm PRONASE als Anteil an Gesamtstromverbrauch

Quellen: Energieministerium Sener (Prospectiva Petroleo Crudo y Petroliferos 2015 - 2029, Prospectiva del Sector Electrico 2014 – 2028)

Die Nationale Kommission für die Effiziente Nutzung von Energie (Comisión Nacional para el Uso Eficiente de Energía - CONUEE) ist zuständig für die Umsetzung der Energieeffizienzmaßnahmen. Dazu erstellt sie Studien, legt Informationskampagnen auf und betreut sektorspezifische Unterprogramme, wie das Nationale Programm für Energiemanagementsysteme (Programa Nacional para Sistema de Gestión de la Energía - PRONASGEn) zusammen mit der deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Die CONUEE untersteht dem Energieministerium und ist der zentrale Ansprechpartner für Fragen der Energieeffizienz.

Text: Florian Steinmeyer

17.10.2016

Ägyptens Industrie soll bis 2022 rund 20% Energie einsparen

Ägypten verfügt über keine Gesamtstrategie zum Thema Energieeffizienz. Beim interministeriellen Supreme Energy Council existiert eine Energy Efficiency Unit, die aber, dem Vernehmen nach, über geringe Ressourcen für ihre Arbeit verfügt. Bislang spielen sich die meisten Anstrengungen bei der Umstellung von Straßenbeleuchtungen und im Gebäudebereich ab. Zunehmend rückt jedoch das Einsparpotenzial in der Industrie ins Blickfeld.

Ägypten legte auf dem UN-Klimagipfel in Paris 2015 eine Zusage vor, die sich wesentlich auf Energieeffizienzmaßnahmen stützt. So soll in der Industrie Energie effizienter genutzt und Wasser mit Hilfe von Solarenergie erwärmt werden. Vorgesehen ist, die Produktion von Zement, Eisen und Stahl zu optimieren. Bereits im Juli 2015 richtete Ägypten per Dekret 1912/2015 des Premierministers einen National Council for Climate Change ein, der beim Umweltministerium angesiedelt ist. Er soll Daten sammeln, Strategien erarbeiten, Forschungsaktivitäten koordinieren und direkt an den Premierminister berichten.

Bis 2022 sind, laut Zahlen des Strom- und des Erdölministeriums, konkrete Energieeinsparungen anvisiert, deren Ziel für die Industrie 20% beträgt. Bei einem Industrieanteil von 47% am Endenergieverbrauch entspricht das einer Reduzierung des Gesamtverbrauchs um 9,4%. Als größtem Energiekonsumenten des Landes kommt dem Beitrag der Industrie eine Schlüsselrolle bei der Senkung des Verbrauchs zu.

Regierungsstellen beraten

Das Industrieministerium sowie zwei nachgeordnete Behörden unterstützen Unternehmen mit Analysen, Beratungen und Empfehlungen. Für eine effizientere Produktion engagiert sich auch das Erdölministerium. Entscheidend ist bei allen Initiativen die Umsetzung und Nachverfolgung der gesteckten Ziele. Gegenstand des von der EU und Ägypten gemeinsam umgesetzten Projekts TARES ist auch, einen einheitlicheren regulatorischen Rahmen für Energieeffizienz zu schaffen.

Strategische Ziele

Bereich

2022 (in %)

Energieintensität der Wirtschaft (Öläqivalent (ROE) in 1.000 kg pro 1.000 Einwohner

k. A.

Primärenergieverbrauch (in 1.000 toe))

k. A.

Reduktion des Endenergieverbrauchs, davon:

17,4

. Beitrag der Industrie

9,4

. Beitrag des Verkehrssektors

4,5

. Beitrag von Wohnen, Handel und Tourismus

3,0

. Beitrag des öffentlichen Sektors

0,45

. Beitrag der Landwirtschaft

0,05

Quelle: New and Renewable Energy Authority (NREA), Februar 2016

Text: Oliver Idem

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