Energieeffizienz in der Produktion in Deutschland

Deutschland will Bewusstsein für Effizienzpotenziale erhöhen

Deutschland ist ein Vorreiter in Sachen Energieeffizienz. Bis 2020 soll der Stromverbrauch um 10% und bis 2050 um 25% sinken. Dabei liegt das Potenzial für Energieeffizienzgewinne laut Experten weniger in den stagnierenden energieintensiven Branchen, sondern in neuen Wachstumsbranchen. Durch Information und Energieberatung fördert die Regierung das Bewusstsein bei Unternehmen, wo Potenzial besteht und wie dieses lukrativ genutzt werden kann. Es laufen mehrere interessante Anreizprogramme.

17.10.2016

Deutschland setzt sich ehrgeizige Einsparziele

Die Bundesregierung will im Rahmen ihres langfristigen Energiekonzepts und der Energiewende den Stromverbrauch in Deutschland bis 2020 um 10% und bis 2050 um 25% verringern (jeweils im Vergleich zu 2008). Bis 2050 soll zudem der jährliche Primärenergieverbrauch um rund 50% sinken und die Endenergieproduktivität um durchschnittlich 2,1% pro Jahr steigen. Als Richtwert für 2030 gilt bis zur Verkündung eines offiziellen Ziels die Projektion der Marktforschungsfirma Prognos, des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln (EWI) und der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung. Dieses enthält Werte für 2030 und beruht auf den erwähnten langfristigen politischen Vorgaben.

Energiedaten und strategische Ziele

Deutschland

2010

2020

2030

Primärenergieintensität pro 1.000 Einwohner 1)

4.153,3

3.411,1

2.884,4

Endenergieintensität der Wirtschaft 2)

151,3

122,9

99,9

Primärenergieverbrauch (in 1.000 t ROE)

339,6

270,8

225,6

Reduktion des Primärenergieverbrauchs und Steigerung der Energieeffizienz 3)

-

-20,2

-33,6

Reduktion Stromverbrauch 3)

-

-7,7

-19.5

Reduktion Endenergieverbrauch für Wärme 3)

-

-18,7

-30.3

Reduktion Endenergieverbrauch im Verkehr 3)

-

-9,6

-21,2

1) in 1.000 t Rohöleinheit (ROE); 2) in t ROE/1.000 Euro BIP (zu Preisen von 2010); 3) in % im Vergleich zu 2010

Quellen: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Prognos, Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln und Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung

Um diese Ziele zu erreichen, will die Bundesregierung unter anderem das Bewusstsein der Akteure erhöhen, wo Energieeffizienzpotenziale bestehen und wie diese lukrativ nutzbar sind. Im Fall von kleinen und mittleren Unternehmen bezuschusst sie beispielsweise Erst- und Detailberatungen durch Energieexperten. Sie setzt zudem Anreize für die Entwicklung und den Einsatz hocheffizienter Querschnittstechnologien, für die Vermeidung oder Nutzung von Abwärme sowie für die Einführung von Energie- und Umweltmanagementsystemen.

Im Rahmen des Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz stellt die Bundesregierung für den Zeitraum 2016 bis 2020 rund 17 Mrd. Euro bereit. Flankiert werden die Anreize für mehr Energieeffizienz durch gesetzliche Auflagen. Als Kompass der Energieeffizienzstrategie gilt dabei das Zieldreieck aus Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Umweltverträglichkeit.

Text: Siegfried Ellermann

17.10.2016

Energieintensive Branchen in Deutschland wachsen schwächer

Generell hat sich im verarbeitenden Gewerbe die spezifische Energieintensität verringert. Von 2000 bis 2014 reduzierte sich der Endenergieverbrauch von 108,8 auf 92,4 t ROE/1.000 Euro Bruttowertschöpfung (zu Preisen von 2010), so Quellen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

2014 entfielen vom gesamten Endenergieverbrauch von rund 61 Mio. t ROE etwa 32,4% auf elektrischen Strom, 30,6% auf Naturgas sowie 13,2% auf Steinkohle, so Quellen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen. Zu diesem Ergebnis trugen laut Prognos-Studie mehr importierte Vorprodukte sowie technische Verbesserungen einheimischer Industrien bei. Zudem wuchsen energieintensive Produktionszweige erheblich langsamer als alle übrigen Branchen.

Energieintensive Industriezweige

Industriezweig

Anteil an der Bruttowertschöpfung 2013

Anteil am Endenergieverbrauch der Industrie 2010 (in %)

Anteil am Endenergieverbrauch der Industrie 2014 (in%)

Metalle

0,8

30,0

29,8

.Metallerzeugung

k.A.

21,0

20,8

.Metallbearbeitung

k.A.

4,3

4,6

.NE-Metalle, Gießereien

k.A.

4,7

4,4

Chemie

1,6

22,1

22,0

.Grundstoffchemie

k.A.

18,5

19,3

.Sonstige Chemie

k.A.

3,6

3,6

Steine, Erden, Glas, Keramik usw.

0,6

10,6

10,8

.Verarbeitung von Steinen und Erden

k.A.

7,3

7,5

.Glas, Keramik u.dgl.

k.A.

3,3

3,3

Papier, Pappe

0,4

9,4

8,9

Ernährung, Tabak

0,4

8,1

8,2

Fahrzeugbau

4,5

4,8

4,7

Quellen: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen, Statistisches Bundesamt

Stahlindustrie und Grundstoffchemie größte Energieverbraucher

In der deutschen Stahlindustrie ging parallel zum vermehrten Gebrauch von Schrott der spezifische Energieverbrauch von 1990 bis 2015 von 583 auf 473 kg ROE pro t Fertigerzeugnisse zurück, berichtete die Wirtschaftsvereinigung Stahl. Jedoch zeigten sich seit etwa 2005 nur minimale Veränderungen beim Schrott- und Energiekonsum. Demgegenüber hat sich in dem Produktionszweig seit 2000 der Anteil des aus Abwärme usw. erzeugten elektrischen Stroms von 25,8 auf 48,6% erhöht. Im Jahr 2015 belief sich die Selbstversorgung auf 1.058 kt ROE von den insgesamt verbrauchten 2.175 kt ROE.

Was die Grundstoffchemie betrifft, so rechnet der Verband der Chemischen Industrie (VCI) mit einem schwachen Produktionswachstum und einem entsprechend  stagnierenden Energieverbrauch. Die Effizienz lässt sich nur leicht steigern, da ein Großteil des Energieverbrauchs in diesem Bereich nicht variabel ist. Zudem seien wirkliche Verbesserungen nur mit neuen Anlagen zu realisieren. Ferner befürchtete der VCI, dass durch zu ehrgeizige politische Zielvorgaben der Druck auf die Energiekosten zunimmt.

Die Autoren des Monitoringberichts 2015 der Bundesnetzagentur betonten, dass bei stromintensiven Industriekunden die Vielfalt der vertraglichen Gestaltungsmöglichkeiten eine wichtige Rolle spielt. Für die individuellen Abnehmerpreise bestehen Möglichkeiten, Steuern und Abgaben zu reduzieren: Bei einer maximalen Ausnutzung der angebotenen Vergünstigungen ließen sich die Kosten um rund 10 Cent/kWh senken.

Text: Siegfried Ellermann

17.10.2016

Deutsche Förderinstrumente für Energieberatung und Technologieeinsatz

Für Energieberatung stellt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) Firmen mit Energiekosten über 10.000 Euro einen Zuschuss von 80% der Beratungs- und Umsetzungskosten bereit. Maximalförderung pro Vorhaben sind 8.000 Euro. Bei Energiekosten unter 10.000 Euro beträgt der Zuschuss ebenfalls 80% und maximal 1.200 Euro. Der Berater muss beim BAFA zugelassen sein.

Die steuerliche Rückvergütung im Rahmen des Spitzenausgleichs wird in Zukunft nur noch bei bestehendem Energie- oder Umweltmanagementsystem auf der Grundlage der Norm DIN EN ISO 50001 oder eines Energieaudits gewährt und die Effizienzmaßnahmen in der Abwärme werden zukünftig der Kraftwärmekopplung gleichgestellt.

Günstige Kredite und Tilgungszuschüsse

Einen Investitionszuschuss bis zu 30.000 Euro pro Vorhaben können Unternehmen jeder Größe bei Neuanschaffung und Einsatz hocheffizienter Querschnittstechnologien vom BAFA erhalten, für Systemoptimierungen unter Einsatz hocheffizienter Querschnittstechnologien sind es bis zu 100.000 Euro, beim Einsatz von Pumpen 150.000 Euro. Dabei steht vor allem der Ersatz von elektrischen Motoren und Antrieben, von Pumpen sowie von Ventilatoren, Druckluftsystemen und Anlagen zur Wärmerückgewinnung in raumlufttechnischen Anlagen und Drucklufterzeugern im Vordergrund.

Die KfW-Bank fördert Investitionsvorhaben bis zu 25 Mio. Euro, die mindestens 10% Energie in der Produktion sparen (Einstiegstandard), mit günstigen Krediten (Stand September 2016: 1% effektiver Jahreszins). Bei 30% oder mehr erhöhen sich die Begünstigungen (Premiumstandard). Das Programm wendet sich an Nutzer von Maschinen, Anlagen und Prozesstechnik, Druckluft-, Vakuum- und Absaugtechnik, elektrischen Antrieben und Pumpen,  Mess-, Regel- und Steuerungstechnik, Informations- und Kommunikationstechnik sowie von Kraft-Wärme-Koppelungsanlagen. Die KfW fördert zudem Investitionen in die Vermeidung oder effizientere Nutzung von Abwärme bis zu 100% und gewährt einen Tilgungszuschuss von 30 bis 40%.

Text: Siegfried Ellermann

17.10.2016

In Deutschland besteht für Großunternehmen Auditpflicht

Aufgrund einer Novelle des Energiedienstleistungsgesetzes, das die Energieeffizienzrichtlinie der EU in nationales Recht überführt hatte, sind in Deutschland große Unternehmen seit dem 5.12.15 verpflichtet, in regelmäßigen Abständen ein Energieaudit gemäß der Norm DIN EN 16247-1 durchzuführen. KMU im Sinne des europäischen Rechts sowie Firmen im Besitz eines Zertifikats nach ISO 50001 oder EMAS (Umweltmanagementsystem) waren von der genannten Pflicht befreit. Gleiches trifft auch auf solche Unternehmen zu, die erste Schritte zur Einführung eines der beiden Managementsysteme unternommen haben.

Wie der Berater Ispex Energie mitteilte, beteiligten sich an jener erstmals durchgeführten Runde schätzungsweise 100.000 Firmen. Jedoch stand aufgrund des relativ spät beendeten Gesetzgebungsverfahrens nur eine unzureichende Anzahl von Auditoren zur Verfügung. Wie weiter verlautete, hat die BAFA im Verlauf von 2016 mit der stichprobenmäßigen Überprüfung der auditpflichtigen Betriebe begonnen.

Neues Berufsbild Energieberater

Um vom BAFA als Auditor anerkannt zu werden, muss ein Energieberater eine Berufserfahrung von mindestens drei Jahren nachweisen. Ferner setzt die Tätigkeit den Abschluss eines Hochschul- oder Fachhochschulstudiums der Ingenieur- oder Naturwissenschaften in einer der folgenden Bereiche voraus: Energietechnik, Energieerzeugung, Elektrotechnik, Verfahrenstechnik, Verbrennungstechnik, Umwelttechnik, technische Gebäudeausrüstung, Versorgungstechnik, Bauingenieurwesen, Physik, Maschinen- oder Elektromaschinenbau voraus. Alternativ können sich auch staatlich geprüfte Techniker und Meister unter anderem in den folgenden Bereichen betätigen: Heizungs-, Lüftungs-, Klima-, Kältesystem-, Metall-, Umwelt-, Bau-, Maschinenbau- oder Physiktechnik.

Im Bereich der Energieeffizienzauditoren verfügt das BAFA über eine Liste von 3.343 geprüften Personen mit den dazugehörigen Firmen (Stand: September 2016). Im Rahmen des Programms Energieberatung für KMU lassen sich auf den Webseiten des BAFA in Deutschland 13.691 Energieeffizienz-Experten aufspüren. Ferner enthielt zum gleichen Zeitpunkt die Datenbank der Deutschen Akkreditierungsstelle 55 Organisationen, die eine Konformität mit ISO 50.001 bescheinigten. Energieberater ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Entsprechend fehlen vielfach die Qualitätskriterien, was laut Kritikern gelegentlich schwarzen Schafen den Zugang zu einem lukrativen Berufsfeld verschafft.

Text: Siegfried Ellermann

17.10.2016

Deutsche Energieaudits decken Einsparpotenziale auf

Circa 43% der Firmen, die das Institut für Energieeffizienz an der Universität Stuttgart (EEP) 2016 bei der Ausarbeitung seines Energieeffizienzindex befragte, bekundeten, die im ersten Energieaudit empfohlenen Maßnahmen durchzuführen. Weitere 22% wollten dies nicht tun. Die übrigen Firmen hatten sich an der 2015 durchgeführten Runde nicht beteiligt.

Erfahrungen des Beratungsunternehmens Ispex lassen darauf schließen, dass bei fast jedem Audit Einsparpotenziale zu identifizieren sind. Bei der überwiegenden Mehrheit der Firmen waren kleinere Probleme zu bereinigen, mit sehr geringem oder keinem monetären Aufwand. Teilweise handelte es sich bei den beobachteten Mängeln um bekannte aber ignorierte Zustände. Bei Vor-Ort-Terminen fanden die Ispex-Mitarbeiter selten ein energetisches Chaos vor, im Lauf der Zeit waren dennoch infolge von Betriebsblindheit und falschen Routinen echte Energiefallen entstanden.

Beispielsweise hielten Verantwortliche im Winter die Türen in Eingangsbereichen offen, um an Überdachungen die Bildung von Eiszapfen zu verhindern. Beliebt war gelegentlich die Nutzung von Serverräumen zur Getränkekühlung – mit entsprechend niedrig eingestellten Raumtemperaturen. Oder ein Nebengebäude wurde ganzjährig beheizt, was während wärmerer Jahreszeiten bei einer wirkungsvollen Klimatisierung nicht weiter aufgefallen war.

Auditergebnisse als Grundlage zukünftiger Investitionen

In Fällen, die den Ersatz einer veralteten Technologie durch neuere und effizientere Verfahren nahelegten, scheiterte eine Entscheidung häufig an der Wirtschaftlichkeitsrechnung. Die 2015 vorherrschenden niedrigen Preise für elektrischen Strom und Gas begünstigten dabei Präferenzen für einen weiteren Gebrauch von Bestandsanlagen.

Andererseits lieferten durch externe Sachverständige ausgearbeitete Einspar- und Amortisationsrechnungen (inklusive der dazugehörigen Fehleranalysen) in zahlreichen Situationen einen guten Anknüpfungspunkt zur Präsentation von Verbesserungsvorschlägen. Bei Abschlussbesprechungen mit der Geschäftsführung vorgebrachte Handlungsempfehlungen fanden innerhalb kurzer Zeit Eingang in Entscheidungsvorlagen. 

Vorerst bestand kein Zwang, die Empfehlungen des Audits auch umzusetzen. In den Augen der Deutschen Energieagentur (dena) sollten durch ein Energieaudit die wesentlichen Energieflüsse eines Unternehmens erst einmal offengelegt sowie Energieeffizienzpotenziale identifiziert werden. Firmen erhielten dadurch zudem Möglichkeiten, ein solches Audit als Vorstufe für die Einführung eines komplexeren Energiemanagementsystems zu nutzen.

Text: Siegfried Ellermann

17.10.2016

Energieeffizienzmaßnahmen bieten in Deutschland viele Chancen

Die meisten deutschen Firmen beabsichtigten zur Jahresmitte 2016 laut Umfrage des Instituts für Energieeffizienz der Universität Stuttgart, die Investitionen in Energieeffizienzmaßnahmen zu erhöhen. Gleichzeitig verringerte sich aber auch der Energieeffizienzindex, den das Institut alle sechs Monate errechnet. Der Index ging Mitte 2016 im Vergleich zum Ende 2015 von 2,80 auf 1,84 Punkte zurück. EEP-Mitarbeiter interpretierten das Resultat dahingehend, dass sich das Klima für Energieeffizienzsteigerungen wieder eingetrübt habe.

Andererseits vermerkte der "Branchenmonitor 2016“ der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (Deneff), die Absatzaussichten für Güter und Dienstleistungen im Bereich der Energieeffizienz seien nach Auffassung von Marktteilnehmern "sehr attraktiv“. Unter anderem bekundete nahezu die Hälfte von befragten Firmen, dass sich unter Kostengesichtspunkten ein wirkungsvollerer Energieverbrauch unbedingt lohne. Immerhin stiegen 2015 die Umsätze in der Branche um rund 10% auf geschätzte 135 Mrd. Euro.

Zukunftstrend intelligente und bedarfsgerechte Steuerung 

Die Hürden für einen Marktzutritt liegen in Deutschland niedrig, ergab die Deneff-Umfrage unter 190 Unternehmen. Ein Drittel der Mitbewerber ist erst vor kurzem im Bereich tätig geworden. Etwa 77% der konsultierten Marktteilnehmer beabsichtigten, in der Energieeffizienz weiter zu expandieren. Marktexperten rechnen mit einer Zunahme des Wettbewerbs. Als zentraler technischer Trend kristallisierte sich unter anderem die intelligente und bedarfsgerechte Steuerung energieverbrauchender Anlagen heraus, obwohl hier laut Marktexperten noch ein hoher Forschungs- und Entwicklungsbedarf besteht.

Chancen in der Digitalisierung sind noch Zukunftsmusik. Für rund 44% der großen und mittelgroßen Firmen ließ sich 2016 die Verknüpfung von Energieeffizienz und Digitaltechnik gemäß EEP noch nicht praxisnah beurteilen. Weitere circa 15% sahen erst zu einem späteren Zeitpunkt Möglichkeiten für eine Verwendung von IT. 22% hielten schon sofort Digitalisierungsmaßnahmen für notwendig. Kleinere Firmen gaben sich skeptisch. Der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) gab schon 2014 an, für 62% seiner Mitgliedsfirmen Chancen auf dem Gebiet der Elektro- und Informationstechnik innerhalb der Energieeffizienz zu sehen.

Zurzeit wenig große Neuinvestitionen

Starke Impulse für den Verkauf von energieeffizienten Lösungen beobachtete IREES Fraunhofer zu Zeiten eines konjunkturellen Aufschwungs. Dann werden in der Regel neue Anlagen mit fortgeschrittenen Technologien errichtet; damit nimmt auch die durchschnittliche Effizienz im Anlagenbestand zu. Im Wesentlichen beruht ein Anstieg der Energieproduktivität auf dem Einsatz neuer Anlagen im normalen Investitionszyklus. Generell begünstigen Energiemanagementsysteme eine Effizienzsteigerung durch eine bessere Koordination der einzelnen Systemkomponenten.

Andererseits gehen die IREES-Analysten von einer anhaltenden Stagnation in den meisten energieintensiven Branchen Deutschlands aus. Fertigungsabläufe werden daher vorwiegend im Zuge von Reinvestitionen verändert. Ohnehin verlieren künftig Produktionszweige wie Gewinnung von Steinen und Erden, Bergbau, Grundstoffchemie, Gießereien sowie Herstellung von Papier, Glas, Keramik, Ziegeln, Zement, Beton, Steinen, Roheisen, Stahl, Ferrolegierungen und NE-Metallen an Bedeutung, pflichteten Vertreter von Prognos, IEW und der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung bei.

Text: Siegfried Ellermann

17.10.2016

Deutschland: Gesetzliche Grundlagen

Zu den wesentlichen Elementen im deutschen Recht zählt die Richtlinie 2012/27/EU, die besser als Energieeffizienz-Richtlinie bekannt ist. Sie legt unter anderem Energieeffizienzziele für 2020 fest, verpflichtet die Mitgliedstaaten zur Einsparung von Energie von jährlich durchschnittlich 1,5% in der Periode 2014 bis 2020 sowie zur Durchführung regelmäßiger Energieaudits in großen Unternehmen und zur Erstellung von Kosten-Nutzen-Analysen bei Neubau und Modernisierung von Kraftwerken und Industrieanlagen.

In Deutschland sorgt das Gesetz über Energiedienstleistungen und andere Energieeffizienzmaßnahmen für die Umsetzung der EU-Beschlüsse in nationales Recht (EDL-G; letzte Änderung: 17.2.16). Im Wesentlichen regelt diese Maßnahme die Aspekte des vorgeschriebenen Energieaudits. Ferner wird die Bundesregierung aufgefordert, dem Bundestag bis jeweils April 2017 und 2020 sogenannte Energieeffizienzaktionspläne vorzulegen. Darüber hinaus beschreibt das EDL-G die Aktivitäten der Bundesstelle für Energieeffizienz.

Fördermaßnahmen regelt unter anderem das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG). So verlangt §63, die EEG-Umlage für elektrischen Strom, der von stromkostenintensiven Unternehmen selbst verbraucht wird, in einem Maße zu halten, das mit deren internationaler Wettbewerbssituation vereinbar ist und eine Abwanderung in das Ausland verhindert. Vergünstigungen sind darüber hinaus auf der Grundlage der Stromnetzentgeltverordnung §19), des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (§9) oder des Energiewirtschaftsgesetzes (§17) möglich. Zudem kann die Stromsteuer nach § 9a Stromsteuergesetz vollständig erlassen, erstattet oder vergütet werden.

Auf der Internetseite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie stehen in der Rubrik Service (http://www.bmwi.de/DE/Service/gesetze.html) die wichtigsten Gesetze zum Thema Energie bereit. Einschlägige Gesetzes- und Verordnungstexte lassen sich ebenfalls auf dem Internetportal des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz unter dem Stichwort „Gesetze im Internet“ (Datenbank der aktuellen Gesetze und Rechtsverordnungen) finden. Darüber hinaus bietet das genannte Ressort in der Rubrik "Rechtsprechung online. Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts, der Bundesgerichte und des Bundespatentgerichts“ einen Überblick über die Rechtsauslegung.

Text: Siegfried Ellermann

17.10.2016

Deutschland: Wichtige Messen und Internetadressen

Messe/Institution

 

Berliner Energietage, Energie- und Umweltmanagementberatung Pöschk

www.energietage.de

Energieeffizienzmesse Frankfurt, beewell Business events

www.energieeffizienz-messe.de

Hannover Messe, Deutsche Messe

www.hannovermesse.de

Deutscher Kongress für Energieeffizienz, Weka Akademie

www.kongress-energieeffizienz.de

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie,

www.bmwi.de/DE/Themen/Energie

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit

www.bmub.bund.de/themen/klima-energie/energieeffizienz

Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle

www.bafa.de

Bundesstelle für Energieeffizienz,

www.bfee-online.de

Förderinstrumente der KfW-Bank

www.kfw.de/inlandsfoerderung/Unternehmen/Energie-Umwelt/Energieeffizienz/

Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft

www.bdew.de

Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz

www.deneff.org

Fraunhofer-Gesellschaft

www.fraunhofer.de

Fraunhofer Institut für Produktionstechnologie, Aachen

www.ipt.fraunhofer.de

Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und Automatisierung,  Magdeburg

www.iff.fraunhofer.de

Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik, Berlin

www.ipk.fraunhofer.de

Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung, Karlsruhe

www.isi.fraunhofer.de

Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung, Stuttgart

www.ipa.fraunhofer.de

Fraunhofer-Institut für Institut für Energieeffizienz in der Produktion, Stuttgart

www.eep.uni-stuttgart.de

 

Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau

www.vdma.org

Zentralverband Elektrotechnik und Elektronikindustrie (ZVEI)

http://www.zvei.org/Themen/Energie/Seiten/Energieeffizienz.aspx

Text: Siegfried Ellermann

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