Energieeffizienz im Gebäudebau in Korea (Rep.)

Neue Phase in Koreas (Rep.) Bauindustrie belebt Nachfrage nach Energieeffizienz

Das Thema Energieeffizienz gewinnt in Korea (Rep.) an Bedeutung. Der Bedarf an energieeffizienten Materialien und Technologien wird sich laut Branchenvertretern in den kommenden Jahren erhöhen. Besonders gute Geschäftschancen sollten sich aufgrund der hervorragenden IuK-Infrastruktur bei Smart Home und Smart Energy ergeben. Für Lieferanten ist es wichtig, sehr frühzeitig den Markt zu sondieren und in die Baupläne der Architekten bereits vor Angebotsabgabe mit aufgenommen zu werden.

17.11.2016

Korea (Rep.) will 2025 alle Neubauten als Nullenergiehäuser

Das Thema Energieeffizienz wird in Korea (Rep.) immer wichtiger. Das Land verfügt kaum über eigene Energieträger, ein Großteil der Ressourcen muss daher importiert werden. Zwar mindert der momentan niedrige Preis für Rohöl etwas den Druck, Maßnahmen im Bereich Energieeffizienz auszuweiten. Doch mittelfristig wird die Notwendigkeit Energieeffizienz zu fördern wieder zunehmen.

Übergreifend plant Korea (Rep.) gemäß des 2015 lancierten siebten Energieplans (7th Power Supply Plan), der die Rahmenbedingungen bis 2029 vorgibt, eine Reduzierung der Abhängigkeit von Kohle bei gleichzeitiger Ausweitung der Nutzung von Kernkraft und erneuerbaren Energien. Das übergreifende Anliegen liegt darin, die Emissionen von Treibhausgasen zu reduzieren. Der Anteil erneuerbarer Energien am Energiemix soll von derzeit 2,1% bis 2029 auf 4,6% ausgebaut werden.

Progressive Strompreise und mangelhafte Isolierung schaffen Handlungsdruck

Das Ministerium MOLIT (Ministry of Land, Infrastructure and Transport) hatte bereits in seinem Korea Energy Masterplan 2014 die großen Leitlinien bis 2035 festgezurrt. Die Studie kam unter anderem zu dem Schluss, dass Korea (Rep.) zwar über eine erstklassige Infrastruktur im Bereich IuK (Informations- und Kommunikationstechnologie) verfügt, es allerdings noch nicht geschafft habe, diese Rahmenbedingungen in ausreichendem Maße zur Erhöhung der Energieeffizienz zu nutzen.

Dies spiegelt sich unter anderem wider in den hohen Preisen, die Haus- und Wohnungsbesitzer für Strom und Gas zu entrichten haben. Außer auf mangelhafte Isolierungen ist dies vor allem auf die progressiven Stromtarife für Privathaushalte zurückzuführen. So beläuft sich der Preis im sechsstufigen System für einen Verbrauch von bis zu 100 kWh pro Monat auf 61 Won (circa 0,049 Euro; 1 Euro = rund 1.257 Won; im Jahresdurchschnitt 2015) pro kWh. Bereits ab 100 kWh verdoppelt sich jedoch der Tarif, über 500 kWh pro Monat erreicht er 710 Won pro kWh.

Für Energieeffizienz in Gebäuden sieht der Masterplan des MOTIE (Ministry of Trade, Industry and Energy) mehrere mittelfristige Ziele vor, wie die graduelle Verschärfung der Energiestandards, um bis 2025 das Ziel sogenannter Nullenergiehäuser für Neubauten zu erreichen. So soll der Energieverbrauch auf Basis der Werte von 2009 durch neue Isolierungsstandards bis 2017 um 60% reduziert werden, bis 2025 um 100%. Darüber hinaus soll das Beratungssystem für die Energienutzung gestärkt werden.


Strategische Ziele Korea (Rep.) bis 2035

 

2010

2014

2020

2035

Endenergieverbrauch der privaten Haushalte (in Mio. t Rohöleinheiten)

21,2

22,0

23,4

24,6

Anteil am Endenergieverbrauch des Landes (in %), davon

 

 

 

 

Industrie

59,8

63,6

-

-

Haushalte

10,8

9,2

-

-

Stromverbrauch der Privathaushalte (in 1.000 t Rohöleinheiten)

5.263

5.390

-

-

Strompreis für Haushalte mittlerer Größe (in Won/kWh)

119,85(0,077 Euro)

125,14 (0,089 Euro)

-

-

Reduktionsziel elektrische Energie (in %)

-

-

10,5 *)

18,1 *)

Reduktionsziel thermische Energie (in %)

-

-

2,5 *)

4,2 *)

*) Im Vergleich zur konventionellen Prognose für das selbe Jahr
Quellen: MOTIE (Ministry of Trade, Industry and Energy), Korea Energy Economics Institute


Text: Alexander Hirschle

17.11.2016

Koreas Bauindustrie setzt auf modernere Wohngebäude

Korea (Rep.) ist mit 509 Einwohnern pro qkm eines der am dichtesten besiedelten Länder weltweit und hochgradig urbanisiert. Mehr als 90% der Einwohner leben in Städten, wobei das Land dominiert wird von der Metropolregion Seoul. Dort lebt mit 25 Mio. Menschen fast die Hälfte der Einwohner des Landes, knapp 30% aller Gebäude befinden sich in Seoul. Insgesamt gab es 2014 laut koreanischem Statistikamt landesweit 6.986.913 Gebäude; davon 4.568.859 Wohngebäude, 1.198.932 Gewerbetrakte, 293.051 Industrieanlagen und 186.721 sonstige Gebäude (Bildung, Soziales, Kultur).


Altersstruktur der Gebäude (Anteil an der Gesamtfläche in %) *)

Baujahr

Wohngebäude

Öffentliche Gebäude

2007 bis 2015

24,3

27,6

2002 bis 2006

16,9

18,0

1997 bis 2001

15,0

16,6

1992 bis 1996

19,3

12,5

1987 bis 1991

9,4

5,8

1982 bis 1986

4,9

5,4

Bis 1981

8,3

7,6

*) Differenz ergibt sich aus Gebäuden, bei denen fehlerhafte oder nicht nachvollziehbare Altersangaben vorlagen
Quelle: MOLIT (Ministry of Land, Infrastructure and Transport)


Das Ministerium MOLIT zählte für 2014 rund 19 Mio. Wohneinheiten. Knapp die Hälfte der Baugenehmigungen entfiel 2015 auf Wohneinheiten zwischen 60 und 85 qm. Mehr als 50% der Bewohner lebten 2014 im eigenen Haus oder Appartement, der Rest mietete oder bezog die Wohnung über das für Korea (Rep.) typische Jeonse-System.

Rapide alternde Gesellschaft prägt auch neue Bauprojekte

Der Bausektor befindet sich an einem Wendepunkt. Bisher waren bauliche Maßnahmen vorwiegend wachstumsgetrieben, was zum Entstehen meist uniformer Hochhaussiedlungen führte. Aspekte wie kulturelle Identität der Wohnviertel, Lebensqualität oder Umweltfreundlichkeit wurden kaum berücksichtigt. Künftig dürften Belange der älteren Generationen ebenso mit in die Stadtplanung aufgenommen werden wie die Errichtung von Spielplätzen und Grünflächen sowie vor allem energiesparende und -effiziente Lösungen.

Zahlreiche Hausbesitzer planen Branchenvertretern zufolge, ihre Immobilien zu renovieren. Dabei kommen umweltfreundliche Materialien aufgrund von mittelfristigen Kostenerwägungen verstärkt in Mode.


Neubau sowie Modernisierung von Gebäuden (in Zahl der Häuser)

Jahr

Neubau Wohngebäude

Neubau Nichtwohngebäude

Energieeffiziente Modernisierung Wohngebäude

Energieeffiziente Modernisierung Nichtwohngebäude

2016 1)

57.613

27.887

110.426

72.550

2017

-

-

186.770 2)

22.910 2)

2018

-

-

192.223 2)

16.742 2)

1) Bis 1. Halbjahr; 2) vorgesehen
Quelle: MOLIT, Architectural Institute of Korea


Darüber hinaus geht der Trend gerade in der dicht besiedelten Metropolregion von Seoul dahin, ältere Einzelhäuser abzureißen und stattdessen moderne Appartementeinheiten oder Geschäftskomplexe zu errichten. Diese Entwicklung wie auch eine im Herbst 2014 beschlossene Verringerung der Fristen für den Neu- und Umbau von Gebäuden dürfte den Bedarf an energieeffizienten Materialien und Technologien in den kommenden Jahren erhöhen.


Energetische Anforderungen an Bauteile im Neubau (in W/(K·qm))

Bauteil

U (max) ab 2016 (Mittelgebiet) *)

U (max) ab 2016 (Südgebiet) *)

Außenwand

0,210-0,360

0,260-0,450

Dach

0,150-0,220

0,180-0,260

Bodenplatte

0,180-0,300

0,220-0,350

Fenster/Türen

1,200-1,900

1,400-2,200

Tore

1,400-1,800

1,600-2,000

*) U: Wärmedämmungskoeffizient
Quelle: MOLIT, KEA (Korea Energy Agency)


Text: Alexander Hirschle

17.11.2016

Korea (Rep.) fördert Einsatz erneuerbarer Energie in Gebäuden

In Korea (Rep.) gibt es seit Jahren diverse öffentliche Programme zur Förderung der Energieeffizienz und zum Einsatz alternativer Energien im Gebäudebau. So unterstützt die Regierung im Rahmen des Building Subsidy Program die Installation erneuerbarer Energien in Gebäuden bis 50% der Gesamtkosten. Allerdings bezieht sich dieses Programm nicht auf Wohngebäude. Das Home Subsidy Program fördert ebenfalls die Verbreitung alternativer Energien, bis 2020 sollen 1 Mio. Häuser durch das Programm mit entsprechenden Anlagen ausgestattet werden.

Das Programm NRE Building Subsidy wiederum unterstützt Bauprojekte im Bereich Wohnungsbau und von öffentlichen Institutionen über Subventionen zu den Installationskosten für erneuerbare Energien. Darüber hinaus bietet die Zentralregierung verschiedene Darlehensformen und Befreiungen von der Einkommenssteuer bei der Implementierung von Vorhaben an, die den Einsatz alternativer Energien zum Ziel haben.

Als federführendes Organ und zentrale Anlaufstelle für Energieeffizienzfragen gilt  die KEA (Korea Energy Agency, bis Juli 2016 KEMCO, Korea Energy Management Corporation). KEA treibt auch die internationale Kooperation in diesem Bereich voran. Bereits Ende 2015 unterzeichnete die Behörde eine Absichtserklärung mit dem britischen Wissenschaftszentrum BRE (Building Research Establishment) über die Zusammenarbeit bei Technologien zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen und zur Verbesserung des Energiemanagements in Gebäuden.

Die staatliche Entwicklungsbank KDB (Korea Development Bank) will ebenfalls ihre Bemühungen bei umweltfreundlichen Energien verstärken, um dieses Segment als neuen Wachstumsmotor zu etablieren. Im April 2016 unterzeichnete die KDB mit den Unternehmen LG CNS und Hanwha Q Cells sowie der KEA eine Vereinbarung, um künftig eine gemeinsame Kooperationsplattform für Energieeffizienz, erneuerbare Energien und Klimawandel aufzubauen.

Mietprogramm für Solarmodule

Seit 2015 wird das Leasing von Solarmodulen durch Bewohner von Appartementgebäuden gefördert, um die Energiekosten zu reduzieren. Bis 2015 bezog sich das Programm ausschließlich auf freistehende Wohnhäuser. Die Haushalte müssen monatlich mehr als 350 kWh Strom im Jahr vor der Antragstellung verbraucht haben. Das Förderprojekt ist Teil einer Regierungsinitiative, die auf eine stärkere Nutzung von Solarenergie abzielt.

In der Vergangenheit hatte die Regierung dabei auf Pauschalsubventionen beim Kauf von Solaranlagen gesetzt. Im Jahr 2014 wurde die Förderung nun auf das Mietprogramm umgestellt. Durch die Ausweitung auf Appartementbewohner erhofft sich die Regierung bis 2017 eine deutliche Erhöhung der Nutzerzahlen um den Faktor zehn auf 25.000. In Bezug auf Energieeffizienz setzt die Regierung vorwiegend auf Steuervergünstigungen, die im Rahmen von erfolgreichen Zertifizierungen gewährleistet werden.

Die Exportinitiative Energie des BMWi unterstützt deutsche Anbieter nachhaltiger Energielösungen aus den Bereichen Energieeffizienz oder erneuerbare Energien, intelligente Netze und Speicher auf dem Weg in neue Auslandsmärkte.


Text: Alexander Hirschle

17.11.2016

Vielzahl von Energieauflagen und Zertifikaten in Korea (Rep.)

Im Gebäudebau gibt es zahlreiche Regulierungen und Standards, die nach Einschätzung von Branchenexperten in den kommenden Jahren zusehends vereinheitlicht werden sollen. An erster Stelle zu nennen ist das Building Energy Code Compliance Program, dessen Bedingungen erfüllt werden müssen, um die Genehmigung für den Neu- oder Umbau von Gebäuden mit einer Fläche von mehr als 500 qm zu erhalten.

Der Bauherr beziehungsweise der Gebäudebesitzer muss das Formular Energy Saving Worksheet gemeinsam mit dem Antrag auf Baugenehmigung bei der zuständigen Behörde einreichen. Dieser wird von der KEA auf die Erfüllung der Anforderungen geprüft anhand des Indikators EPI (Energy Performance Index).

Hauptkriterien sind unter anderem Designaspekte, die sich auf Energieeffizienz auswirken wie Dachkonstruktion, Luftdurchlässigkeit der Fenster sowie Energieeffizienz eingebauter Maschinen und elektrischer Installationen. Darüber hinaus sollen erneuerbare Energien zur Heizung und Kühlung der Gebäude genutzt werden.

Zertifikat G-SEED verpflichtend für öffentliche Gebäude

Von Seiten der Ministerien MOLIT und ME (Ministry of Environment) wurde der Zertifizierungsstandard G-SEED (Green Standard for Energy and Environmental Design) implementiert, der unter Federführung des Korea Institute of Civil Engineering and Building Technology umgesetzt wird. G-SEED wurde 2002 eingeführt und ist obligatorisch für öffentliche Gebäude mit einer größeren Fläche als 3.000 qm.

Im Rahmen der Zertifizierung werden zahlreiche Aspekte geprüft (unter anderem Transport, Energie, Materialien und Rohstoffe, Wasserressourcen sowie Umwelt) und auf einer vierstufigen Skala bewertet. Der Antrag muss von den Bauherren gestellt werden, als Anreiz bietet die Regierung Erwerbssteuervergünstigungen zwischen 5 und 10% an.

BEERC-Zertifikat bindend für kommerzielle Gebäude und große Wohnanlagen

Des Weiteren wurde die BEERC (Building Energy Efficiency Rating Certification) etabliert. Sie bezieht sich auf freistehende Wohnhäuser und Appartements sowie zum Teil auch auf kommerzielle und öffentliche Gebäude. Seit 2008 ist BEERC verpflichtend für öffentliche Wohngebäude und für kommerzielle Gebäude, seit 2016 auch für Wohnanlagen mit mehr als 500 Einheiten und Gebäude mit einer Fläche von mehr als 3.000 qm.

Als Anreize sind auch bei BEERC Steuervergünstigungen in Abhängigkeit von der jeweiligen Region vorgesehen, die bei der Erwerbssteuer 10 bis 15% erreichen können, bei der Umweltsteuer 20 bis 50%. Die Zuständigkeit für BEERC liegt bei den Ministerien MOTIE und MOLIT. Die Durchführung wird von der KEA vorgenommen, die Zertifizierung umfasst ein Ranking von sieben Stufen.

KEA bietet als Service auch Energy Supporter an, die als Experten vorwiegend kleinen und mittelständischen Unternehmen in Fragen der Energieeffizienz beistehen und dort Expertise im Bereich Klimawandel aufbauen sollen. KEA fördert auch die Ausbildung von Energieexperten, die angesichts der sich verschärfenden Zertifizierungsvorschriften im Gebäudebau als Auditoren künftig gefragt sein dürften. Darüber hinaus gibt es weitere Organisationen, die im Bereich Energieberatung tätig sind.


Text: Alexander Hirschle

17.11.2016

Korea (Rep.) bietet Chancen bei Isolierung, Wärme und Kühlung

Der koreanische Wohnungsbestand ist relativ jung, da nahezu das gesamte Land nach dem Koreakrieg neu aufgebaut werden musste. Der Großteil der Gebäude entstand dann in den Boomjahren ab 1970, als im Zuge des rasanten Wirtschaftsaufschwungs die Infrastruktur schnell nachgezogen werden musste.

Die Gebäude sind in Bezug auf energetisches Verhalten dennoch nicht mit in Deutschland im gleichen Zeitraum errichteten Häusern vergleichbar. Die meisten Immobilien sind schlecht isoliert. Experten gehen allerdings davon aus, dass angesichts restriktiverer Dämm- und Brandschutzvorrichtungen die Nachfrage nach hochqualitativen Isolationen in Zukunft anziehen wird.

Bereits 2015 spürten die Anbieter von Produkten und Materialien im Bereich Energieeffizienz einen steigenden Bedarf und gehen von einem anziehenden Absatz in den kommenden Jahren aus. Das koreanische Unternehmen LG Hausys rechnet beispielsweise damit, dass sich seine Verkäufe des Isolationsstoffs Phenolharzschaum von 2015 bis 2018 fast vervierfachen werden. Noch 2015 wurde der Markt für Isolationsmaterial zu rund 80% von Polystyrol und -urethan dominiert. Doch künftig soll sich der Anteil qualitativ hochwertiger Materialien mit besseren Brandschutz- und Dichtungseigenschaften nach Einschätzung von Unternehmensvertretern erhöhen.

Um die Zusammenarbeit zwischen Korea (Rep.) und Deutschland im Bereich Energieeffizienz zu intensivieren, führte die Wirtschaftsfördergesellschaft Baden-Württemberg International 2015 in Seoul die Konferenz Green Cities durch. Auch die KGCCI (Korean-German Chamber of Commerce and Industry) organisierte gemeinsam mit dem Unternehmen Eclareon im Rahmen der Exportinitiative Erneuerbare Energien des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) 2015 in Deutschland eine Informationsveranstaltung zum Thema „Wärme und Kühlung in Gebäuden mit erneuerbaren Energien in Südkorea“ und veröffentlichte hierzu eine Zielmarktanalyse.

Als Lieferant möglichst früh in den Bauentwürfen erscheinen

In diesem Zusammenhang wurde darauf hingewiesen, dass bei Bauprojekten der Preis für das zu errichtende Gebäude im Regelfall vorab fest definiert wird. Die Projektdurchführer tendieren dann zur Beschaffung günstigerer Materialien. Für Lieferanten ist es daher wichtig, schon sehr frühzeitig den Markt zu sondieren und in die Baupläne der Architekten bereits vor Angebotsabgabe mit aufgenommen zu werden. Das Produktmarketing sollte daher über die Architekten laufen, möglicherweise gemeinsam mit koreanischen Partnern.

Besonders gute Geschäftschancen sollten sich aufgrund der hervorragenden IuK-Infrastruktur bei Smart Home und Smart Energy ergeben. So wollen LG Electronics und die staatliche Baugesellschaft LH (Korea Land & Housing Corp.) künftig zusammenarbeiten mit dem Ziel, umweltfreundliche Appartements zu bauen.

SK Telecom unterzeichnete im August 2016 einen Vertrag mit der Baufirma Hanyang, um 1.500 neue Wohnungen in der Stadt Incheon auszustatten. Vorgesehen sind unter anderem die automatische Steuerung sowohl von Temperatur und Luftfeuchtigkeit in den Gebäuden wie auch von Lichtschaltern und Fenstern.

Die größte Baufirma in Korea (Rep.), Hyundai Engineering & Construction, setzt ebenfalls auf die Entwicklung energiesparender Maßnahmen. Neben IT-Applikationen zur Reduzierung des Stromverbrauchs stehen dabei auch stärkere Isolierungen und energieeffiziente Materialien im Fokus.


Text: Alexander Hirschle

17.11.2016

Korea (Rep.): Gesetzliche Grundlagen

Der Gebäudebau unterliegt in Korea (Rep.) bereits seit 1977 Energieeffizienzvorgaben. Seit 2001 ist das Building Energy Efficiency Certification System bedeutsames Werkzeug zur Reduzierung des Energieverbrauchs im Gebäudebereich. Der Building Energy Conservation Code (BECC) setzt die politischen in rechtliche Vorgaben um und formuliert verpflichtende Standards insbesondere bei der Errichtung von neuen gewerblichen Gebäuden ab einer Fläche von 500 qm sowie Mehrparteienwohnhäusern.

Der BECC gibt die einzuhaltenden Energiesparmaßstäbe bei der Errichtung des Gebäudes, aber auch bei der Haustechnik vor und fördert den Einsatz neuer und erneuerbarer Energien insbesondere in den Bereichen Heizung und Klimatisierung sowie bei der Warmwasseraufbereitung. Hierbei gelten für alle Gebäudearten Effizienzmindeststandards, die in jedem Fall einzuhalten sind, sowie freiwillige höherwertige Standards.

Bereits mit dem Antrag auf Erteilung der Baugenehmigung ist seitens des Gebäudeeigentümers ein Energy Saving Worksheet bei der Genehmigungsbehörde einzureichen. Dieses wird durch die Genehmigungsbehörden gegebenenfalls unter Hinzuziehung einer der im Energieeffizienzbereich tätigen Agenturen wie der Korea Energy Agency, der KISTEC (Korea Infrastructure Safety & Technology Corporation oder dem KAB (Korea Appraisal Board) überprüft. Nur wenn das Energiespar- und Effizienzkonzept schlüssig ist, darf die Baugenehmigung erteilt werden.

Werden höhere Effizienzstandards erreicht, besteht die Möglichkeit, sich dies im Rahmen des Building Energy Efficiency Certification Systems zertifizieren zu lassen. Die Zertifizierung wird je nach Region steuerlich durch die Absenkung der lokalen Grunderwerbs- und jährlich anfallenden Grundsteuern um zwischen 3 und 15% unterstützt. Zertifiziertes energieeffizientes Bauen verbessert zudem die Position des Anbieters von Bauleistungen im Rahmen von öffentlichen Ausschreibungen.

Strengeren Grenzwerten in Bezug auf Heizen, Warmwasser und Elektrizitätsverbrauch unterliegen Wohngebäude mit mehr als 30 Wohneinheiten. Insbesondere müssen deren Wände und Fenster über eine zwischen 20 und 30% erhöhte Isolierkraft verfügen als die kleinerer Wohnprojekte. Allerdings qualifiziert die energieeffizientere Bauweise die Gebäude in der Folge als Eco-friendly Homes.


Text: Frauke Schmitz-Bauerdick

17.11.2016

Korea (Rep.): Wichtige Messen und Internetadressen

Messen/Institutionen

 

Korea Energy Show

http://www.koreaenergyshow.or.kr

International Green Energy Expo & Conference

http://www.energyexpo.co.kr/eng/

Expo Solar

http://www.exposolar.org/2016/

Solar, Wind & Earth Energy Trade Fair

http://www.sweet.or.kr/fairDash.do?hl=ENG

Global Electric Power Tech

http://electrickorea.org/eng?ckattempt=1

ECO-EXPO KOREA

http://www.k-eco.or.kr/eng/index.asp

MBC Construction Expo

http://www.dong-afairs.co.kr/02_sub/2c_sub01.php?p_idx=3

Korea Build

https://www.khfair.com/

Seoul International Building Material + Decoration Fair

http://www.homdex.com/

Smart Home Building Korea

http://www.hnbshow.com/?ckattempt=1

Housing Brand Fair

http://www.leadexpo.co.kr/

Korea Institute of Building Energy Assessors (KIBEA)

http://www.kibea.org/

Korea Association of Building Energy Assessors (BEA)

http://www.bea.or.kr/xe/index.php?mid=index

Korea Sustainable Architecture Consulting Association (KOSACA)

http://www.kosaca.or.kr/index.php

Korea Energy Engineer Association (KOEEA)

http://www.koeea.or.kr/index.php?page=5&pa=3

Korea Energy Agency (KEA)

http://www.energy.or.kr/renew_eng/main/main.aspx

Korea Infrastructure Safety & Technology Corporation (KISTEC)

http://www.kistec.or.kr/kistec/eng/establishment.asp

Korea Appraisal Board (KAB)

http://www.kab.co.kr/kab/home/eng/index.jsp


Text: Alexander Hirschle

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