Zollbericht USA Einfuhrabgaben
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu den US-Handelsmaßnahmen
Die neuen US-Zölle werfen viele Fragen auf – unser Beitrag liefert die wichtigsten Antworten und verweist auf die Originalquellen.
30.07.2026
Die neuen US-Zölle sorgen weltweit für Diskussionen – doch was bedeuten sie konkret für Unternehmen? Unser Beitrag beantwortet die wichtigsten Fragen rund um die aktuellen Handelsmaßnahmen und fasst wichtige Quellen für Sie zusammen.
Achtung: Dieser Beitrag wird regelmäßig aktualisiert (Stand: 29. Juli 2026).
Allgemein
- Wann gelten die Zusatzzölle?
Die jeweiligen Rechtsakte (Executive Order, Proclamation) formulieren den jeweiligen Zeitpunkt. Dabei wird in der Regel auf den Zeitpunkt der Einfuhr abgestellt. Dieser liegt vor, wenn die Ware zum freien Verkehr abgewickelt oder aus einem Zolllager in den freien Verkehr überführt wird. - Wo können die entsprechenden Zusatzzölle eingesehen werden?
Die Zusatzzölle können über den US-amerikanischen Zolltarif (HTSUS) recherchiert werden. Im HTS finden Sie unter der Eingabe der Zolltarifnummer den Zollsatz. Die Fußnote unter "General“ gibt an, ob Zusatzzölle erhoben werden. Der Zusatzzoll selbst ist dort leider nicht aufgeführt, sondern nur die Fundstelle in Kapitel 99. Alternativ kann die EU-Datenbank Access2Markets genutzt werden. - Welche Zusatzzölle müssen addiert werden?
Grundsätzlich heißt es, dass Zölle, die auf derselben gesetzlichen Grundlage beruhen, nicht per se kumulativ angewendet werden sollen. Hiervon gibt es aber Ausnahmen. Welcher Zollsatz gilt, wenn ein Artikel mehreren Maßnahmen oder Zusatzzöllen unterliegt, ist im jeweiligen Einzelfall zu prüfen. - Hängt der Zusatzzoll vom Ursprungsland oder vom Land, aus dem die Ware verschickt wird, ab?
Die Maßnahmen und somit auch die Zusatzzölle stellen auf den Ursprung der Ware ab. - Wie lässt sich der Ursprung in den USA bestimmen?
In der Regel gilt auch hier das Kriterium der wesentlichen Be- oder Verarbeitung. Die US-Behörden stellen hierbei in der Regel auf Case Law ab. - Kann eine Rückerstattung der Zusatzzölle beantragt werden (Drawback)?
Folgende Rechtsakte sehen keine Rückerstattung der zusätzlichen Zölle vor:
Kfz/Kfz-Teile (Quelle)
Lkw/Lkw-Teile (Quelle)
Halbleiter (Quelle)
Die Möglichkeit besteht für folgende Zusatzzölle - sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind:
Section 122-Zölle (Quelle) --> ausgelaufen
Section 301-Zölle (Quelle)
Holz (Quelle)
Pharmazeutische Produkte (Quelle)
Stahl (Quelle)
Aluminium (Quelle)
Kupfer (Quelle) - Was ist die First-Sale-Rule?
Unter bestimmten Voraussetzungen haben US-Importeure die Möglichkeit, den Zollwert anhand des Preises eines früheren Verkaufs innerhalb der Lieferkette zu bestimmen, anstatt den zuletzt gezahlten Betrag vor der Einfuhr zu verwenden. Diese Methode kann insbesondere für große Unternehmen finanzielle Vorteile bieten. Die Zollbehörde unterzieht die Transaktionen einer sorgfältigen Prüfung, um die Einhaltung aller Bedingungen sicherzustellen, und stellt dazu ausführliche Informationen zur Verfügung.
Zölle gemäß Section 232 Trade Expansion Act 1962
- Was regelt Section 232 des Trade Expansion Act?
Section 232 erlaubt nach Abschluss einer entsprechenden Untersuchung, Importe mit z.B. Zöllen zu beschränken, wenn sie die nationale Sicherheit der USA gefährden. - Welche Produkte sind derzeit von Section 232 Maßnahmen betroffen?
Stahl und Stahlderivate
Aluminium und Aluminiumderivate
Kupfer und Kupfererzeugnisse
Kfz und Kfz-Teile
Lkw und Lkw-Teile
Holz und Holzprodukte
Halbleiter
Pharmazeutische Produkte und Wirkstoffe -
Wie hoch sind die Zusatzzölle gemäß Section 232 Trade Expansion Act?
Betroffene Produktkategorie Höhe des Zusatzzollsatzes in Prozent Besonderheiten/Ausnahmen Welche Produkte bzw. Zolltarifnummern sind konkret betroffen? Stahl und Stahlderivate Vollständig aus Metall bestehende Produkte: MFN + 50
Überwiegend aus Metall gefertigte Produkte: MFN + 25
Zahlreiche Ausnahmen (u.a. 15% all-in für Waren des Anhangs I-C, sofern EU-Ursprung).
Zölle fallen auf den gesamten Zollwert an.
Liste der betroffenen Produkte, inkl. Ausnahmen Aluminium und Aluminiumderivate Vollständig aus Metall bestehende Produkte: MFN + 50
Überwiegend aus Metall gefertigte Produkte: MFN + 25
Zahlreiche Ausnahmen (u.a. 15% all-in für Waren des Anhangs I-C, sofern EU-Ursprung).
Zölle fallen auf den gesamten Zollwert an.
Liste der betroffenen Produkte, inkl. Ausnahmen Kupfer und Kupfererzeugnisse Vollständig aus Metall bestehende Produkte: MFN + 50
Überwiegend aus Metall gefertigte Produkte: MFN + 25
Zahlreiche Ausnahmen (u.a. 15% all-in für Waren des Anhangs I-C, sofern EU-Ursprung).
Zölle fallen auf den gesamten Zollwert an.
Liste der betroffenen Produkte, inkl. Ausnahmen Kfz und Kfz-Teile MFN + 25 Ausnahmen für USMCA-Waren.
Das Vereinigte Königreich hat Quoten vereinbart.
Kfz und Kfz-Teile aus der EU, Japan und Südkorea: 15 Prozent (es sei denn, der MFN > 15 Prozent).
Annex I Lkw und Lkw-Teile MFN + 25 Ausnahmen für USMCA-Waren. Annex I Holz und Holzprodukte Weichholz und daraus gewonnene Holzprodukte: MFN + 10
Gepolsterte Holzmöbelprodukte und Fertige Küchenschränke und Waschtische sowie Teile: MFN + 25
Polstermöbel aus Holz und fertige Küchenschränke und Waschtische sowie deren Teile aus der EU, Japan und Südkorea: 15 Prozent. Lumber and Timber 232 Annex Halbleiter MFN + 25 Der Zweck bzw. Einsatz der Halbleiter ist in diesem Fall entscheidend. Beispielsweise fallen die Zusatzzölle nicht bei Importen von Halbleitern für US-Rechenzentren an. Betroffene Zolltarifnummern: 8471.50, 8471.80 und 8471.30 (Quelle) Pharmazeutische Produkte und Wirkstoffe 100
15 für EU-Ursprung
Weitere Ausnahmen sowie Besonderheiten (bspw. für patentierte pharmazeutische Produkte mit Ursprung Vereinigtes Königreich) Annex I MFN: Most-Favored-Nation-Zollsatz - Welche Produkte unterliegen Section 232-Untersuchungen?
Zahlreiche Produkte wie etwa Halbleiter, unbemannte Luftfahrzeugsysteme/Drohnen, Polysilizium, Windturbinen, Robotik und Industriemaschinen, PSA, medizinisches Verbrauchsmaterial und medizinische Ausrüstung sowie Kohle wurden bereits einer Untersuchung unterzogen. - Wo finde ich weitere Informationen zu den Zusatzzöllen gemäß Section 232 Trade Expansion Act?
In den FAQs der CBP sowie auf der GTAI-Sonderseite Handelspolitik unter Trump
Zölle gemäß Section 301 Trade Act 1974
- Was regelt Section 301 Trade Act?
Section 301 ermöglicht, gegen unfaire Handelspraktiken anderer, einzelner Staaten/Regionen Untersuchungen einzuleiten und möglicherweise einseitige Gegenmaßnahmen wie Zusatzzölle zu verhängen. - Welche Länder sind derzeit von Section 301 Maßnahmen betroffen?
China - die entsprechenden Zölle sind der Liste China Tariffs zu entnehmen
60 Regionen, darunter auch die EU - die entsprechenden Zölle können Sie unserem Bericht entnehmen
Brasilien - die entsprechenden Zölle können Sie unserem Bericht entnehmen - Welche Section 301-Untersuchungen laufen derzeit?
Untersuchung zur deutschen Preisgestaltung von pharmazeutischen Produkten
Untersuchung zu Überkapazitäten in 16 Regionen
Untersuchung zu Vietnams Praktiken zum Schutz geistigen Eigentums - Wo finde ich weitere Informationen zu den Section 301-Untersuchungen?
Eine Übersicht der vergangenen, aktuellen und möglicherweise bevorstehenden Maßnahmen können Sie der Übersicht des USTR entnehmen. Ferner stellt die U.S. CBP FAQs zur Verfügung. Die GTAI hat die laufenden Untersuchungen in einem Bericht zusammengefasst.
Zölle gemäß International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) 1977 - nicht mehr in Kraft
- Was regelt der International Emergency Economic Powers Act (IEEPA)?
Der IEEPA erlaubt, bei einem nationalen Notstand wirtschaftliche Maßnahmen zu ergreifen, stellt aber keine ausdrückliche Rechtsgrundlage für die Verhängung von Zöllen dar. - Warum wurden die Zölle aufgehoben?
Der Oberste Gerichtshof der USA entschied, dass der IEEPA den Präsidenten nicht zur Verhängung von Zöllen ermächtige und setzte die darauf basierenden Zölle außer Kraft. - Welche konkreten Zölle wurden aufgehoben?
Die Zölle gegenüber Kanada, Mexiko, China, Brasilien, Venezuela, Indien sowie die reziproken Zölle, die allesamt auf Grundlage des IEEPA erhoben wurden, wurden aufgehoben. - Seit wann finden die IEEPA-Zölle keine Anwendung mehr?
Für Waren, die ab dem 24. Februar 2026 um 00:00 Uhr Eastern Time zum freien Verkehr angemeldet oder aus einem Zolllager in den freien Verkehr überführt werden, werden keine IEEPA-Zölle mehr erhoben. - Welche Auswirkungen hat die Aufhebung auf Unternehmen?
Die auf dem IEEPA beruhenden Zusatzzölle finden bei der Einfuhr von Waren keine Anwendung mehr, wodurch sich die Zolllast zunächst reduziert. Nichtsdestotrotz gelten andere Zusatzzölle (zum Beispiel gemäß Section 232, 301). - Können Unternehmen gezahlte IEEPA-Zölle zurückfordern?
CBP hat eine neue Funktionalität (CAPE - Consolidated Administration and Processing of Entries) in das Zollsystem Automated Commercial Environment (ACE) zur Berechnung und Auszahlung möglicher Erstattungen zusätzlicher Zölle, die auf Grundlage des IEEPA erhoben wurden, integriert. Über das System können seit dem 20. April 2026 Rückerstattungsanträge gestellt werden. - Wirkt sich die IEEPA-Aufhebung auch auf die Zölle gemäß Section 232 Trade Expansion Act aus?
Nein. Die bestehenden Maßnahmen gemäß Sec. 232 Trade Expansion Act von 1962 sowie Sec. 301 des Trade Act von 1974 bleiben unverändert bestehen. - Welche Zölle finden für diejenigen Länder Anwendung, die bereits "Deals" ausgehandelt haben?
Die im Rahmen der Deals vereinbarten Zölle finden derzeit keine Anwendung, sofern sie auf der IEEPA-Grundlage beruhen. Für diese Länder gilt aktuell ebenfalls ein Zusatzzoll von 10 Prozent auf Grundlage von Section 122 des Trade Act von 1974. - Mit welchen Ländern hatte die USA bereits Abkommen ("Deals") verhandelt bzw. sich darauf verständigt, über entsprechende Abkommen zu sprechen?
Das Vereinigte Königreich
Die EU
Japan
Indonesien
Philippinen
Vietnam
Malaysia
Kambodscha
Thailand
Schweiz
Südkorea
Taiwan
Argentinien, Ecuador, El Salvador sowie Guatemala
Indien
Bangladesch
Nordmazedonien - Wo erhalte ich Informationen zu der Aufhebung der IEEPA-Zöllen?
In dem GTAI-Bericht Supreme‑Court kippt IEEPA‑Zölle - neue Zölle folgen
Zölle gemäß Section 122 Trade Act 1974 - nicht mehr in Kraft
- Was erlaubt Section 122 des Trade Act?
Sec.tion122 ermöglicht, vorübergehend Zölle oder Quoten einzuführen, um ernsthafte Zahlungsbilanzprobleme der USA zu bekämpfen, jedoch zeitlich und in der Höhe begrenzt. - Warum sind die Zölle nicht mehr in Kraft?
Der Zusatzzollsatz wurde lediglich temporär eingeführt: vom 24. Februar 2026, 00:01 Uhr ET (Eastern Time) bis zum 24. Juli 2026. - Wo erhalte ich Informationen zu den Section 122-Zöllen?
In dem GTAI-Bericht Zusatzzölle nach Sec. 122 Trade Act auf weltweite Einfuhren
E-Commerce/de-minimis-Regelung
- Wo finde ich Informationen zum Thema E-Commerce?
Die CBP hat häufig gestellte Fragen in einem FAQ zusammengefasst. Dort werden Fragen rund um E-Commerce, unter anderem auch zur De-Minimis-Regelung, behandelt: E-Commerce Frequently Asked Questions - Können Kleinsendung zollfrei in die USA eingeführt werden?
Die USA setzen die De-Minimis-Ausnahme weltweit aus. Seit dem 29. August 2025 unterliegen alle Sendungen, die nicht über das internationale Postnetz versendet werden, unabhängig von ihrem Wert, Herkunftsland, ihrer Transportart und der Art der Einfuhr den regulären Zöllen, Abgaben sowie mögliche Zusatzzöllen bzw. handelspolitischen Maßnahmen. Bestimmte internationale Postsendungen unterliegen eigenen, gesonderten zollrechtlichen Vorschriften.
Gegenmaßnahmen
Reagieren andere Länder auf die US-Maßnahmen?
Ja. Unter anderem folgende Länder haben mit diversen Maßnahmen reagiert:
Die EU
China
Kanada