Arbeitsmarkt

Top ausgebildete Fachkräfte

Das deutsche Bildungssystem ist eines der besten der Welt. Es erfüllt höchste Ansprüche.  In Deutschland arbeiten mehr als  41 Millionen Menschen - der größte in Europa zur Verfügung stehende Arbeitsmarkt. Die Unternehmen profitieren von einer hohen Anzahl gut ausgebildeter Mitarbeiter: Mehr als 80 Prozent der Erwerbstätigen haben eine berufliche Ausbildung oder einen Fachschul- oder Hochschulabschluss.

Das System der dualen Berufsausbildung mit mehr als  8.6008.800 Berufsschulen und mehr als 1,3 Millionen „Azubis“ genießt hohe internationale Anerkennung. Darüber hinaus studieren in Deutschland etwa 2,8 Millionen Menschen an  425 Universitäten und Fachhochschulen.  Ein Großteil der Studenten belegt technische Studiengänge. Der Anteil der Studenten in den Naturwissenschaften, in der Mathematik und Statistik, in den Informations- und Kommunikationswissenschaften  sowie im Ingenieurswesen erreicht nach Angaben von Eurostat mit 37,5 Prozent den höchsten Wert in der EU. Nach Statistiken der OECD erreicht Deutschland auch unter den Doktoranden in den Naturwissenschaften und im Ingenieurswesen den höchsten Anteil.

Tortendiagramm: Bildungsstand der Erwerbspersonen in Deutschland 2017
Erwerbstätige in Deutschland nach beruflichem Bildungsabschluss (2017) | © Statistisches Bundesamt 2019
Balkendiagramm: Anteil von Wissenschaftlern und Ingenieuren an der Bevölkerung 2018
Anteil von Wissenschaftlern und Ingenieuren an der Bevölkerung (2018) | © Eurostat 2020

Duales Ausbildungssystem

Um der großen Nachfrage der Wirtschaft nach hochqualifizierten Fachkräften gerecht zu werden, hat Deutschland  ein duales Berufsausbildungssystem etabliert, das die Vorteile einer theoretischen Ausbildung an einer Berufsschule mit einer  praktischen Ausbildung in einem Ausbildungsbetrieb verbindet. Die Ausbildungen dauern in der Regel zwei bis drei Jahre. Jeder fünfte Betrieb in Deutschland nimmt an der dualen Berufsausbildung teil und bildet damit die Fachkräfte von morgen aus.

Auch die Auszubildenden profitieren von der dualen Berufsausbildung. 2017 wurden etwa 74% der „Azubis“ nach Abschluss ihrer Ausbildung von ihren Ausbildungsbetrieben als Arbeitskräfte übernommen. Insgesamt befinden sich zurzeit gut 1,3 Millionen junge Menschen im dualen Ausbildungssystem. Mit der zweitniedrigsten Jugendarbeitslosenquote Europas, die gegenwärtig bei nur 5,8% liegt genießt Deutschland ein hohes Ansehen im Ausland.

Aktuell gibt es etwa 325 anerkannte Ausbildungsberufe. In enger Abstimmung mit der Bundesregierung, stellen die Industrie- und Handelskammern (IHKs) und der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) sicher, dass die Ausbildungen eine hohe und betriebsübergreifend einheitliche Qualität aufweisen. Dafür werden die Ausbildungsordnungen regelmäßig modernisiert oder neue Berufsbilder geschaffen.

Das duale System der Berufsausbildung ist inzwischen auch  auf das Hochschulsystem übertragen worden. Zur Zeit haben mehr als 100.000 Studenten ein duales Studienprogramm, das meist von einer Fachhochschule angeboten wird, belegt. Weil die dualen Studienprogramme genau auf den Bedarf der mehr als 47.000 teilnehmenden Kooperationsunternehmen abgestimmt sind, werden sie meistens in den Ingenieur- oder Wirtschaftswissenschaften angeboten.

Schaubild: Duales Ausbildungssystem in Deutschland
Duales Ausbildungssystem in Deutschland | © Germany Trade & Invest (basierend auf DIHK, BMBF, Statistisches Bundesamt)

Weiterführende Links


Hohe Motivation

Hinter der Flexibilität der deutschen Arbeitskräfte steckt auch eine überdurchschnittlich hohe Motivation. Deutschland schneidet in dieser Hinsicht besser ab als die meisten führenden Industrieländer. Die Ergebnisse im IMD World Competitiveness Yearbook belegen, dass die deutschen Arbeitskräfte motivierter sind als ihre Kollegen in den USA, China, Russland, Polen, Frankreich und im Vereinigten Königreich. Das spiegelt sich auch in der Arbeitszeit wider. Deutsche arbeiten mit 41.0 Stunden pro Woche im Durchschnitt mehr als im weltweiten Vergleich üblich. Außerdem streiken sie seltener als ihre Nachbarn und liegen deutlich unter dem Durchschnitt der EU-28-Länder.

Balkendiagramm: Durchschnittliche Wochenarbeitszeit (2018, in Stunden)
Durchschnittliche Wochenarbeitszeit eines Vollzeitbeschäftigten (2018) | © Eurostat 2020

Stabile Lohnkosten

Hervorragendes Fachpersonal und effiziente Produktionsprozesse haben in den letzten Jahren eine deutliche Produktivitätssteigerung mit sich gebracht. Der Anstieg der Arbeitskosten fiel hingegen geringer aus.

Seit 2016 sind die Löhne in den meisten europäischen Ländern (EU-28) in fast allen Jahren gestiegen. Der Durchschnitt liegt im Zeitraum von 2016 bis 2019 bei 2,3 Prozent . Während die Löhne  in Osteuropa im Durchschnitt um 6,6 Prozent gestiegen sind, verzeichnete Deutschland ein deutlich niedrigeres Wachstum von 2,8 Prozent.

Das führte zu einer Verbesserung der deutschen Wettbewerbsposition. In letzter Zeit lag das Wachstum der Lohnstückkosten in Deutschland bei 2,0 Prozent. In Tschechien, in der Slowakei und in Ungarn sind ähnliche Wachstumsraten ermittelt worden.

Balkendiagramm: Wachstum der Lohnstückkosten (2009-2018, in %)
Durchschnittliche Veränderung der Nominalen Lohnstückkosten pro Jahr (2009-2018) | © Eurostat 2020
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