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17.11.2016

Einheitlicher Gebäudeenergieausweis für die Schweiz

Mit dem offiziellen Gebäudeenergieausweis der Kantone GEAK wurde ein gesamtschweizerisch einheitlicher und genormter Energieausweis für Ein- und Mehrfamilienhäuser lanciert. Die Beauftragung zur Erstellung eines Energieausweises ist in den meisten Kantonen freiwillig. Er zeigt zum einen, wie energieeffizient die Gebäudehülle ist und zum anderen, wie viel Energie ein Gebäude bei einer Standardnutzung benötigt. Dies gilt für bestehende Gebäude ebenso wie für Neubauprojekte. Während einer Beratung erfährt der Liegenschaftsbesitzer, wie es energetisch um seine Liegenschaft steht (Ist-Zustand). Der errechnete Energiebedarf wird in Klassen eingeteilt. Die Skala reicht von A bis G. Dabei entspricht die Klasse B einem Neubau nach heutigem Standard. Die Normen für den GEAK gelten für die ganze Schweiz einheitlich. Er wird ausschließlich durch anerkannte Energieberater ausgestellt und kostet für ein Einfamilienhaus um 500 Euro.

Häuser und Bauelemente mit Minergie- Zertifizierung

Das wichtigste Label für energieeffiziente Gebäude in der Schweiz ist der Minergie-Standard in seinen verschiedenen Ausprägungen. Nach Minergie lassen sich die unterschiedlichsten Gebäude zertifizieren von Einfamilienhäusern und Bürogebäuden bis zu Hallenbädern und Kliniken. Den Markt dominieren allerdings hinsichtlich der Gebäudefläche neue Mehrfamilienhäuser vor Schulen/Verwaltungsgebäuden und Einfamilienhäusern. Am meisten nachgefragt werden die Baustandards Minergie-P (Niedrigenergiehaus mit einem Verbrauch von 30 kWh/qm/Jahr) und Minergie-P-eco, der zusätzliche Anforderungen an Tageslichteinfall, Schallschutz und den Einsatz umweltschonende Materialien stellt. Neben ganzen Gebäuden sind auch einzelne Bauteile nach Minergie zertifiziert, beispielsweise Fenster, Dämmstoffe oder Beleuchtungselemente.

Ansatzpunkt für Minergie ist in erster Linie eine kompakte und sehr gut isolierte Gebäudehülle in Kombination mit einer ganzjährig kontrollierbaren Belüftung. Da für ein solches Gebäude nur noch ein geringer Wärmebedarf besteht, empfehlen die Minergie-Berater ihren Kunden in erster Linie eine Wärmepumpe als Heizung. In rund 60% aller neuen Minergie-Häuser lassen die Bauherren eine Wärmepumpe als Heizquelle und zu 50% als Warmwasserquelle installieren. Bei der Heizenergie folgten auf den Plätzen Fernwärme vor Holz und Gas, bei Warmwasser ebenfalls Fernwärme vor thermischer Solarenergie und Holz. Brancheninsider Pikali erwartet, dass viele Elemente dieses Konzepts landesweit verbindlich werden. "Im Rahmen der Energiewende wird sicherlich eine gute Dämmung in Neubauten bald Pflicht, möglicherweise auch der Einbau einer Photovoltaik-Anlage zur Stromerzeugung."


Text: Axel Simer

17.11.2016

Energieaudits und -ausweise für tschechische Gebäude Pflicht

Energieaudit

Unternehmen und Haushalte, die einen jährlichen Energiebedarf von mindestens 35.000 GJ (9.722 MWh) haben, müssen ein Energieaudit durchlaufen. Es ist für alle Gebäude und Fabrikobjekte vorgeschrieben, die jeweils mehr als 700 GJ (194 MWh) Energie pro Jahr verbrauchen.

Das Audit ist alle vier Jahre zu erneuern und ist von einem akkreditierten Spezialisten durchzuführen. Diese müssen eine entsprechende Ausbildung vorweisen und über mehrjährige Berufserfahrung verfügen. Die genauen Anforderungen sind im Gesetz 406/2000 geregelt. Tschechiens Ministerium für Industrie und Handel ist für die inländischen Akkreditierungen zuständig und führt diese in einer auch auf Englisch einsehbaren Liste. In anderen EU-Mitgliedsländern akkreditierte Fachleute können ebenfalls das Audit erstellen.

Der Verband APES setzt sich dafür ein, dass auch der Beruf des Energiedienstleisters stärker reglementiert wird. Bislang müssen Energy Service Companies (ESCo) nicht zertifiziert werden“, erklärt APES-Vizepräsident Radim Kohoutek. Das führe dazu, dass einige schwarze Schafe am Markt unterwegs seien und das Image der gesamten Branche gefährdeten. Daher strebt der Verband eine Zertifizierung analog den Energieauditoren an. „Es muss noch geklärt werden, wer das Zertifizierungsorgan sein soll und wie das Verfahren abläuft“, so Kohoutek, der als Verkaufsdirektor beim Prager Energiedienstleister Amper Savings tätig ist.

Energieausweis für Gebäude

Bei Neubauten oder größeren Umbauten müssen sich Bauherren oder Eigentümer einen Energieausweis für das Gebäude beschaffen. Dieser Ausweis muss auch beim Verkauf von Immobilien vorgelegt werden. Seit 1.1.16 gilt die Pflicht außerdem bei allen Neuvermietungen.

Ein Energieausweis ist nach Erstellung zehn Jahre lang gültig, solange an dem Gebäude keine erheblichen baulichen Veränderungen durchgeführt wurden. Nur anerkannte Energiespezialisten dürfen das Dokument erstellen (siehe Abschnitt „Energieaudit“).

Der Ausweis enthält Angaben zum gesamten Energieverbrauch des Hauses, aber auch zu den einzelnen Verbrauchspositionen wie Heizung, Beleuchtung oder Belüftung. Er ordnet das Gebäude in eine Kategorie von A (außerordentlich sparsam) bis G (außerordentlich unwirtschaftlich) ein.

Green Building-Zertifizierung

Eine immer wichtigere Rolle spielen Zertifikate für nachhaltiges Bauen (Green Building). Laut tschechischem Green Building Council CZGBC waren bis Ende 2015 im Land 87 Gebäude zertifiziert - fast dreimal so viel wie zwei Jahre zuvor. Nur ein Gebäude ist dabei nach dem deutschen Standard DGNB zertifiziert. Führendes Bewertungssystem ist die ursprünglich aus dem Vereinigten Königreich stammende BREEAM-Methode. Den in den USA entwickelten LEED-Standard hat ein Drittel aller zertifizierten Gebäude. Etwa 60% der zertifizierten Fläche entfallen auf Büros, 22% auf Einzelhandelsflächen und 13% auf Logistikimmobilien (2015).

Zwei Drittel der tschechischen Green Buildings stehen in Prag. Laut CZGBC-Geschäftsführerin Simona Kalvoda gibt es aber einen starken Trend in die Regionen. „Außerdem steigt das Interesse der Projektentwickler, auch Wohngebäude nachhaltig zu bauen und zertifizieren zu lassen.“ Sie wollen damit laut Kalvoda zum Trendsetter werden und reagieren auf geänderte Kundenwünsche.

European Energy Manager

Die Tschechische Republik ist eines von zwölf EU-Ländern, in denen der berufsbegleitende Weiterbildungskurs European EnergyManager (EUREM) angeboten wird. Er dauert etwa ein halbes Jahr und wird von der Deutsch-Tschechische Industrie- und Handelskammer (AHK Tschechien) durchgeführt. Zielgruppe sind Unternehmen, die Reserven in ihrem Energiemanagement aufdecken und gleichzeitig die Qualifikation ihrer Führungskräfte in diesem Bereich stärken wollen. Die Schulung richtet sich an Produktionsleiter, Energieverantwortliche, Energieberater, aber auch an Bauingenieure, Architekten und Wirtschaftsberater. Seit 2008 haben rund 110 Absolventen die EUREM-Kurse erfolgreich abgeschlossen.


Text: Gerit Schulze

17.11.2016

Energieeffizienzzertifikate werden im kommerziellen Hochbau zum Standard

Energiebezogene Gebäudezertifizierungen werden in den USA bislang vor allem im Nichtwohnsektor nachgefragt. Der in den USA führende Standard für „grünes“ und energieeffizientes Bauen ist das vom UGSBC entwickelte LEED-System. Neben dem Energiekonsum bezieht es auch Aspekte wie den Wasserverbrauch oder die Umweltfreundlichkeit der verwendeten Materialien mit ein. Obgleich sie eigentlich freiwillig ist, wird eine LEED-Zertifizierung (oder zumindest eine LEED-konforme Bauweise) bei vielen US-Bauausschreibungen vorgegeben. Dies wirkt sich auch auf die Beschaffung von Bauprodukten aus, da diese für die Vergabe von LEED-Punkten bestimmte Anforderungen erfüllen müssen.

Nach Angaben des USGBC gab es in den USA am 2.8.16 rund 59.000 LEED-zertifizierte oder -registrierte Objekte mit einer Gesamtfläche von circa 805 Mio. Quadratmetern. Die zwei höchsten Einstufungen, LEED Platinum und Gold hatten rund 11.000 Objekte erhalten. Zertifizierungen dürfen in dem System nur von akkreditierten Fachleuten vorgenommen werden.

Neben dem LEED haben auch die von der EPA entwickelten Energy Stars im Bereich der Gebäudeenergieeffizienz eine größere Bedeutung erlangt. Energy Stars können für im US-Maßstab besonders energieeffiziente Bauprodukte und Hausgeräte, aber auch für ganze Gebäude vergeben werden. Der EPA zufolge waren in den USA 2014 rund 1.600 Wohnhäuser und etwa 25.000 Industrie- und Geschäftsgebäude mit dem Label ausgezeichnet. Darüber wurden in dem Jahr mehr als 320 Mio. Energy-Star-Produkte in über 70 Warenkategorien verkauft. Für die Kennzeichnung arbeitet die EPA mit einem umfassenden Partnernetzwerk zusammen.

Neben LEED und Energy Star gibt es noch eine Reihe weiterer Gütezeichen, die im Hinblick auf die Gebäudeenergieeffizienz eine Rolle spielen. Hierzu gehören der von der National Association of Home Builders propagierte National Green Building Standard, das vom Residential Energy Services Network entwickelte Home Energy Rating System und auch das von einigen Industriegruppen unterstützte Green Globes Rating der Green Buildings Initiative. Hinzu kommen produktbezogene Kennzeichnungen wie die des National Fenestration Rating Councils oder das Cool-Roofs-Label.

Energie-Einspar-Contracting mit großem Potenzial

Die Popularität des grünes und energieeffizienten Bauens hat in den USA dazu geführt, dass sich in diesem Bereich bereits eine respektable Beratungsbranche herausgebildet hat. Für örtliche Energieberater ist es dabei unerlässlich, Kenntnisse der wichtigsten Produktratings und Zertifizierungssysteme zu besitzen.

Noch viel Potenzial sehen Experten in den USA beim sogenannten Energie-Einspar-Contracting. Nach einer Studie von Navigant Research erreichte das Geschäftsvolumen der in diesem Bereich spezialisierter Energiedienstleister 2015 rund 6,3 Mrd. US$. Wegen der anziehenden Nachfrage aus dem privaten Sektor hält das Institut bis 2024 eine Zunahme auf rund 11,5 Mrd. US$ für möglich. Bislang waren es vor allem öffentliche Auftraggeber und Energieversorgungsunternehmen, die die Entwicklung der Sparte vorantrieben.


Text: Martin Wiekert

17.11.2016

Energiezertifikate und Energieaudits sind in Spanien vorgeschrieben

Seit 2007 müssen Neubauten zertifiziert, seit Mitte 2013 Energiezertifikate bei Vermietungen und Verkäufen vorgelegt werden, die zudem Empfehlungen zur Verringerung der Energieeffizienz enthalten. Durch diesen Prozess werden immer mehr Gebäude energetisch erfasst, wächst die Sensibilisierung für das Thema bei Bauherren, Hauseigentümern und Mietern. In diesem Klima gedeiht der Sektor der Energiedienstleister. Sie sind je nach Schwerpunkt in verschiedenen Verbänden vertreten und in einer Datenbank des IDAE eingetragen, die öffentlich einsehbar ist. Im August 2016 umfasste sie 1.180 Dienstleister in Sachen Energieeffizienz, darunter 840, die auf Wohngebäude spezialisiert waren.

Per Gesetz wurde im Februar 2016 vorgeschrieben, dass große Wirtschaftsunternehmen ab 250 Mitarbeitern bis Mitte November 2016 einen Energieaudit nachweisen müssen, der alle vier Jahre zu wiederholen ist. Dazu zählen auch die Gebäude. Zugleich wurde die Person des Anbieters von Dienstleistungen (Proveedor de servicios Energéticos, PSE) eingeführt und definiert. Um das Dienstleistungsangebot transparenter zu machen und zu zertifizieren, hat die Normierungsbehörde AENOR die Spezifizierung AENOR EA 0055 zur Klassifizierung von PSE am 2.3.2016 eingeführt. Es existieren drei Standards: PSE Energieberatung und -audit, PSE Betrieb und PSE Investitionen.

Meldungen zu Gebäuden mit vorbildlichen Energieeffizienz-Standards gibt es inzwischen öfter. Am meisten verbreitet ist der Liste seiner zertifizierten Projekte zufolge das britische Zertifikat BREEAM. Ende August 2016 war der Stand: 161 zertifizierte, 102 registrierte Projekte. Der US-amerikanische Standard Leed ist ebenfalls vertreten und meldete Ende 2015 118 zertifizierte und 300 registrierte Projekte. Die ältesten Zertifizierungen, schon aus Zeiten des ehemaligen Baubooms, führt das Green Building Council España GBCe. Es ist Mitglied des World Green Building Council und bietet die Zertifizierung VERDE (grün) für nachhaltige Gebäude an. Auch die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen DGNB ist in Spanien aktiv. Gerade bei Wohngebäuden und Häusern rückt mit Blick auf die nahe Zukunft, in der Gebäude ab 1.1.21 weitgehend klimaneutral gebaut werden müssen, die Gebäudeplattform Passivhaus als Referenz in den Vordergrund, da nationale Normen noch fehlen.


Text: Miriam Neubert

17.11.2016

Green Mark wichtigstes Zertifikat in Singapur

Der Führende Zertifizierungsmaßstab in Singapur, Green Mark - im Januar 2005 von der Building Construction Authority (BCA) lanciert - hat bis Anfang Juli 2016 ganze 2.823 Gebäude mit einer Fläche von 83,8 Mio. qm zertifiziert. Im letzten Jahr jedoch mit abnehmender Steigerungsrate. Dieses entspricht über 31% der gesamten bebauten Fläche Singapurs. Bis 2030 sollen es 80% werden, lautet die Vorgabe der Regierung.

Die Zertifizierung ist unterteilt in die vier Stufen Green Mark Standard, Gold, Gold Plus und Platinum, die je nach gesammelten Punkten erreicht werden. Punkte werden unter anderem für Energieeinsparungen bei Klimaanlagen, der Gebäudehülle, Beleuchtung, mechanischer und natürlicher Belüftung, Aufzügen und der Integration von erneuerbaren Energien vergeben. Zudem werden die Aspekte nachhaltige Wassernutzung, Umweltschutz und Wohn- und Aufenthaltsqualität innerhalb des Gebäudes (beispielsweise hinsichtlich von Akustik, Temperatur und Luftqualität) bewertet. Doch sind nicht alle Bauleistungen und Gebäudekomponenten erforderlich; so haben selbst Gebäude mit Einfachverglasung die höchste Auszeichnung Platinum erhalten.

Bürogebäude und öffentliche Bauten im Vordergrund

Das Gros der zertifizierten Gebäude befindet sich in den unteren Kategorien. Zertifiziert sind bislang überwiegend Bürogebäude, Einzelhandelsflächen vor allem Shopping Malls sowie Hotels und danach erst Wohngebäude. Öffentliche Bauten müssen zertifiziert sein, da sie Vorbildfunktion haben. Deutlich wird die Verbesserung bei den Green Mark zertifizierten kommerziellen Gebäuden. So hatten 2014 zertifizierte Hotels 7%, Einzelhandelsgeschäfte 10% und Büros 15% weniger durchschnittlichen Elektrizitätsverbrauch als nicht zertifizierte Bauten derselben Kategorie.

Der Green Mark ist auf die Bedingungen in wohlhabenden tropischen Metropolen abgestimmt. Von nachgeordneter Bedeutung ist in Singapur der nordamerikanische LEED, der in anderen asiatischen Ländern eine übergeordnete Rolle spielt. Doch auch der singapurische Green Mark ist bereits in 15 Ländern - insbesondere in der VR China und Malaysia - in 71 Städten und bei über 250 Projekten vertreten (Stand Juli 2014).

Energiebericht ist für Gebäudeeigner Pflicht

Gebäudebesitzer sind verpflichtet, der BCA jedes Jahr online einen kurzen Energiebericht, den BCA Building Energy Benchmarking Report, vorzulegen. Er enthält Angaben über die Gebäude und die Serviceeinrichtungen, während der Energieverbrauch von den Versorgungsunternehmen geliefert wird. Mit den 2014 eingegangenen 1.018 Berichten zu ausschließlich kommerziellen Gebäuden hatten 96% der Besitzer ihre Pflicht erfüllt. Die genannten Gebäude umfassen eine Fläche von 20,3 Mio. qm. Während die Fläche von 2008 bis 2014 um 25% gewachsen ist, stieg der Elektrizitätsverbrauch lediglich um 16%, und ist seit 2013 gar leicht zurückgegangen.

Zertifizierung bietet auch der Singapore Green Building Council (SGBC), der mehr als 400 Mitglieder von Architekten bis zu Zulieferern von Umwelttechnik zählt. Die Zertifizierung von Bauleistungen bis zu Gebäudekomponenten ist das Hauptgeschäft des Interessenverbandes, erklärte dessen Kommunikationsmanager James Tan. Eine Zertifizierung durch SGBC ist ein Pluspunkt beim Eintritt in den singapurischen Markt für umweltfreundliches Bauen. Entsprechend sind auch deutsche Unternehmen Mitglied beim SGBC, wie BASF, Häfele, KSB, Rehau, Schüko, Siemens und TÜV Süd. Letzterem kommt eine besondere Bedeutung zu, da er der Zertifizierungspartner des SGBC ist.

Die staatliche Initiative Energy Efficient Singapore nennt 19 akkreditierte Energy Service Companies (ESCO), unter anderem Siemens, Honeywell und Johnson Controls. Sie bieten Technologien und Dienste zur Energieeffizienz und verfügen über insgesamt 29Qualified Energy Service Specialists (QuESS). Diese Mitarbeiter dürfen garantierte Energieeinsparprojekte sowie Green Mark Zertifizierungen durchführen. Die Zahl der ausgebildeten Fachkräfte, die sich mit dem Green Mark auskennt, beziffert die BCA auf 335.


Text: Rainer Jaensch

17.11.2016

Japan setzt bei Energieeffizienz auf das CASBEE-Zertifikat

Für die Zertifizierung im Gebäudebereich sowie für ein Ratingverfahren startete im Jahr 2002 unter der Aufsicht des METI das CASBEE-Programm (Comprehensive Assessment System for Built Environment Efficiency). Entwickelt wurde das System vom Institute for Building Environment and Energy Conservation (IBEC); es ist vergleichbar beispielsweise mit dem britischen Nachhaltigkeitszertifikat BREEAM (Building Research Establishment Environmental Assessment Method).

Allerdings kommt CASBEE bislang hauptsächlich in Japan zum Einsatz. Jedoch kam es im Jahr 2014 zu einer ersten internationalen Zertifizierung in der VR China. Eine Neuerung stellt das Programm CASBEE for Cities dar, das vom IBEC im Jahr 2015 als Pilotprojekt für den Städtebereich gestartet wurde.

Mit CASBEE werden Punktzahlen für energieeffiziente Gebäude vergeben, um Anreize bei der Gebäudeentwicklung zu schaffen. Das System arbeitet mit vier Bewertungsfeldern: der Energieeffizienz, der Effizienz eingesetzter Ressourcen, der unmittelbaren Umgebung sowie dem Innenraumklima. Das System soll den kompletten Lebenszyklus eines Gebäudes vor, während und nach der Entstehung evaluieren.

Zusätzlich zu dem CASBEE-System wurde im April 2014 das Building Energy-efficieny Labeling System (BELS) durch das MLIT eingeführt. Dies kommt bei Nichtwohngebäuden zur Anwendung. In Anlehnung an den Energy Saving Act kann die Zertifizierung sowohl bei neuen als auch bei bestehenden Gebäuden erfolgen.


Text: Michael Sauermost

17.11.2016

Jedes britische Haus benötigt bei Verkauf ein Energieeffizienz-Zertifikat

Im Vereinigten Königreich tätige Energieberater (energy consultants) müssen qualifiziert und registriert sein. Das Register (Register of Professional Energy Consultants) wird von dem Energy Institute geführt.

Für jedes zum Verkauf stehende Haus und jede zu vermietende Wohnung muss ein Zertifikat mit Angaben zum Energieeffizienzgrad erstellt werden. Die gesetzlich vorgegebenen Zertifikate (Energy Performance Certificates, abgekürzt: EPCs) werden von Prüfern (domestic energy asessors) ausgestellt. Das zuständige Ministerium (Department for Communities und Local Government) hilft online mit einer Suchmaske bei der Hilfe nach einem lokalen Energieberater (energy assessor).

Darüber hinaus müssen auch öffentliche Gebäude (wie Ministerien und andere Behörden etc.) ab einer bestimmten Größe mit einem öffentlich einsehbaren Hinweis zum Energieeffizienzgrad ausgestattet sein (Leitfaden "Improving the energy efficiency of our buildings").

Text: Annika Pattberg

17.11.2016

Keine polnischen Fördermittel ohne Audit

Jegliche Inanspruchnahme von Fördermitteln für Energieeffizienzmaßnahmen bedingt die Durchführung eines Energieaudits. Dieser soll die Erfüllung der Effizienzziele nachweisen und wird anhand der Verordnung des Infrastrukturministers vom 17.3.2009 (im Originallaut) mit späteren Änderungen (im Originallaut) durchgeführt.

Gemäß dem neuen Energieeffizienzgesetz ist der Minister für Energie verpflichtet, binnen eines Jahres nach dem Inkrafttreten, also bis zum 30.09.2017, eine neue Verordnung über die Rahmenbedingungen des Energieaudits herauszugeben.

Die gleiche Frist gilt auch für die Durchführung eines Energieaudits bei Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern, über 50 Mio. Euro Jahresumsatz oder einer Bilanzsumme von über 43 Mio. Euro. Dieser muss alle vier Jahre wiederholt werden. Von der Pflicht ausgenommen sind nach ISO 50001 zertifizierte Firmen.

Eine Liste der Energieauditoren, gestaffelt nach Woiwodschaften, stellt die Vereinigung der Energieauditoren zur Verfügung.

Ökozeugnis für Wohnimmobilien

Für den Wohnungsbau gilt seit Anfang 2009 eine Zeugnispflicht für den Energiecharakter von Gebäuden. Die Vorgaben sowie die technischen Voraussetzungen regelt die Verordnung des Infrastrukturministers vom 12.4.2002 (Einheitstext im Originallaut). Demnach müssen alle neu gebauten Mehrfamilienhäuser sowie Immobilien, die verkauft oder vermietet werden, ein entsprechendes Zertifikat erlangen. Ausgenommen von der Pflicht sind Einfamilienhäuser, die für den Eigengebrauch erbaut werden sowie freistehende Gebäude mit weniger als 50 qm Wohnfläche oder einer Wohndauer von weniger als vier Monaten im Jahr. Die sogenannten grünen Zertifikate haben eine Geltungsdauer von zehn Jahren und müssen danach erneuert werden.

Büros mit grünem Gewissen

Immer mehr Bauherren kommerzieller Gebäude entdecken die Anziehungskraft der energetischen Gebäudecharakteristik. Das erste grüne Zertifikat wurde in Polen Anfang 2010 vergeben. Innerhalb von sechs Jahren wurden laut der Polish Green Building Council (PLGBC) 327 weitere Zertifikate ausgestellt; Alleine 2015 waren es 100 Stück.

Mit einem Marktanteil von rund 75% ist das sogenannte BREEAM das populärste Zertifizierungssystem in Polen. Mit Ausnahme von vier Gebäuden mit dem HQE-Siegel wurden die restlichen nach dem sogenannten LEED-System zertifiziert. Die größten Kunden sind Bürogebäudebauer - sie machen über die Hälfte des Marktes aus. Ein weiteres Drittel wurde an Handelsimmobilien vergeben. In den Bereichen Hotels und Industriebauten sind nur Einzelfälle zu verzeichnen. Jedes zweite Ökogebäude steht in der Hauptstadtregion Warschau, etwa 30 Zertifikate jeweils in den Woiwodschaften Kleinpolen und Großpolen.

Die Zahl zertifizierter Gebäude könnte sich laut PLGBC in nächster Zukunft mehr als verdoppeln: Über 340 Projekte warten auf die Zertifizierung. Die meisten, 194 Neubauten, haben sich für die BREEAM-Zertifizierung, 146 für die LEED-Zertifizierung beworben. Lediglich ein Gebäude wartet auf die Prüfung nach der deutschen DGNB-Norm.


Text: Michal Wozniak

17.11.2016

Niederländisches Energielabel wird kritisiert

Bei Verkauf oder Vermietung von Immobilien sind Eigentümer verpflichtet ein Energieeffizienzklassenlabel vorzuweisen. Dies wird durch die zum Ministerium für Infrastruktur und Umwelt gehörende Instanz Inspectie Leefomgeving en Transport (ILT) kontrolliert. Bei Versäumnis fällt eine Strafe von 405 Euro an.

Die Wirkkraft des Energielabels wird durch viele Experten kritisiert. In einer Studie von Energy Efficiency Watch schnitten die Niederlande bei der Energiezertifizierung bei Gebäuden von allen EU-Ländern am schlechtesten ab. Auch die europäische Kommission hatte eine Kontrolle gestartet, ob das Energielabel den europäischen Regelungen entspricht. Im Februar 2016 wurde jedoch bekannt gemacht, dass das Land das Energielabel weiter nutzen darf.

Im Jahr 2016 wurden alle niederländischen Haushalte mit intelligenten Zählern für Gas und Elektrizität versehen. Die Lieferanten sind gesetzlich verpflichtet, den Kunden die Verbraucherdaten mitzuteilen, um so Energieeinsparungen zu stimulieren.

Energieeffizienzberatungen können durch zertifizierte EPA-Berater (Energie Prestatie Advies) durchgeführt werden. Diese benötigen für Beratungen im Wohngebäudebereich eine EPA-W Qualifizierung, im Gewerbebausektor eine EPA-U Qualifizierung. Sie beraten individuell über die einsparenden Maßnahmen, die an den entsprechenden Objekten durchgeführt werden können, kalkulieren Kosten sowie die potentiellen Einsparungen.


Text: Marte-Marie van den Bosch

17.11.2016

Rumänien setzt auf BREEAM-Zertifikat aber auch LEED und DGNB

In Rumänien ist vor allem die BREEAM-Zertifizierung für umweltfreundliche Gebäude  verbreitet. LEED und DGNB sind auch vertreten, zum Beispiel DGNB mit dem Verwaltungsgebäude des österreichischen Holzproduzenten Egger. Am meisten zertifiziert werden Bürogebäude, gefolgt in kleinerem Umfang von Einkaufszentren, danach Wohngebäuden und Logistikzentren. Vor kurzem hat der Entwickler Immochan Romania in Partnerschaft mit dem Beratungsunternehmen BuildGreen die Zertifizierung BREEAM Excellent für das Einkaufszentrum Coresi Shopping Resort in Brasov erhalten. Die Zertifizierung war die erste dieser Art in Rumänien und die zweite in Südosteuropa. Zur Unterstützung der Immobilienentwickler bietet Romania Green Building Council ein Zertifizierungsprogramm für umweltfreundliche Wohngebäude.

Bei Consulting-Diensten im Bereich Zertifizierung von Gebäuden sind Komplettpakete wie auch individuelle Dienstleistungen im Angebot. Sie reichen vom Assessment als Teil des Designprozesses über eigenständige Unterstützungsdienste bis hin zum Audit für bestehende Gebäude (BREEAM In-use).

Der Markt für Energieeffizienzdienstleistungen (ESCO - Energy Service Companies und EPC - Energy Performance Contracts) ist ausbaufähig. Oft fehlt es an systematischen Informationen, zum Teil gibt es Qualitäts- und Kostenvorbehalte. Dennoch spielen ESCO eine bedeutende Rolle bei der Finanzierung von Sanierungsprogrammen und der Energieeinsparung.

Energieausweis bei Verkauf oder Vermietung Pflicht

Seit Juli 2013 ist eine Bescheinigung der Energieeffizienz von Gebäuden durch das Gesetz Nr. 159/2013 verpflichtend. Der Eigentümer ist verpflichtet, bei Verkauf oder Vermietung eines Objektes dem Kunden den Energieausweis vorzulegen. Der Ausweis belegt die Energieleistung des Gebäudes und die Einstufung in eine Energieeffizienzklasse (A ist höchst effizient). Er gilt 10 Jahre ab Ausstellung und ist für Ein- und Mehrfamilienhäuser, Bürogebäude, Bildungseinrichtungen, Krankenhäuser, Sportanlagen und Gewerbeimmobilien erforderlich. Ohne den Ausweis kann die Transaktion nicht stattfinden. Im Falle von öffentlichen Gebäuden muss der Ausweis sichtbar ausgehängt sein.

Für die Ausstellung des Energieausweises sind die vom Ministerium für Regionalentwicklung zugelassenen Energiegutachter (auditor energetic) zuständig. Diese können entweder selbstständig oder angestellt tätig sein.

Verzeichnis von Beratern abrufbar

Ein Verzeichnis der in Rumänien zugelassenen Energiegutachter für Gebäude mit Stand Juli 2016 ist beim Ministerium für Regionalentwicklung abzurufen. Ebenfalls erhältlich sind eine bibliographische Liste für die Zulassungsprüfung sowie Prüfungsankündigungen. Kurse (allerdings nicht verpflichtend) werden online vom Verband der Energiegutachter für Gebäude in Rumänien angeboten, sowie von den technischen Universitäten in Rumänien beziehungsweise von der Architekturuniversität in Bukarest. Prüfungsberechtigt sind Architekten oder Ingenieure im Bereich Bauwesen, Installationen, Mechanik oder Energie.


Text: Michael Marks

17.11.2016

Thailand führt an LEED orientiertes Zertifikat TREES

In Bezug auf nachhaltiges und energieeffizientes Bauen gilt Thailand als ein überaus hoffnungsvoller Markt. Verantwortlicher Wegbereiter ist das Thai Green Building Institute (TGBI). Nach einigen Jahren Vorbereitung präsentierte das TGBI 2012 ein eigenes „Thai‘s Rating of Energy and Environmental Sustainability“ (TREES), das sich an anderen internationalen Zertifikaten orientierte. Als Modell diente schließlich der US-amerikanische Maßstab Leadership in Energy and Environmental Design (LEED), welcher bisher auch überwiegend Anwendung fand. Nach eigener Darstellung sei TREES als eine Art „LEED Soft“ zu qualifizieren, das den spezifischen thailändischen Anforderungen angepasst wurde.

Während die Startphase des Green Building eher beschwerlich anmutete, zeigt sich jetzt mehr Akzeptanz und Dynamik. Dies gilt sowohl für Wohn- als auch Bürogebäude und konzentriert sich regional überwiegend auf die Metropole Bangkok. Das Einsparpotential ist erkannt und die grünen Effizienzideen setzen sich immer stärker bei Bauherren, Ingenieuren und Architekten durch. Dies gilt sowohl für Neubauten wie auch größere Renovierungen.

Nach LEED zertifiziert waren zur Jahresmitte 2016 42 Gebäude, doppelt so viele wie zwei Jahre zuvor. Für TREES hatten sich im selben Jahr erst zehn Projekte qualifiziert, doch waren bereits weitere 80 Projekte in der Pipeline. Maßgeblich für den Durchbruch war die Gewährung einer zusätzlichen Bonusfläche von bis zu 20%, die vom TGBI nach bestimmten „grünen“ Baukriterien gewährt wird. Die Vergabe erfolgt nach einem Katalog von maximal 85 Punkten, welcher abhängig von der Erfüllung der Kriterien vier Klassifizierungen bietet: Basis (30-37), Silber (38-45), Gold (46-60) und Platinum (61 und darüber).

Labeling soll Standards gewährleisten

Hinsichtlich der Zertifizierung setzt der EEDP Vorgaben für den Energiestandard und das Labeling nach Minimum Energy Performance Standard (MEPS) und High Energy Performance Standard (HEPS). Der Zweck von MEPS liegt in der Verhinderung von Import oder Produktion von Ausrüstungen unteren Standards, während das Label HEPS die Förderung von Ausrüstungen höherer Effizienz bezweckt. Der Energy Efficiency Resources Standard (EERS) beinhaltet die Verpflichtung der Versorger zur Unterstützung ihrer Kunden in der Reduzierung des Energieverbrauchs durch diverse Maßnahmen zur Energieeinsparung.

Politische Unterstützung in Energieeffizienzfragen erhält Thailand zuvorderst durch Deutschland im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. Grundlegend war hierzu das „Thai-German Programme on Energy Efficiency Efficiency Development Plan (2012-2015)“ oder kurz TGP-EEDP. Zu den Instrumenten des Programms zählen Energy Efficiency Indicators (EEI), der Building Energy Code, Energy Efficiency Resource Standards (EERS), Standard Offer Programmes (SOP), Energy Service Companies (ESCO) sowie das Monitoring als Beitrag zum mess- und verifizierbaren Berichtswesen (MRV - Measuring, Reporting, Verification).

Projektpartner waren das Energy Policy and Planning Office (EPPO) des thailändischen Energieministeriums und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Beteiligt waren überdies das Department of Alternative Energy Development and Efficiency (DEDE), die Thailand Greenhouse Gas Management Organziation (TGO), die Joint Graduate School of Energy and Environment (JGSEE) sowie das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie.

ESCO spielen zunehmend wichtige Rolle

Eine Schlüsselrolle in der Beratung zur Verbesserung der Energieeffizienz kommt zudem den Energy Service Companies (ESCO) zu. Das Geschäftsmodell basiert auf der Schaffung von Energieeinsparungen in der Industrie und bei Gebäuden. Der nationale Board of Investment hat die Gründung einer ESCO in seinen neuen seit 2015 geltenden Anreizkatalog für Neuinvestitionen aufgenommen.

So bedeutend das Konzept vom Ansatz gewertet wird, wird der langfristige Erfolg aber doch entscheidend von der Identifikation der richtigen Energiesparmaßnahmen und der dafür bestgeeigneten ESCO abhängen. In diesem Rahmen vereinbarten die GIZ und die Electricity Generating Authority of Thailand (EGAT) im Oktober 2015 ein Memorandum of Understanding zur Unterstützung von „ESCO Facilitation and Energy Efficient Labeling in Building“.

Eine weitere Initiative zur Anregung der Privatwirtschaft zu mehr Energieeffizienz besteht in der National Appropriate Mitigation Action (NAMA), welche Fonds für Investitionen in den Klimaschutz bereitstellt. Es wird erwartet, dass die ESCO hier in Zukunft eine bedeutende Rolle spielen werden.


Text: Waldemar Duscha

17.11.2016

Ungarische Energiezertifizierungspflicht für Neubauten

Im Januar 2012 wurden Energiezertifikate für Gebäude eingeführt. Die so genannten grünen Zertifikate sind verpflichtend für Neubauten mit mindestens 50 qm Nutzfläche ab dem Zeitpunkt ihrer Nutzung sowie für bereits existierende Objekte, die ge- oder verkauft oder für einen Zeitraum von mindestens einem Jahr vermietet werden. Auch öffentliche Gebäude mit mehr als 500 qm Nutzfläche müssen Energiezertifikate führen. Die Gültigkeit des Dokuments beträgt zehn Jahre. Seit 2013 werden die Zertifikate in einer elektronischen Datenbank erfasst. Die Einführung der Energiezertifikate basiert auf EU-Recht. Die EU-Richtlinie ist mit dem nationalen Gesetz LVII/2015, das am 7.6.15 in Kraft getreten ist, umgesetzt worden.

Fachausbildung zum Energieberater

Der Berufsstand der Energieberater ist in Ungarn noch im Entstehen. Angebote für eine Weiterbildung zum Energiemanager, vor allem für Produktionsunternehmen und Firmen der Facilitymanagement-Branche, bietet das Wissenszentrum der Deutsch-Ungarischen Industrie- und Handelskammer (AHK Ungarn) an. Sie besitzt als einzige die Lizenz zur Durchführung der EUREM-Fachausbildung (European Energy Manager) für ganz Ungarn.

Zertifizierung von Gebäuden

Grüne Zertifikate zur Bewertung der Nachhaltigkeit und Energieeffizienz von Gebäuden finden auf dem ungarischen Markt immer mehr Zuspruch. Das populärste Zertifizierungssystem ist das so genannte BREEAM gefolgt von dem LEED-System. Das deutsche System DGNB findet vergleichsweise selten Anwendung. Angetrieben wird die Nachfrage vor allem von Investoren und Architekten von Büro- und Geschäftsimmobilien, die ihre Investition gern mit dem Label versehen. Nach Angaben der Immobilienberater von Colliers International hat sich die „grün zertifizierte“ Bürofläche in Budapest zwischen 2011 und 2015 von rund 100.000 qm auf 866.700 qm mehr als verachtfacht. In Budapest gehört das Zertifikat inzwischen zu einer Standardanforderung; in anderen Städten des Landes findet es deutlich weniger Zuspruch, jedoch mit einer steigenden Tendenz.


Text: Waldemar Lichter

17.11.2016

Vielzahl von Energieauflagen und Zertifikaten in Korea (Rep.)

Im Gebäudebau gibt es zahlreiche Regulierungen und Standards, die nach Einschätzung von Branchenexperten in den kommenden Jahren zusehends vereinheitlicht werden sollen. An erster Stelle zu nennen ist das Building Energy Code Compliance Program, dessen Bedingungen erfüllt werden müssen, um die Genehmigung für den Neu- oder Umbau von Gebäuden mit einer Fläche von mehr als 500 qm zu erhalten.

Der Bauherr beziehungsweise der Gebäudebesitzer muss das Formular Energy Saving Worksheet gemeinsam mit dem Antrag auf Baugenehmigung bei der zuständigen Behörde einreichen. Dieser wird von der KEA auf die Erfüllung der Anforderungen geprüft anhand des Indikators EPI (Energy Performance Index).

Hauptkriterien sind unter anderem Designaspekte, die sich auf Energieeffizienz auswirken wie Dachkonstruktion, Luftdurchlässigkeit der Fenster sowie Energieeffizienz eingebauter Maschinen und elektrischer Installationen. Darüber hinaus sollen erneuerbare Energien zur Heizung und Kühlung der Gebäude genutzt werden.

Zertifikat G-SEED verpflichtend für öffentliche Gebäude

Von Seiten der Ministerien MOLIT und ME (Ministry of Environment) wurde der Zertifizierungsstandard G-SEED (Green Standard for Energy and Environmental Design) implementiert, der unter Federführung des Korea Institute of Civil Engineering and Building Technology umgesetzt wird. G-SEED wurde 2002 eingeführt und ist obligatorisch für öffentliche Gebäude mit einer größeren Fläche als 3.000 qm.

Im Rahmen der Zertifizierung werden zahlreiche Aspekte geprüft (unter anderem Transport, Energie, Materialien und Rohstoffe, Wasserressourcen sowie Umwelt) und auf einer vierstufigen Skala bewertet. Der Antrag muss von den Bauherren gestellt werden, als Anreiz bietet die Regierung Erwerbssteuervergünstigungen zwischen 5 und 10% an.

BEERC-Zertifikat bindend für kommerzielle Gebäude und große Wohnanlagen

Des Weiteren wurde die BEERC (Building Energy Efficiency Rating Certification) etabliert. Sie bezieht sich auf freistehende Wohnhäuser und Appartements sowie zum Teil auch auf kommerzielle und öffentliche Gebäude. Seit 2008 ist BEERC verpflichtend für öffentliche Wohngebäude und für kommerzielle Gebäude, seit 2016 auch für Wohnanlagen mit mehr als 500 Einheiten und Gebäude mit einer Fläche von mehr als 3.000 qm.

Als Anreize sind auch bei BEERC Steuervergünstigungen in Abhängigkeit von der jeweiligen Region vorgesehen, die bei der Erwerbssteuer 10 bis 15% erreichen können, bei der Umweltsteuer 20 bis 50%. Die Zuständigkeit für BEERC liegt bei den Ministerien MOTIE und MOLIT. Die Durchführung wird von der KEA vorgenommen, die Zertifizierung umfasst ein Ranking von sieben Stufen.

KEA bietet als Service auch Energy Supporter an, die als Experten vorwiegend kleinen und mittelständischen Unternehmen in Fragen der Energieeffizienz beistehen und dort Expertise im Bereich Klimawandel aufbauen sollen. KEA fördert auch die Ausbildung von Energieexperten, die angesichts der sich verschärfenden Zertifizierungsvorschriften im Gebäudebau als Auditoren künftig gefragt sein dürften. Darüber hinaus gibt es weitere Organisationen, die im Bereich Energieberatung tätig sind.


Text: Alexander Hirschle

17.11.2016

Vorgaben und Ratings für Neubauten in den Vereinigten Arabischen Emiraten

Die bestehenden Regelungen zum Bau energieeffizienter Gebäude beschränken sich in der Regel auf Basisvorgaben, die die Einhaltung absoluter Mindestkriterien gewährleisten sollen. Darüber hinausgehende Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz sind weitgehend freiwillig und werden durch Zertifikate belohnt.

In Abu Dhabi wurde im Mai 2010 das "Pearl Building Rating System" (Estidama, arabisch für Nachhaltigkeit) verabschiedet. Neubauten müssen bestimmte Richtlinien erfüllen und werden nach einem Ratingsystem mit Perlen bewertet. Grundsätzlich müssen Neubauten mindestens eine von fünf möglichen Perlen erreichen, für öffentliche Gebäude werden zwei verlangt. Es ist damit zu rechnen, dass Bauherrn verstärkt mit entsprechenden Bauvorschriften konfrontiert werden.

Dubai regelt insbesondere Energie- und Wasserverbrauch

Dubai hat 2011 eigene Richtlinien für Grüne Gebäude (Green Building Regulations and Specifications) verabschiedet, die seit März 2014 nicht mehr nur für öffentliche Projekte gelten, sondern auch bei allen privaten Objekten berücksichtigt werden müssen. Geregelt sind vor allem der Energie- und Wasserverbrauch, das Baumaterial und die Abfälle. Gültig sind die Regeln im gesamten Emirat, einschließlich Freihandelszonen. Die Anwendung der Richtlinien auf bestehende Gebäude ist beschränkt. Bei Aus- oder Umbauten müssen sie nur berücksichtigt werden, wenn diese einer Baugenehmigung der Dubai Municipality bedürfen.

Seit 2010 sind der Dubai Stadtverwaltung zufolge 1.433 Grüne Projekte fertig gestellt worden. Außerdem seien zwischen März 2014 und Ende Juni 2016 17.438 Gebäude lizenziert worden. Anders als PEARLS sehen Dubais Richtlinien jedoch erst seit September 2016 ein Ratingsystem, genannt Al Safat, vor. Es gilt für alle neuen Gebäude und solche, die nach März 2014 gebaut wurden, diese müssen erneut zertifiziert werden. „Al Safat“ stuft Gebäude in eine von vier möglichen Kategorien ein, angefangen mit einem Bronze-Status, der die Erfüllung der Mindestanforderungen bescheinigt. Etwa 90% aller Gebäude, die nach 2001 entstanden sind, sollen laut EGBC die Auflagen für den Bronze-Status erfüllen.

Handbuch zu technischen Richtlinien im Retrofit

Der EGBC hat ein Handbuch zu technischen Richtlinien für die Sanierung von Gebäuden herausgegeben ("Technical Guidelines for Retrofitting Existing Buildings"), welches beim EGBC Büro in Dubai erworben werden kann.

In den VAE wird vielfach auf internationale Regelwerke, insbesondere die LEED-Standards des US Green Building Councils (USGBC), Bezug genommen. Nach Angaben des USGBC gab es im Januar 2016 in den VAE 122 LEED-zertifizierte Objekte, davon 14 mit der Höchstwertung Platinum, 63 Gold, 31 Silber und 14 galten als zertifiziert. Weitere 748 Projekte waren im Januar zur LEED-Zertifizierung angemeldet, aber ein Großteil dürfte den Zertifizierungsprozess nicht (erfolgreich) zu Ende führen.

Experten beobachten seit einigen Jahren einen Anstieg der Projekte, die freiwillig eine LEED oder PEARLS Zertifizierung anstreben. Aus Kostengründen wird auf fortgeschrittene Gebäudetechnik aber auch im Hochpreissegment weiterhin oft verzichtet. Das wichtigste Argument für Investitionen in entsprechende Technik, die Einsparung von Energiekosten, besitzt nach Einschätzung der Deutsch-Emiratischen Industrie- und Handelskammer (AHK VAE) noch nicht genügend Überzeugungskraft.

Etihad ESCO akkreditiert Energiedienstleister

Energieberatung wird in Dubai in der Regel über Energy Performance Contracting (EPC) finanziert. Die Energiedienstleistungsunternehmen (ESCO) müssen sich zunächst von einem Gremium, bestehend aus Mitarbeitern des Regulation & Supervision Bureau (RSB) und der Etihad Energy Services Company (Etihad ESCO), akkreditieren lassen. Etihad ESCO ist ein Tochterunternehmen von Dubais Strom- und Wassererzeuger DEWA und eine Super ESCO, deren Aufgabe es ist, andere ESCOs zu zertifizieren und den EPC-Markt in den VAE zu ermöglichen.

Deshalb ist Etihad ESCO für die Ausschreibung von Projekten zur Verbesserung der Energieeffizienz von mehr als 30.000 öffentlichen Gebäuden zuständig, die als sanierungsbedürftig identifiziert wurden. Die Richtlinien für die Umsetzung gibt das RSB vor. Das RSB hat zwei Standardverträge, einen für die Finanzierung durch das Dienstleistungsunternehmen, den anderen für eine Finanzierung durch den Kunden. Rechtliche Streitigkeiten, die sich ausschließlich auf technische Aspekte beziehen, können durch von der RSB ernannte Experten bearbeitet werden. Meist sind sich die Parteien über die Messung der Energieeinsparung uneins, von der letztlich das Honorar des ESCO abhängt.


Text: Katrin Pasvantis

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