Energieeffizienz-Gesetze

Ländervergleich Energieeffizienz-Gesetze

Vergleichen Sie hier Energieeffizienz-Gesetze in ausgewählten Zielmärkten. Mit Hilfe der Suchfilter am rechten Seitenrand können Sie Länder hinzufügen oder abwählen und den Ländervergleich individuell auf Ihre Zielmärkte einschränken.

17.11.2016

Japan: Gesetzliche Grundlagen

Was den Bausektor allgemein angeht, so existiert eine Vielzahl an gesetzlichen Vorschriften. Gebäudestandards für Energieeffizienz wurden im Rahmen des Energy Conservation Law erstmals 1979 eingeführt und danach mehrfach modifiziert. Das Energy Conservation Law verpflichtet in seiner Ursprungsversion die Hersteller beziehungsweise Importeure für die Energieeffizienz ihrer Erzeugnisse Sorge zu tragen. Später wurde der Anwendungsbereich erweitert. Die letzte große Änderung gab es im Jahr 1999. In dem Jahr wurde auch der Standard EESHB eingeführt.

Für die Branche maßgeblich war die Aufnahme von Baumaterialien in das Top Runner-Programm im Jahr 2012. Die letzte Modifizierung im Gebäudebereich verkündete das METI im Jahr 2015 mit dem Bill for the Act for the Improvement of the Energy Saving Performance of Buildings, dessen Richtlinien neue Vorgaben für große Gebäude beinhaltet.


Relevante Baugesetze nach Verbindlichkeit

Bereich

Verpflichtung

Option

Baugesetz

Kenchikushi Law

-

Sicherheitskontrolle

Building Standard Law

Seismic Retrofitting Law

Brandschutz

Building Standard Law, Fire Service Law

-

Hygiene

Building Standard Law

Building Management Law

Barrierefreiheit

Barrier Free Law

Barrier Free Law

Energiesparen

-

Energy Saving Act

Quelle: Recherchen von Germany Trade & Invest


Weitere relevante Gesetze sind auf der Webseite des MLIT auf Japanisch abrufbar.

 

Text: Michael Sauermost

17.11.2016

Korea (Rep.): Gesetzliche Grundlagen

Der Gebäudebau unterliegt in Korea (Rep.) bereits seit 1977 Energieeffizienzvorgaben. Seit 2001 ist das Building Energy Efficiency Certification System bedeutsames Werkzeug zur Reduzierung des Energieverbrauchs im Gebäudebereich. Der Building Energy Conservation Code (BECC) setzt die politischen in rechtliche Vorgaben um und formuliert verpflichtende Standards insbesondere bei der Errichtung von neuen gewerblichen Gebäuden ab einer Fläche von 500 qm sowie Mehrparteienwohnhäusern.

Der BECC gibt die einzuhaltenden Energiesparmaßstäbe bei der Errichtung des Gebäudes, aber auch bei der Haustechnik vor und fördert den Einsatz neuer und erneuerbarer Energien insbesondere in den Bereichen Heizung und Klimatisierung sowie bei der Warmwasseraufbereitung. Hierbei gelten für alle Gebäudearten Effizienzmindeststandards, die in jedem Fall einzuhalten sind, sowie freiwillige höherwertige Standards.

Bereits mit dem Antrag auf Erteilung der Baugenehmigung ist seitens des Gebäudeeigentümers ein Energy Saving Worksheet bei der Genehmigungsbehörde einzureichen. Dieses wird durch die Genehmigungsbehörden gegebenenfalls unter Hinzuziehung einer der im Energieeffizienzbereich tätigen Agenturen wie der Korea Energy Agency, der KISTEC (Korea Infrastructure Safety & Technology Corporation oder dem KAB (Korea Appraisal Board) überprüft. Nur wenn das Energiespar- und Effizienzkonzept schlüssig ist, darf die Baugenehmigung erteilt werden.

Werden höhere Effizienzstandards erreicht, besteht die Möglichkeit, sich dies im Rahmen des Building Energy Efficiency Certification Systems zertifizieren zu lassen. Die Zertifizierung wird je nach Region steuerlich durch die Absenkung der lokalen Grunderwerbs- und jährlich anfallenden Grundsteuern um zwischen 3 und 15% unterstützt. Zertifiziertes energieeffizientes Bauen verbessert zudem die Position des Anbieters von Bauleistungen im Rahmen von öffentlichen Ausschreibungen.

Strengeren Grenzwerten in Bezug auf Heizen, Warmwasser und Elektrizitätsverbrauch unterliegen Wohngebäude mit mehr als 30 Wohneinheiten. Insbesondere müssen deren Wände und Fenster über eine zwischen 20 und 30% erhöhte Isolierkraft verfügen als die kleinerer Wohnprojekte. Allerdings qualifiziert die energieeffizientere Bauweise die Gebäude in der Folge als Eco-friendly Homes.


Text: Frauke Schmitz-Bauerdick

17.11.2016

Niederlande: Gesetzliche Grundlagen

Das niederländische Baurecht beinhaltet:

Auftragnehmerrecht (aannemingsrecht), in dem alle Rechten und Pflichten eines Auftragnehmers verankert sind.

Architektengesetz mit den Rechten und Pflichten der Architekten.

Flächennutzungsplan (bestemmingsplannen), durch den die städtebaulichen Entwicklungen gesteuert werden (wird regional festgelegt).

Der Bauerlass (bouwbesluit), der aus einer Ansammlung bautechnischer Vorschriften besteht. Hier gibt es auch Regeln zum Umbau von Wohnungen.

Die Bauverordnung (bouwverordening), in der neben den technischen Anforderungen sowohl Regeln für die Anwendung von Brandschutzeinrichtungen als auch Bedingungen für Baugenehmigungen verankert sind. (wird regional festgelegt).

Wohnungsgesetz (woningwet) fördert den Bau von angemessenem Wohnraum.

Eine Übersicht der Regelungen und Gesetze, die Auftraggeber beim Bauen beachten müssen.

Für nähere Informationen können Sie sich an die Rechtsabteilung der AHK Niederlande wenden. Weitere Anlaufstelle für Fragen zu privatem und öffentlichem Recht ist das Institut für Baurecht.


Text: Marte-Marie van den Bosch

17.11.2016

Polen: Gesetzliche Grundlagen

Auf den ersten Blick erscheinen die Vorschriften zur Energieeffizienz in Polen als ein undurchdringliches Dickicht aus Paragraphen. Ganz so schlimm ist es dann doch nicht, da alle Vorschriften auf europäische Vorgaben zurückzuführen sind. Kernstück des Rechtsrahmens ist dabei die Europäische Richtlinie 2010/31/EU über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden. Ziel dieser Richtlinie ist die Senkung des Energieverbrauchs von Gebäuden bei gleichzeitiger Stärkung der Energienutzung aus erneuerbaren Quellen, um hierdurch auch den internationalen Verpflichtungen wie dem Kyoto-Protokoll zum Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen nachzukommen.

Die Richtlinie gibt dabei selbst vor, wie diese Vorhaben umzusetzen sind. Einer dieser Eckpunkte ist dabei ein gemeinsamer allgemeiner Rahmen für eine Methode zur Berechnung der integrierten Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden und Gebäudeteilen. Die Richtlinie sieht darüber hinaus auch vor, dass seitens der zuständigen Behörden unentgeltliche oder subventionierte technische Hilfe und Beratung oder direkte Zuschüsse angeboten werden können, die zur Erhöhung der Energieeffizienz zu bauender beziehungsweise bereits bestehender Gebäude beitragen können. Behörden oder andere Institutionen, die diese finanziellen Maßnahmen anbieten, können ihren Einsatz an die Empfehlungen der Ausweise über die Gesamtenergieeffizienz knüpfen.

Die Vorgaben der EU-Richtlinie hat Polen in erster Linie in Form des Gesetzes über den Energiecharakter von Gebäuden (Ustawa o charakterystyce energetycznej budynków) umgesetzt. Im Vergleich zur alten Rechtslage ist anzumerken, dass jetzt alle Gebäude der Pflicht zu einer Energieeffizienzuntersuchung unterliegen. Vorher galt diese Pflicht beispielsweise erst für Gewerbegebäude mit einer Nutzfläche von mehr als 1.000 qm. Auch gibt es in Polen jetzt ein Zentrales Register der Energieeigenschaft von Gebäuden, in dem unter anderem die Energieberater sowie die Vorgaben zur Vorgehensweise bei der Bemessung der Energieeffizienz von Gebäuden aufgeführt sind.

Bei der Berechnungsmethode der Gesamtenergieeffizienz wurde mit der Delegierten Verordnung (EU) Nr. 244/2012 vom 16.1.12 ein Rahmen für eine Vergleichsmethode zur Berechnung kostenoptimaler Niveaus von Mindestanforderungen an die Gesamtenergieeffizienz geschaffen.


Text: Roland Fedorczyk

17.11.2016

Rumänien: Gesetzliche Grundlagen

Im August 2014 ist das rumänische Energieeffizienzgesetz Nr. 121/2014 in Kraft getreten. Das Gesetz (rumänische Originalbezeichnung: Legea 121/2014 privind eficienta energetica) wurde im Amtsblatt „Monitorul Oficial“ Nr. 574/2014 am 1.8.14 veröffentlicht. Das Gesetz setzt die Richtlinie 2012/27/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25.10.12 zur Energieeffizienz um.

Das Gesetz legt den rechtlichen Rahmen für die Entwicklung und Anwendung der nationalen Energieeffizienzpolitik fest. Darin ist das Ziel enthalten, den Energieverbrauch um 19% bis 2020 zu verringern (Artikel 1.3). Ferner wurde auf Grundlage des Gesetzes bei der Nationalen Energieregulierungsbehörde (Autoritatea Nationala de Reglementare in domeniul Energiei – ANRE) eine Abteilung für Energieeffizienz eingerichtet. Diese Abteilung hat die Aufgabe, untergesetzliche Ausführungsbestimmungen zu gesetzlichen Vorgaben zu entwickeln und ihre Umsetzung zu überwachen. So hat die Abteilung für Energieeffizienz bereits eine Reihe von untergesetzlichen Akten erlassen. Die Energieeffizienzabteilung kooperiert mit der Nationalen Agentur für öffentliche Ausschreibungen (ANAP), damit im Vergabebereich bei der Auswahl von Waren, Dienstleistungen oder Gebäuden der Energieeffizienzaspekt Berücksichtigung findet.

Gemäß den Gesetzesbestimmungen müssen Gemeinden mit über 5.000 Einwohnern ein Energieeffizienzprogramm besitzen. Gemeinden mit einer Bevölkerungszahl von über 20.000 Einwohnern müssen auch einen Energiemanager ernennen (Artikel 9). Unternehmen müssen grundsätzlich alle vier Jahre ein Energieaudit (audit energetic) durchführen. Kleine und mittlere Unternehmen sowie Unternehmen, die ein Energie- oder Umweltmanagementsystem besitzen, sind von der Pflicht zur Durchführung von Energieaudits befreit (Artikel 9). Das Gesetz legt ferner in Artikel 6 fest, dass Gebäude, die in Besitz der öffentlichen Verwaltung sind, renoviert werden müssen, um den gesetzlichen Vorgaben betreffend Energieeffizienz zu entsprechen. Und zwar sollen jedes Jahr 3% der Gesamtfläche solcher Gebäude entsprechend renoviert werden. 

Der Text des Energieeffizienzgesetzes ist im rumänischen Originalwortlaut auf der Internetseite der Nationalen Energieregulierungsbehörde (ANRE) abrufbar.

Der Nationale Aktionsplan Energieeffizienz für die Jahre 2014 bis 2020 wurde mit Regierungsbeschluss Nr. 122/2015 erlassen (englische Fassung).

Die Maßnahmen des Aktionsplanes sind in elf nationale Energieeffizienzprogramme unterteilt, die fünf Branchen betreffen. Für die Energieeffizienz im Wohnsektor ist das Ministerium für Regionalentwicklung und öffentliche Verwaltung federführend zuständig.

Weitere Informationen zu rechtlichen Rahmenbedingungen im Bereich der Energieeffizienz in Rumänien finden Sie auf der Internetseite der Nationalen Energieregulierungsbehörde.


Text: Dmitry Markenkov

17.11.2016

Schweiz: Gesetzliche Grundlagen

Die Schweiz hat das Pariser Klimaabkommen unterzeichnet, dieses aber bislang noch nicht ratifiziert. Das Übereinkommen tritt am dreißigsten Tag nach dem Zeitpunkt in Kraft, zu dem mindestens 55 Vertragsparteien des Rahmenübereinkommens, auf die insgesamt ein geschätzter Anteil von mindestens 55% der gesamten weltweiten Emissionen von Treibhausgasen entfällt, ihre Ratifikations-, Annahme-, Genehmigungs- oder Beitrittsurkunden hinterlegt haben. Dies ist bislang noch nicht erfolgt.

Ratifiziert hat die Schweiz hingegen die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen.

Maßgebliche gesetzliche Grundlage auf Bundesebene ist das eidgenössische Energiegesetz. Gemäß seines Art. 9 schaffen die Kantone im Rahmen ihrer Gesetzgebung günstige Rahmenbedingungen für die sparsame und rationelle Energienutzung sowie die Nutzung erneuerbarer Energien. Dazu zählt auch die Befugnis der Kantone, festzulegen, ob ein Gebäudeenergieausweis obligatorisch ist. Dieser Gebäudeenergieausweis wurde im August 2009 im eidgenössischen Energiegesetz verankert.

Ebenfalls in den Zuständigkeitsbereich der der Kantone fallen Förderprogramme zur effizienten Nutzung von Energie. Mit dem Programm EnergieSchweiz haben die Kantone erstmals eine Strategie für die gemeinsamen energiepolitischen Aktivitäten im Gebäudebereich verabschiedet. Zuständig auf Bundesebene rund um das Thema Energie ist das Bundesamt für Energie. Auf dessen Homepage sind zahlreiche Hintergrundinformationen zu dem Themenkreis abrufbar.


Text: Achim Kampf

17.11.2016

Singapur: Gesetzliche Grundlagen

Der hohe Stellenwert, den Singapur energieeffizientem Bauen einräumt, spiegelt sich auch im regulativen Umfeld wieder. Singapur unterstützt nachhaltiges und energieeffizientes Bauen durch eine Vielzahl gesetzlicher Vorgaben.

Die wichtigste Rechtsgrundlage, um die Umsetzung des Green Mark Zertifizierungsprogramms zu erreichen, sind der Building Control Act sowie die Building Control (Environmental Sustainability) Regulations 2008.

Neubauten (sowohl Gewerbe- als auch Wohngebäude) sowie die Sanierung von Gebäuden ab einer Quadratmeterzahl von 2.000 qm unterliegen hiernach umfassenden Energieeffizienzvorgaben. Die Standards, die bei Neubau und Sanierung einzuhalten sind, finden sich im Code for Environmental Sustainability for Buildings, der regelmäßig überarbeitet wird.

Gebäude, die auf Land errichtet werden, das im Rahmen des Government Land Sales Programme in ausgewählten strategischen Gebieten veräußert wurde, unterliegen den noch strengeren Vorgaben der Building Construction Authority Green Mark Certification Standards for New Buildings (zuletzt 2012 überarbeitet).


Text: Frauke Schmitz-Bauerdick

17.11.2016

Spanien: Gesetzliche Grundlagen

Im Zuge verschiedener EU-Direktiven erlässt Spanien seit gut einem Jahrzehnt Gesetze und Normen für den Gebäudesektor, mittels derer dessen Energieeffizienz verbessert werden soll. Ein einheitliches Energieeffizienzgesetz indes fehlt.

Der Bereich Energieeffizienz im Gebäudewesen fällt auf der Planungs- und Förderungsseite in die Zuständigkeit des Ministeriums für Industrie, Energie und Tourismus. Bei seinem Institut für Diversifizierung und Einsparung von Energie IDAE laufen diese Fäden zusammen, finden sich Pläne, Programme und Förderungen. Für die rechtlichen Grundlagen des Gebäudebaus - Normen, Standards und Bauvorschriften - ist das Ministerium für öffentliches Bauwesen zuständig.

Die Grundlage für den Gebäudebau in Spanien ist der Technische Baukodex für Gebäude (Código Técnico de la Edificación CTE), der durch das Reale Dekret 314/2006 vom 17. März mit Erscheinen im Offiziellen Gesetzesblatt BOE am 28.3.06 in Kraft trat. Als Normierungsinstrument, das Grundanforderungen an die Qualität der Gebäude und ihrer Installationen stellt, enthielt er auch Vorgaben zur Energieeffizienz. Sein Grundsatzdokument (Documento Básico DB) zur Energieeinsparung läuft unter DB-HE und schreibt die Anforderungen an die Energieeffizienz von Neubauten, aber auch Erweiterungen und Renovierungen bestehender Gebäude vor. Im Zuge der EU-Vorgaben wurde das DB-HE laut Ministerialdekret FOM/1635/2013 vom 10. September aktualisiert, sprich strikter gefasst. Es ist das aktuell gültige Dokument.

Beim Anklicken des Kapitels DB-HE erscheint das Dokument mit jeweils aktuellen Kommentaren des Ministeriums für Öffentliches Bauwesen (zuletzt aus dem März 2016). Es setzt sich zusammen aus den einzelnen Artikeln HE0 Begrenzung des Energiekonsums, HE1 Begrenzung der Energienachfrage, HE2 Wirkungsgrad der thermischen Installationen, HE3 Energieeffizienz der Beleuchtung, HE4 Mindestbeitrag Solar für sanitäres Warmwasser, HE5 Mindestbeitrag PV der elektrischen Energie. Ergänzend hat das Ministerium unterstützende Dokumente (Documentos de Apoyo DA) zur Anwendung des DB HE veröffentlicht, die nicht verpflichtend sind, aber zusammen mit dem Text des Kodex seinen anwendbaren Regulierungsrahmen darstellen. Sie betreffen die Berechnung der charakteristischen Parameter der Gebäudehülle (DA DB-HE/1), die Überprüfung der Begrenzung von Oberflächenkondensierungen und -wässer bei den Außenwänden (DA DB-HE/2), thermische Brücken DA DB-HE/3), die Beschreibung von Referenzklimazonen und Klimadatenarchive.

Das Kapitel HE2 zum Wirkungsgrad der thermischen Installationen entwickelt sich innerhalb des geltenden Regelwerks für Heizinstallationen in Gebäuden (Reglamento de Instalaciones Térmicas en los Edificios RITE). Per Königlichem Realdekret RD 1027/2007 vom 20. Juli setzte es ursprünglich die EU-Direktive 2002/91/EU um. Es gibt die Mindestanforderungen für die rationale Energienutzung der Heiz- und Klimaanlagen sowie Sanitärinstallationen für Warmwasser vor, wurde über das RD 238/2013 vom 5. April aktualisiert und gilt in seiner konsolidierten Fassung vom 9.9.13.

Auch die Energiezertifizierung von Gebäuden entspringt der EU-Direktive 2002/91/EU und wurde zusammen mit der Direktive 2010/31/EU zur Energieeffizienz der Gebäude teilweise in spanisches Recht umgesetzt durch das Realdekret RD 235/2013 vom 5. April. Es gibt das Grundprozedere für die Zertifizierung der Energieeffizienz sowohl der neuen, wie der bestehenden Gebäude vor. Und führt den Ausweis über die Gesamtenergieeffizienz (Klassen A-G) auch für bestehende Gebäude ein. Regionale Kontaktstellen zur energetischen Zertifizierung von Gebäuden werden in einer Liste zusammengestellt.

Zuletzt ist in Sachen Energieeffizienz von der geschäftsführenden Regierung das Real Decreto 56/2016 vom 12. Februar erlassen worden, das in Umsetzung der Direktive 2012/27/EU ein Energieaudit für große Unternehmen bis 14. November 2016 obligatorisch macht und den Anbieter von Energiedienstleistungen einführt.


Text: Miriam Neubert

17.11.2016

Thailand: Gesetzliche Grundlagen

Die wichtigste gesetzliche Grundlage ist der „Energy Conservation and Promotion Act B.E. 1992 (Revision B.E. 2007)“ mit dem Akronym ENCON Act. Implizit sind hier zwei Dekrete für Gebäude (1995) und Fabriken (1997) sowie ministerielle Verordnungen von 2009 für das Energiemanagement, die verantwortlichen Personen für Energie und die Prüfer für Energiemanagement (2012).

Hinzu kommt der Building Energy Code (BEC), der für alle neuen und restaurierten Gebäude mit einer Gesamtfläche ab 2.000 qm (alle Stockwerke insgesamt) verbindlich ist. Einbezogen sind neun Gebäudetypen: Hospitäler, Akademien, Bürogebäude, Appartmenthäuser, Ausstellungshallen, Theater, Hotels, Kaufhäuser und Freizeitzentren. Hierbei differenziert der BEC den Energieverbrauch in sechs Komponenten. Neben dem Building Envelope sind dies Vorschriften für Beleuchtung, Klimaanlagen, Heißwassererzeugung und die Nutzung erneuerbarer Energien sowie schließlich die Gesamtleistung des Gebäudes.

Die Verantwortung für Standards und Label für Ausrüstungen und Materialien liegen bei der Stromgesellschaft EGAT und dem DEDE. Das „EGAT No. 5 Energy Efficiency Product Labeling“ berücksichtig insgesamt 18 Typen von elektrischen Ausrüstungen - darunter Kühlschränke, Klimageräte, Ventilatoren, Reiskocher, Leuchtstofflampen, Wasserboiler und Bügeleisen.


Text: Waldemar Duscha

17.11.2016

Tschechische Republik: Gesetzliche Grundlagen

Kernstück des europäischen Rechtsrahmens bei der Energieeffizienz von Gebäuden ist die Europäische Richtlinie 2010/31/EU über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden. Ziel dieser Richtlinie ist die Senkung des Energieverbrauchs von Gebäuden bei gleichzeitiger Stärkung der Energienutzung aus erneuerbaren Quellen, um hierdurch auch den internationalen Verpflichtungen wie dem Kyoto-Protokoll zum Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen nachzukommen.

Die Richtlinie gibt dabei selbst vor, wie diese Vorhaben umzusetzen sind. Einer dieser Eckpunkte ist dabei ein gemeinsamer allgemeiner Rahmen für eine Methode zur Berechnung der integrierten Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden und Gebäudeteilen. Die Richtlinie sieht darüber hinaus auch vor, dass seitens der zuständigen Behörden unentgeltliche oder subventionierte technische Hilfe und Beratung oder direkte Zuschüsse angeboten werden können, die zur Erhöhung der Energieeffizienz zu bauender beziehungsweise bereits bestehender Gebäude beitragen können. Behörden oder andere Institutionen, die diese finanziellen Maßnahmen anbieten, können ihren Einsatz an die Empfehlungen der Ausweise über die Gesamtenergieeffizienz knüpfen.

Tschechien hat die europäischen Vorgaben zur Energieeffizienz in dem Energieeffizienzgesetz (Zakon o hospodareni energii, Nr. 406/2000 Sb.) umgesetzt. Zu den wichtigsten Zielen, die das tschechische Gesetz vorgibt, gehören: ab dem 1.1.18 müssen Neubauten mit mehr als 1.500 qm Nutzfläche dem Standard eines Nullenergiehauses entsprechen, ab dem 1.1.20 gelten diese Vorgaben für alle Gebäude. Bereits seit dem 1.1.16 müssen bei Verkauf oder Vermietung von Gebäudeflächen jedweder Art Energieausweise vorgelegt werden. Diese werden von sogenannten Energiefachberatern ausgestellt (siehe Abschnitt 4).

Bei der Berechnungsmethode der Gesamtenergieeffizienz wurde mit der Delegierten Verordnung (EU) Nr. 244/2012 vom 16.1.12 ein Rahmen für eine Vergleichsmethode zur Berechnung kostenoptimaler Niveaus von Mindestanforderungen an die Gesamtenergieeffizienz geschaffen.


Text: Roland Fedorczyk und Gerit Schulze

17.11.2016

USA: Gesetzliche Grundlagen

Die USA sind Mitglied diverser internationaler Abkommen, unter anderem des Pariser Klimaabkommens und der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen. 

Energieeffizientes Bauen (Green Building) und nachhaltige Entwicklung im Bausektor werden in den USA durch Bestimmungen auf Bundesebene und Ebene der Einzelstaaten sowie Kommunen geregelt. Auf Bundesebene müssen nach dem sogenannten Energy Policy and Conservation Act (EPCA - 42 U.S.C. 77) bestimmte energieeffiziente Standards hinsichtlich der Heizungs-, Be- und Entlüftungs- sowie Klimaanlagen beachtet werden. Die einzelnen Standards sowie weitere Informationen stellt der Berufsverband der Ingenieure für Heizungs-, Kühlungs-, Lüftungs- und Klimaanlagenbau (American Society of Heating, Refrigerating and Air-Conditioning Engineers - ASHRAEA) auf seiner Homepage bereit. Weitere Regelungen finden sich zudem im Energy Policy Act (42 U.S.C. 149) und im Energy Independence and Security Act (42 U.S.C. 152).

Darüber hinaus haben einige US-Bundesstaaten und Gemeinden Vorschriften erlassen, wonach bei der Errichtung von Gebäuden energieeffiziente Standards eingehalten werden müssen. So hat etwa der Bundesstaat Kalifornien den sogenannten California Green Building Standards Code (CAL Green Code) verabschiedet, der entsprechende Standards sowohl bei der Errichtung von Wohngebäuden als auch von Gebäuden, die zu kommerziellen Zwecken genutzt werden, vorschreibt. Auf kommunaler Ebene sind ebenfalls Bauvorschriften zu beachten, deren Standards teilweise über die vom EPCA festgelegten Standards hinausgehen und zudem bestimmte Zertifizierungen vorsehen.

Die von den Bundesstaaten und Kommunen eingeführten Standards orientieren sich am sogenannten Leadership in Energy and Environmental Design (LEED-System) des U.S. Green Building Council (USGBC). Das LEED-System ist das in den USA anerkannte Standardregelwerk für die Errichtung von energieeffizienten Gebäuden. Zudem ist eine LEED-Zertifizierung möglich. Weitere Informationen sind auf der Homepage der USGBC erhältlich. Daneben gibt es als weiteres wichtiges Zertifizierungsprogramm den Energy Star der U.S. Environmental Protection Agency (EPA).

Interessant sind auch die vielfältigen Investitionsanreize, die auf nationaler, bundesstaatlicher und lokaler Ebene gewährt werden. Ein Beispiel dafür sind die Bundessteuergutschriften für den Einbau von energieeffizienten Gebäudeausstattungen. Informationen sind bei der Database for State Incentives for Renewables and Efficiency erhältlich.


Text: Corinna Päffgen

17.11.2016

Ungarn: Gesetzliche Grundlagen

Seit dem 1.1.12 sind Energiezertifikate für Gebäude verpflichtend. Das gilt für neu gebaute Immobilien mit mindestens 50 qm Nutzfläche ab dem Zeitpunkt der Nutzung sowie für bereits existierende Objekte, die ge- oder verkauft oder für einen Zeitraum von mindestens einem Jahr vermietet werden. Betroffen sind auch öffentliche Gebäude mit mehr als 1.000 qm Nutzfläche. Die Gültigkeit des Dokuments beträgt zehn Jahre. Die Zertifikate dürfen von dafür autorisierten Firmen ausgestellt werden. Mit der Einführung der Energiezertifikate in Ungarn wurde geltendes EU-Recht umgesetzt (Rechtliche Grundlagen: Regierungsdekret Nr. 176/2008 über Energieparameter von Gebäuden und EU-Richtlinie 2002/91/EK).

Am 7.6.15 ist außerdem das Energieeffizienzgesetz Nr. LVII/2015 vom 22.5.15 in Kraft getreten. Es setzt die europäische Energieeffizienzrichtlinie (2012/27/EU) um. Es verpflichtet Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern, über 50 Mio. Euro Jahresumsatz oder einer Bilanzsumme von über 43 Mio. Euro zur Durchführung eines Energieaudits. Dieser muss alle vier Jahre wiederholt werden (Gesetz „2015. évi LVII. Törvény az energiahatékonyságról“).

Weitere Informationen bieten die Reports "Die Energiestrategie bis 2030" sowie die „National Building Energy Performance Strategy“ Ungarns. Hinweise auf Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz sind auch im Aktionsplan für erneuerbare Energien bis 2020 enthalten.

 

Text: Waldemar Lichter und Kornélia John (AHK Ungarn)

17.11.2016

Vereinigte Arabische Emirate: Gesetzliche Grundlagen

Als Emirat ist Dubai kein Mitglied eines internationalen Klima- beziehungsweise Umweltabkommens. Gleichwohl sind die Vereinigten Arabischen Emirate als Bundesstaat sowohl Mitglied des Pariser Klimaabkommens als auch der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen.

Darüber hinaus besitzt das Emirat Dubai ein eigenständiges Regelwerk, das die Kriterien bestimmt, die an einen grünen Gebäudebau gestellt werden – namentlich die Green Building Regulations and Specifications (Green-BuildingVO). Dies ist eine Verordnung, welche die Emiratsverwaltung von Dubai (Dubai Municipality) im Jahr 2011 verabschiedet hat. Der Strategieplan 2015 sowie die Ausrichtung der Expo 2020 gaben den Anlass, um die Green-BuildingVO zu verabschieden.

Anfangs verpflichtete die Verordnung lediglich die Träger öffentlicher Bauprojekte. Durch den Runderlass Nr. 198/2014 aus 2014 bindet sie auch private Bauträger. Räumlich gilt die Green-BuildingVO für das gesamte Emiratsgebiet, einschließlich der Freizonen. Inhaltlich werden alle neuen Bauvorhaben an den Vorgaben der Green-BuildingVO gemessen – ebenso Erweiterungen und Renovierungen vorhandener Gebäude. In den letzten beiden Fällen jedoch nur insoweit, als die jeweilige Baumaßnahme eine Baugenehmigung erfordert. Dabei müssen nur die Teile des Gebäudes den Spezifikationen genügen, um die das Gebäude erweitert oder renoviert wird. Schließlich erwähnt die Green-BuildingVO selbst einige existierende Gebäude, die ihren Vorgaben nicht entsprechen müssen.

Bestimmte Bauvorhaben entziehen sich dem Anwendungsbereich der Green-BuildingVO. Hierfür muss der Bauträger einen Antrag auf Befreiung bei der Dubai Municipality stellen. Ausnahmen gelten für besonders große Gebäude oder für Gebäudearten, bei denen die Umsetzung der Green-BuildingVO aus technischen Gründen scheitert. Als Beispiele nennt die Verordnung folgende Gebäude: hohe Türme, große Shopping Malls, Labore oder Krankenhäuser.

Die Green-BuildingVO enthält kein Zertifizierungssystem. Bauträger konnten eine Zertifizierung nach dem US-Amerikanischen LEED (Leadership and Energy and Environmental Design) oder BREEAM (British Building Research Establishment Environment Assessment Methodology) einholen. Mit dem Al Safat-System verfügt Dubai nunmehr über ein eigenes Zertifizierungssystem. Die Dubai Municipality hat Al Safat im Juli 2016 verabschiedet. Anfang September 2016 wird es in Kraft treten. Die neue Zertifizierung unterteilt die Gebäudeleistung in die Kategorien Bronze, Silber, Gold und Platin. Relevant wird die Einordnung in einer der Kategorien auch im Hinblick auf die Baugenehmigung sein. Letztere wird erst ab einer Einordnung in Bronze erteilt.


Text: Sherif Rohayem

17.11.2016

Vereinigtes Königreich: Gesetzliche Grundlagen

Building Regulations für England und Wales

Die im Internet abrufbaren „Building Regulations (England and Wales) 2010“ vom 1.10.10 geben die Baurichtlinien für England und Wales vor. Allgemeine Vorgaben für den Bereich Energieeffizienz befinden sich in Kapitel 6 („Energy Efficiency Requirements“) der Building Regulations. Spezifische  Hinweise zu Energieeffizienz im Gebäudebereich befinden sich im Anhang der Building Regulations. Dort wird im Abschnitt „Schedule 1, Part L“ detailliert auf  „Conservation of fuel and power“, also auf Energieeinsparung von Brennstoffen und Energie, eingegangen. Der Abschnitt ist in vier Unterkapitel (L1A, L2A, L2A und L2B) untergliedert, welche alle gesondert als „approved documents“ im Internet abrufbar sind. Das Dokument L1A behandelt die Vorschriften für neue Wohngebäude (Conservation of fuel and power in new dwellings), L1B geht auf die Richtlinien für bestehende Wohngebäude ein (Conservation of fuel and power in existing dwellings), L2A auf neue Gebäude, die keine Wohngebäude sind (Conservation of fuel and power in new buildings other than dwellings) und L2B behandelt bereits bestehende Gebäude, die keine Wohngebäude sind (Conservation of fuel and power in existing buildings other than dwellings).

Vorschriften und Gesetze für Irland und Schottland

Aufgrund der „devolved administrations“ (unabhängige Regierungen) haben Nordirland und Schottland eigene Bauvorschriften.

Für Nordirland gelten die „Building Regulations (Northern Ireland) 2012“ vom 31.10.12.

Weitere Informationen hierzu gibt es bei der Building Control Northern Ireland und bei NetRegs.

In Schottland gilt der „The Building (Schottland) Act 2003“. Das Gesetz trat 2005 in Kraft.

Code for Sustainable Homes

Bei dem Code for Sustainable Homes handelt es sich hingegen nicht um rechtsverbindliche Regelungen, sondern um freiwillige Selbstverpflichtungen.

EU-Direktiven

Auf europäischer Ebene gelten folgende Ziele und Direktiven:

Informationen zu EU-Zielen

EU Directive 2010/31 vom 19.5.10 - über die Gesamtenergieeffizienz in Gebäuden

EU-Directive 2012/27 vom 25.10.12 - Energieeffizienz

Klimakonvention der Vereinten Nationen

Das Vereinigte Königreich hat die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen von 1992 unterzeichnet.


Text: Dr. Achim Kampf und Annika Pattberg

Suche verfeinern

Länder

Funktionen